#MeToo
Katharina Mückstein thematisiert Übergriffe in Wiener Filmbranche

Katharina Mückstein (links) will die Kultur des Schweigens in der Wiener Filmbranche durchbrechen.
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  • Katharina Mückstein (links) will die Kultur des Schweigens in der Wiener Filmbranche durchbrechen.
  • Foto: Gabriela Stockmann
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Dutzende Schauspielerinnen und Schauspieler berichten aktuell in den sozialen Medien von ihren Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt und Übergriffen in der Wiener Filmbranche. Initiiert wurde dies von der Regisseurin Katharina Mückstein, die als erste ihre Geschichten auf Instagram teilte – und nun auch die von anderen teilt. 

WIEN. In den Sozialen Medien Wiens kommt der Hashtag #metoo wieder auf. Diesmal geht es um die Filmbranche der Stadt. Die Diskussion hat die Regisseurin Katharina Mückstein in ihrer Instagram-Story auf ihrem Account @katharina_karli_pincopallina am Sonntag, 19. Juni durch das Schildern ihrer eigenen Erfahrungen angestoßen. Den Namen dieses Täters will sie aus rechtlichen Gründen nicht nennen.

Die Regisseurin hat sie auf ihrem Instagram-Konto gesammelt und anonym veröffentlicht.
  • Die Regisseurin hat sie auf ihrem Instagram-Konto gesammelt und anonym veröffentlicht.
  • Foto: Screenshot von Salme Taha Ali Mohamed
  • hochgeladen von Salme Taha Ali Mohamed

Was sie jedoch in den darauffolgenden Slides erzählt, sind unzählige Erfahrungen von Sexismus und sexuellen Übergriffen, die sie während ihrer Karriere in der Wiener Filmbranche erleiden musste. "In Österreich hat #metoo nicht einmal begonnen", führt die Regisseurin fort.

Unangebrachte Kommentare

"Erster Filmjob mit 19: Beleuchter bringt mich jeden Tag zum (heimlichen) Weinen durch Beleidigung meines Körpers und sagt mir am Ende, dass er mich ficken will" oder "Kameraassistent merkt sich meinen Namen nicht und nennt mich immer Kleines" lauten einige der Erfahrungen, die sie hier schildert.

Viele Schauspielerinnen und Schauspieler antworteten auf Mücksteins Nachricht.
  • Viele Schauspielerinnen und Schauspieler antworteten auf Mücksteins Nachricht.
  • Foto: Screenshot von Salme Taha Ali Mohamed
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Im Anschluss schreibt sie, dass ihr Kolleginnen und Kollegen gerne auch ihre eigenen Erfahrungen schicken können, die sie dann anonymisierten veröffentlicht. Was folgt ist eine Flut an Erlebnisberichten, die die Regisseurin mittlerweile in einem permanenten Highlight auf ihrem Instagram-Konto gesammelt hat. 

Filmschaffende erzählen

So schreibt eine Person: "Der Chef der Produktionsfirma, bei der ich früher gearbeitet habe, hat jedes Mal, wenn neue Mitarbeiterinnen eingestellt wurden, Bikini-Fotos auf ihrem Instagramprofilen herausgesucht und dem gesamten Büro gezeigt. Nur eine der vielen, vielen schrecklichen Anekdoten aus dieser Zeit". 

Wie Mückstein berichtet seien die Täter oft bekannt, werden aber nicht bestraft.
  • Wie Mückstein berichtet seien die Täter oft bekannt, werden aber nicht bestraft.
  • Foto: Screenshot von Salme Taha Ali Mohamed
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In einer anderen Story heißt es wiederum: "Als ich auf der Schauspielschule war (19), ist mit der damalige Intendant des Theaters auf einer Premierefeier auf die Toilette gefolgt, hat sich vor die Tür gestellt und gesagt: Ich beobachte dich schon den ganzen Abend, du hast so einen geilen Arsch, ich leite hier das Haus und würde dir gerne mein Büro zeigen." Ich hab abgelehnt."

Täter oft bekannt

Laut Mückstein seien die Täter oft bekannt, erhalten jedoch trotz ihrer Taten statt Konsequenzen Preise, Ehrungen und Jobs. Dadurch, dass sie die ganzen Erfahrungsberichte öffentlich macht, hofft sie, die sogenannte "Schweigekultur" in der Branche durchbrechen und dadurch etwas an diesem System ändern zu können. 

Mit der Plattform #we_do! gibt es seit 2019 auch eine eigene Anlauf- und Beratungsstelle, an die sich Filmschaffende niederschwellig und anonym wenden können, wenn sie Opfer von sexualisierter Gewalt oder Sexismus geworden sind. Infos: https://we-do.filmschaffende.at

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