26.09.2016, 09:08 Uhr

Café Vitrine: Teigtaschen als Bindeglied zwischen Wien und Warschau

Nachdem Dominika Jakab ihren Bürojob aufgab, wagte die 42-Jährige etwas ganz Neues: Seit einem Jahr ist sie Inhaberin des Café Vitrine.

In der Johann-Strauß-Gasse gibt's polnische Spezialitäten in einem Wiener Kaffeehaus - serviert von einer gelernten Buchhalterin.

WIEDEN. "Wir haben's hier manchmal echt lustig", grinst Dominika Jakab - und das glaubt man der 42-Jährigen auf's Wort. Vor rund einem Jahr übernahm Jakab das Café Vitrine in der Johann-Strauß-Gasse. Seitdem gibt es dort neben Kaffee und Kuchen auch polnische Spezialitäten, allen voran Pierogi, Teigtaschen mit verschiedensten Füllungen. Denn was mit Sushi und Kebab klappt, müsse schließlich auch mit polnischen Teigtaschen funktionieren, so die Idee der gebürtigen Polin. Und das Konzept scheint zu funktionieren - auch wenn ihr Weg zur Kaffeehausbesitzerin mit Sicherheit alles andere als ein Konventioneller war.

Zwei Jahre Vorbereitungszeit

Mehr um ihrer Eltern willen absolvierte Jakab nach ihrer Schulzeit die Handelsakademie. Um ihrer Selbst willen studierte sie Japanologie, wohnte und arbeitete für mehrere Jahre in Japan. Zurück in Österreich arbeitete sie dann als Buchhalterin - mit wenig Begeisterung. "Das war nichts für mich", blickt Jakab zurück.

Etwas Neues musste her. Über eineinhalb Jahre bekochte die 42-Jährige Verwandte und Bekannte mit polnischen Gerichten, probierte aus, verfeinerte und lernte. Die Idee selbst Pierogi zu zubereiten kam ihr auf einer polnischen Autobahnraststätte und nach knapp zwei Jahren Vorbereitungszeit sagte sich Jakab: "Jetzt wage ich es".

"Bin total glücklich hier"

Ein gewagter Schritt, keine Frage, "Urängste" habe sie dabei teilweise gelitten, "aber ich bin eben ein Mensch der gerne Sachen startet". Jetzt, nach rund einem Jahr, sieht die Welt schon ganz anders aus. "Ich bin total glücklich hier", zieht Jakab Bilanz. Das Angebot werde gut angenommen, vor allem junge Menschen kommen regelmäßig in das kleine Kaffeehaus. Die 42-Jährige möchte vor allem auch anderen Menschen als Beispiel dienen, "um manchmal eine Tür aufzustoßen, wo vermeintlich gar keine ist". Zur Zeit führt Jakab das Café noch alleine, zukünftig soll neben ihr auch noch eine weitere Angestellte in dem Laden arbeiten.

Das Wienerische mit der polnischen Kultur verbinden

Angelehnt an die polnischen Pierogarnias - Restaurants, welche ausschließlich Pierogi servieren - möchte die ehemalige Buchhalterin das Wienerische mit der polnischen Kultur verbinden. In der Ladentheke findet sich neben österreichischem Bier auch eine ganze Reihe polnisches Bier, neben Bigos (polnischer Krauteintop) gibt's Apfel- oder Topfenstrudel und zum Entspannen gibt's Bücher sowohl in Deutsch als auch in Polnisch. Authentisch und echt wirkt das Ganze, ein Platz zum Wohlfühlen.
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