03.11.2017, 09:20 Uhr

Belvedere Stöckl: Politischer Hickhack bei Bezirksvertretungssitzung

Das Belvedere Stöckl: Hier soll ein Gastronomiebetrieb mit 360 Gartenplätzen und 400 Sitzplätzen im Gastgebäude entstehen. (Foto: Christian Bunke)

Bei der gestrigen außerordentlichen Bezirksvertretungssitzung zum geplanten Großgastronomieprojekt auf der Prinz-Eugen-Straße waren sich thematisch alle Fraktionen einig. Gestritten wurde aber trotzdem.

WIEDEN. Die Ankündigung des Salm-Bräus, in dem leerstehenden Lokal "Belvedere Stöckl" in der Prinz-Eugen-Straße 25 ein Bierlokal zu eröffnen, sorgte für einen Aufschrei bei den Anrainern. Besonders der Gastgarten mit 360 Gartenplätzen - hier hat der Betreiber bereits eingelenkt, ursprünglich war von 880 Sitzen im Freien die Rede - beunruhigt die Wiedner Bewohner als auch die Bezirkspolitiker. Aus diesem Grund wurde im Amtshaus auf Wunsch der FPÖ und Neos eine außerordentliche Bezirksvertretungssitzung abgehalten, bei dem acht Anträge von dem Abhalten einer Infoveranstaltung über eine Ausweitung der Anwohnerparkzone bis hin zu einem Baumgutachten angenommen wurden.

Was gut klingt, hat allerdings einen Haken: Da sich der geplante Großgastronomiebetrieb auf der Seite des dritten Bezirks befindet, sind der Wieden die Hände gebunden; bei den Anträgen handelt es sich bis auf die geforderten Anrainerparkplätze lediglich um Resolutionsanträge, die in keinster Weise Einfluß auf das Bauvorhaben im Nachbarbezirk haben. Dort hat der SPÖ-Bezirksvorsteher Erich Hohenberger das Sagen. Ob sich allerdings die Landstraße bei dem Gastronomieprojekt einbringt, ist fraglich, da die Bevölkerung des dritten Bezirks von dem neuen Lokal nicht betroffen sind: Der große Belvederegarten liegt zwischen dem geplanten Bierlokal und den ersten Anrainern des dritten Bezirks in der Jacquingasse. Die befürchtete Lärm- und Verkehrsbelästigung betrifft ausschließlich die Wieden.

Streiterein statt Objektivität

Trotzdem war das Interesse an der Sitzung groß, nicht alle Anwesenden fanden einen Sitzplatz. Was dann allerdings geboten wurde, entsprach offensichtlich nicht den Erwartungen der Gäste. Sticheleien, Vorwürfe und teilweise im Ton vergriffene Anschuldigungen der Bezirkspolitiker untereinander lenkten vom eigentlichen Thema, bei dem sich alle Fraktionen einig waren, ab. Auch Bezirksvorsteher Leo Plasch (SPÖ) wurde vorgeworfen, von dem Projekt schon länger gewußt zu haben, was dieser aufs Entschiedenste zurückwies. Vom politischen Hickhack peinlich berührt, verließen einige Anrainer den Saal. Bleibt zu hoffen, dass bei der geplanten Infoveranstaltung am 13. November, bei der die Betreiber die Anrainer über ihr Projekt informieren, die Wiedner Bezirkspolitiker die Interessen der Bewohner vor politisches Kleingeld stellen.

Hintergrund

Bericht: Im Belvedere Stöckl ist ein Biergarten geplant
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.