Online-Initiative "CrowdFarming" für Genießer
Mit einem Maus-Klick zur eigenen Obstplantage

Gonzalo Úrculo ist einer der Erfinder des Konzepts.
  • Gonzalo Úrculo ist einer der Erfinder des Konzepts.
  • Foto: CrowdFarming
  • hochgeladen von Andrea Peetz

Online einen Baum in Valencia adoptieren und sich die Ernte schicken lassen: „CrowdFarming” boomt in Wien.

WIEN. Ein wenig erinnert „CrowdFarming” an die Genossenschaften, die schon Mitte des 19. Jahrhunderts ein Modell der Landwirtschaft ins Leben riefen, das bis in die heutige Zeit seine Fortsetzung findet. Das Prinzip: Dutzende Landwirte aus ganz Europa bieten die Möglichkeit, sich an ihrer Ernte zu beteiligen. Das funktioniert im Fall der spanischen Orangenbauern heutzutage online.

Unter www.crowdfarming.com adoptiert man zunächst ein Bäumchen, das auf einer der beiden von „CrowdFarming” angebotenen spanischen Orangenfarmen gepflanzt ist. Dieses bekommt dann einen Namen und die Ernte steht dem Paten anteilig zur Verfügung.

310 Wiener Farmer

Gegen eine Gebühr von 35 Euro erhält man so die Möglichkeit, sich bis zu 80 Kilogramm biologisch angebauter Früchte pro Jahr aus der Ernte zu reservieren und über Monate verteilt – je nach Bedarf – schicken zu lassen. Den Liefertermin bestimmt man selbst. Direkt vom Baum gepflückt, werden die Orangen fein säuberlich in Kisten zu je zehn Kilogramm verpackt und dem Paten gegen 20 Euro Versandgebühr pro Liefereinheit zugestellt.

Jährlich flattert ein Foto ins Haus, auf dem man sein Bäumchen und dessen Entwicklungsschritte verfolgen kann. Eine süße, aber auch sehr effiziente Idee: Man bestellt gerade einmal so viel Ware, wie man benötigt, beugt so der Verschwendung von Lebensmitteln vor und kann sich sicher sein, die Produktions- und Lieferwege im Auge zu behalten. Der Zwischenhandel wird ausgeschaltet und der persönliche ökologische Fußabdruck minimiert sich dadurch beträchtlich. Mehr als 1.300 Adoptionen aus Österreich wurden bisher mit den Orangenplantagen abgeschlossen, 310 davon aus Wien. 29.000 Kilogramm Zitrusfrüchte haben so ihren Weg in die Haushalte gefunden.

Faire Zitronen und Marillen

Das Konzept, den Konsumenten mit dem Landwirt zu verbinden, ist voll aufgegangen: Der Farmer kann seine Ernte besser planen, erhält einen fairen Preis und der Endverbraucher weiß, woher seine Ware kommt und wie sie angebaut wird.

Übrigens: Aufgrund der breit gefächerten Anzahl an Agrarbetrieben bei „CrowdFarming” kann man aus einer großen Palette an Produkten wählen: Das Angebot reicht von Zitronen über Marillen und Aloe-vera-Blätter bis hin zu Mandeln und Ziegenkäse.

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