09.02.2018, 13:31 Uhr

Wien-Favoriten: Mehr Platz für die Radler

Sie wollen Favoriten noch toller machen: Der grüne Bezirkspolitiker Erasmus Schöpp (l.) und Verkehrsexperte Uli Leth.

Den Favoritner Verkehr besser planen – das wollen die Grünen und haben gleich eine ganze Studie dazu.

FAVORITEN. Der Bezirk Favoriten leidet nicht gerade an geringem Selbstbewusstsein. Die Grünen wollen die selbst ernannte viertgrößte Stadt Österreichs nun (noch) besser machen. Deshalb haben sie mit Uli Leth einen Verkehrsplaner der TU Wien mit der Erstellung einer Studie zur Verkehrsplanung in Favoriten beauftragt. Die Ergebnisse liegen nun vor.

"Die Einführung des Parkpickerls hat zu einer Entspannung im Grätzel geführt", sagt der grüne Klubobmann Wolfgang Erasmus Schöpp. "Da wollen wir ansetzen. Wie kann die Verkehrssicherheit erhöht werden? Wie die Radinfrastruktur verbessert werden?" Uli Leth hatte zu diesen Fragen ein paar Ansichten parat.

Fahren gegen die Einbahn

In einem hinkt Favoriten im Vergleich mit dem Rest Wiens hinterher. "Nur 11 Prozent der Einbahnstraßen sind für Radfahrer geöffnet", sagt Leth. Damit meint er jene Einbahnstraßen, durch die Radfahrer gegen die Fahrbahnrichtung hindurch radeln können. "Der Wiener Durchschnitt liegt bei 30 Prozent. Hier können in Favoriten wichtige Korridore geschaffen werden."

Dieser Forderung kann auch der Vorsitzende der Verkehrskommission in der Favoritner Bezirksvertretung Gerhard Blöschl (SPÖ) einiges abgewinnen. "In Favoriten gibt es viele Einbahnen. Wir haben das Thema schon vor zwei bis drei Jahren aufgegriffen."

Die MA 46 sei beauftragt, für den Bezirk eine Liste mit möglichen Einbahnstraßen zu erstellen. "Dann wollen wir das nach und nach umsetzen."

Mehr Sicherheit am Schulweg

Sichere Schulwege seien für die Entwicklung von Kindern besonders wichtig, meint Uli Leth. "Sie sollen nicht immer im Elterntaxi fahren, sondern selbstständig im Bezirk unterwegs sein können." Deshalb schlägt er eine Reihe von Sicherheitsmaßnahmen vor, darunter auch Gehsteigerweiterungen für eine bessere Übersichtlichkeit an Straßenkreuzungen.

Genau dies sei in der Inzersdorfer Straße bereits geplant, sagt Blöschl. "Das ist ein Unfallschwerpunkt, um den wir uns kümmern wollen."

Für die Sicherheit der Schulkinder fordern die Grünen zusätzliche Schülerlotsen. "Da gibt es das Problem, dass es kaum noch Zivildiener gibt, die das machen. Ich rufe alle Freiwilligen auf, sich bei der Polizei für eine Ausbildung zum Lotsen zu melden", so Blöschl.

Der von Uli Leth erstellte Maßnahmenkatalog umfasst noch weitere Vorkehrungen wie zum Beispiel die Errichtung von Grünkorridoren, Busspuren oder die Umwandlung von Schräg- in Längsparkplätze. Sie können unter www.favoriten.gruene.at abgerufen werden.
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