03.10.2017, 13:52 Uhr

Kommt Radfahren gegen die Einbahn rund um den Alois-Drasche-Park?

Bezirksrat Johannes Pasquali (ÖVP) in der Johann-Strauß-Gasse.

Derzeit wird geprüft, ob ein Radfahren gegen die Einbahn rund um den Alois-Drasche-Park möglich ist.

WIEDEN. Johann-Strauß-Gasse, Montagmorgen, 8.15 Uhr: ÖVP-Bezirksrat Johannes Pasquali inspiziert die Parkplätze in der Gasse und schüttelt den Kopf. "Hier müssen wir die Stopptaste drücken. Das ist eine richtige Schnapsidee." Gemeint ist die Einführung des Fahrens gegen die Einbahn für Radfahrer, die derzeit rund um den Alois-Drasche-Park angedacht wird. Betroffen sind die Straßenzüge Johann-Strauß-Gasse, Radeckgasse, Blechturmgasse und Rainergasse (siehe Plan). "Die ÖVP Wieden steht dem Fahrradfahren gegen die Einbahn grundsätzlich kritisch gegenüber. Es gefährdet Fußgänger, weil man in einer Einbahn immer nur in die Richtung schaut, aus der die Autos kommen", erklärt Pasquali. "Dann kommen beim Überqueren plötzlich leise aus der Gegenrichtung die Radfahrer angefahren."

Doch nicht nur den Sicherheitsaspekt führt Pasquali an: "Das Fahren gegen die Einbahn ist nur möglich, wenn die Gehsteige rückgebaut werden und Parkplätze verloren gehen. Die Gehsteige würden auf eine Mindestbreite von zwei Metern schrumpfen."

Noch nichts fix

Nachgefragt bei der Bezirksvorstehung, ist die Idee noch weit entfernt von einer Umsetzung. "Das Radfahren gegen die Einbahn in diesen Straßenzügen wurde zur Überprüfung an die zuständige Magistratsabteilung weitergeleitet", erklärt Bezirksvorsteher Leo Plasch (SPÖ). Derzeit prüft die MA 46, welche Verkehrsmaßnahmen für die Einführung notwendig wären. Liegt das Ergebnis am Tisch, ist die Durchführung des Projekts immer noch nicht fix: Erst werden Meinungen unterschiedlichster Interessensvertreter eingeholt und danach beschlossen, ob eine Umsetzung überhaupt weiter verfolgt wird. Auch eine Beschränkung auf bestimmte Straßenabschnitte wäre möglich.

Von einem Parkplatzverlust zugunsten dem Radfahren gegen die Einbahn ist man offensichtlich auch in der Bezirksvertretung nicht sonderlich begeistert. "Wir stellen einen Bezug zwischen einem etwaigen Stellplatzverlust und der Notwendigkeit der Öffnung von Einbahnabschnitten her. Somit können die Interessen abgewägt werden", sagt Plasch und stellt noch einmal klar, dass noch nichts fixiert wurde: "Da die Prüfung erst in die Wege geleitet wurde, kann derzeit keine spezifischere Aussage getroffen werden."
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