Jeder Zweite verdient zu wenig
300.000 Österreicher können von Arbeit nicht leben

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Österreich - oder sollte man besser sagen: 'Öster-arm'? Denn laut einer aktuellen AK-Studie können im reichen Land Österreich schon 300.000 Menschen von ihrer Arbeit nicht leben. Beinahe die Hälfte (!) aller Beschäftigten kommen nur ganz knapp finanziell mit ihrem Lohn um die Runden. Grund dafür sind zu geringe Löhne,  aber auch zunehmend atypische Dienstverträge.

"Die Hälfte aller Beschäftigten hat Probleme vom Lohn zu leben, sieben Prozent, das sind immerhin 300.000 Arbeitnehmer, kommen mit ihrem Gehalt gar nicht mehr aus!", so AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer anlässlich der Präsentation des aktuellen Österreichischen Arbeitsklima Index der AK Oberösterreich. Alarmierende Zahlen, die auch darauf zurückzuführen sind, dass Teilzeit und Leiharbeit boomen und es heutzutage für Dienstnehmer beinahe 'normal' ist, in Beschäftigungsverhältnisse zu gehen, auch wenn sie davon nicht leben können. 

Frauen doppelt so häufig betroffen

Laut Studie sind davon Frauen doppelt so häufig betroffen wie Männer, ebenso jüngere Arbeitnehmer unter 25 Jahren sowie Menschen mit maximal Pflichtschulabschluss."Bedauerlich ist auch, dass Personen, die in den vergangenen 12 Monaten arbeitslos waren und dann in einen Job zurückkehren, von diesem garnicht leben können, den Job aber trotzdem annehmen", so der AK-Präsident: "Das zeigt sehr deutlich die verzweifelte Lage am Arbeitsmarkt wieder!"

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18 Prozent aller Wiener können vom Job nicht leben

Die Problematik "Working Poor", sprich Jobs, von denen der Beschäftigte nicht leben kann, ist ein weltweites Phänomen. Auch Österreich ist davon zunehmend betroffen. Aufgeteilt auf die Bundesländer zeigt sich wie folgt: In Wien kommen 18 Prozent nicht mit dem Lohn oder Gehalt aus. Wien liegt mit diesen Zahlen weit abgeschlagen vor allen anderen Bundesländern. Doch auch im restlichen Bundesgebiet kennt man das Problem: So etwa können in Salzburg 7,3 Prozent aller Beschäftigten nicht von ihrer Arbeit leben, in Kärnten 6,2 Prozent und in Vorarlberg 5,6 Prozent. Besser geht es dabei schon den Bundesländern Tirol, in dem immerhin "nur" 4,8 Prozent aller Beschäftigten mit ihrem Einkommen nicht das Auslangen finden, sowie Oberösterreich (5,7 Prozent) und die Steiermark (3,7 Prozent). Am besten ist die Lage im Burgenland: Dort sind es ganze 2 Prozent aller Beschäftigten, die von ihrem Job nicht leben können. 

Jeder Zweite ver­dient zu wenig: Fast 300.000 Menschen oder 7 Prozent der Beschäftigten in Österreich kommen mit ihrem Einkommen nicht aus.
  • Jeder Zweite ver­dient zu wenig: Fast 300.000 Menschen oder 7 Prozent der Beschäftigten in Österreich kommen mit ihrem Einkommen nicht aus.
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Arbeit schützt vor Ar­mut nicht

Besonders armutsgefährdet sind einfache Angestellte und Hilfsarbeiter sowie Teilzeitkräfte - insbesondere im Tourismus - und atypisch Beschäftigte, wie etwa Leiharbeiter sowie Personen in befristeten Arbeitsverhältnissen. Wer nun denkt, armutsgefährdet sind vor allem Menschen in geringfügiger Beschäftigung, der irrt: Denn 43 Prozent aller Beschäftigten, die nicht von ihrem Lohn oder Gehalt leben können, arbeiten mindestens 36 Wochenstunden  - also beinahe Vollzeit. "Das betrifft vor allem Frauen im Tourismus, im Handel und im Gesundheits- und Sozialwesen, wo die harte Arbeit samt hoher Arbeitsbelastungen nicht entsprechend entlohnt wird", so Daniel Schönherr vom SORA-Institut. "Dass die Beschäftigten das Gefühl gewinnen, dass ihre Arbeit nichts wert ist, halte ich für skandalös“, betont Johann Kalliauer und verweist auf die Entwicklung der Produktivität in den vergangenen 20 Jahren: Diese ist doppelt so stark gestiegen wie die von den Unternehmen bezahlten Arbeitskosten: "Die Früchte der Arbeit sind also ungleich verteilt."

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Autor:

Anna Richter-Trummer aus Wien

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