Verwirrung in Wiener Bädern
Die Seniorenjahreskarte, die es eigentlich nie gab?

Die Verwirrung ist groß: Gab es in den Wiener Bädern Seniorenermäßigungen für Jahreskarten oder nicht?
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Wurden in den Wiener Bädern in der Vergangenheit ermäßigte Seniorenkarten verkauft, die es eigentlich nie gab?

WIEN. Frau Magdalena S. ist Jahrgang 1956. Sie ist eine leidenschaftliche Schwimmerin und besucht seit einigen Jahren regelmäßig die Wiener Bäder, um dort ihre Bahnen zu ziehen. Aus diesem Grund ist Frau S. auch Besitzerin einer Jahreskarte beziehungsweise 12-Monatskarte der Wiener Bäder. Diese hat sie im Jahr 2019 zum ermäßigten Preis von 165,60 Euro gekauft. Damals im Ottakinger Bad. "Die ermäßigte Jahreskarte hat man mir damals an der Kasse aktiv angeboten", sagt sie.

Im Jahr 2020 will Frau S. wieder regelmäßig ins Schwimmbad gehen. Also wollte sie vor wenigen Tagen an der Kassa des Ottakringer Bades ihre ermäßigte Jahreskarte für Senioren verlängern. Doch aus diesem Versuch ging Frau S. mit dem Gefühl hinaus, "als verrückt abgestempelt zu werden" - und ohne Jahreskarte.

Die Mitarbeiterin der Wiener Bäder, die an diesem Tag an der Kasse des Bades Dienst hatte, ließ Frau S. nämlich wissen, dass es gar keine ermäßigten Jahreskarten für Senioren gebe und - noch mehr - dass es diese auch nie gegeben habe. Frau S., im Besitz einer solchen ermäßigten Jahreskarte, hielt das anfangs für ein Missverständnis und wies bei dieser Gelgenheit auch auf die entsprechenden Preistabellen auf der Homepage der Wiener Bäder hin.

Eine Ermäßigung, die es eigentlich nicht gibt?

Und tatsächlich: Klickt man auf die Seite der Wiener Bäder findet man im Menü bei den Eintrittspreisen den Punkt "Monatskarten, Jahreskarten und All-Inclusive-Cards". Folgt man dann den Links, kommt man zu einer Liste mit den Preisen. (Die mittlerweile, nach der Nachfrage der bz, durch das Wort "Einzeleintritte" ergänzt wurde)

Screenshot www.wien.gv.at/freizeit/baeder/ vom 14. Jänner 2020, 11.50 Uhr. Die Homepage der Wiener Bäder ließ keine Zweifel offen: Senioren haben Anspruch auf ermäßigte Jahreskarten. Doch angeblich gab es diese Ermäßigung nie.
  • Screenshot www.wien.gv.at/freizeit/baeder/ vom 14. Jänner 2020, 11.50 Uhr. Die Homepage der Wiener Bäder ließ keine Zweifel offen: Senioren haben Anspruch auf ermäßigte Jahreskarten. Doch angeblich gab es diese Ermäßigung nie.
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Hier ist angegeben, dass der ermäßigte Eintritt für Erwachsene 165,50 Euro pro Jahr (12 Monate) beträgt. Dann kann man sich die Voraussetzungen für die Ermäßigungen ansehen, wenn man auf das Feld "ermäßigt" klickt. Hier steht: "Ermäßigungen aufgrund des Alters erhalten Seniorinnen und Senioren." Auch hier führt unter dem Punkt "Seniorinnen und Senioren" ein Link weiter. Und hier steht: "Seniorinnen und Senioren; Voraussetzung und Nachweis: Jahrgang 1957 und darunter, Lichtbildausweis mit Geburtsdatum." Ermäßigt sind demnach das Hallenbad und Kombibad, die Sauna und das Freibad. Soweit, so klar.

Screenshot www.wien.gv.at/freizeit/baeder/ vom 14. Jänner 2020, 11.50 Uhr. Die Homepage der Wiener Bäder ließ keine Zweifel offen: Senioren haben Anspruch auf ermäßigte Jahreskarten. Doch angeblich gab es diese Ermäßigung nie.
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Doch Frau S. musste erfahren, dass es nie eine dementsprechende Ermäßigung für Senioren gegeben habe, sie demnach keine ermäßigte Jahreskarte besitzen könne und dass sie das falsch auf der Hompage gelesen hätte. "Die Behauptung, es habe die Ermäßigung nie gegeben, jemandem gegenüber zu äußern, der eine Jahreskarte mit Ermäßigung aus dem Vorjahr besitzt, lässt einen fassungslos zurück", ärgert sich Frau S. "Wenn die Ermäßigung für Senioren seit heuer gestrichen wurde, warum wird das nicht angeführt und soll das dann besonders klug in einem Wahljahr sein?" An diesem Tag ging Frau S. jedenfalls mit einem Tagesticket ins Bad.

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Und doch ist sie sich sicher, dass sie diese Karte regulär gekauft hat. "Man hat mir im Bad auch gesagt, dass es schon mit mehreren Kunden diese Diskussion gab und offensichtlich viele nicht lesen können." Außerdem habe sie selbst mit einigen anderen Senioren Kontakt, die, so wie sie, eine ermäßigte Jahreskarte besitzen würden. "Auch Gespräche über die ermäßigte Seniorenkarte habe ich mitgehört. Es geht mir aber gar nicht um das Geld. Nur die Art und Weise, wie mit mir gesprochen wurde, das ist nicht ok", so Frau S.

Wiener Bäder: "Eine Nachzahlung ist nicht zu befürchten"

In der MA 44, zuständig für die Wiener Bäder, erklärt man das Problem so: An der Kasse des Bades wurde etwas verkauft, das es nicht gibt. "Grundsätzlich gab es diese Ermäßigung nie. Das war ein Fehler, der ja nicht zum Nachteil, sondern zum Vorteil der Kundin war", so der Pressesprecher der Wiener Bäder, Martin Kotinsky . Und weiter: "Die Behauptung, die Stadt Wien würde Ermäßigungen heimlich abschaffen und auch noch abstreiten, muss mit äußerstem Befremden zur Kenntnis genommen werden. Die ermäßigte Jahreskarte wurde irrtümlich ausgestellt, dies berechtigt jedoch nicht zum Erhalt weiterer ermäßigter Jahreskarten. Die Beschwerdeführerin wurde diesbezüglich mehrmals informiert."

Auf der Homepage sei das missverständlich dargestellt. Denn hier müsste unter den Voraussetzungen - wir erinnern uns, dort wo das Hallenbad und Kombibad, die Sauna und das Freibad angeführt sind - auch die Monatskarte stehen. Denn eine Jahreskarte gäbe es grundsätzlich nicht. Auch, wenn zu allen Details der Ermäßigungen der Link "Monatskarten, Jahreskarten und All-Inclusive-Cards" führt.

Sollte es mehrere Personen geben, die im Besitz einer ermäßigten Monatskarte ohne der entsprechenden Anspruchsvoraussetzung seien, könnten sich diese zur Überprüfung gerne an die MA 44 wenden, heißt es vonseiten der Wiener Bäder weiter. "Eine Nachzahlung ist nicht zu befürchten."

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