bz Schreibwettbewerb
Das sind Wiens beste Jung-Autoren

Laura Brugger, Clemens Rigo und Marie Czerwenka (v.l.) sind die Gewinner des bz-Schreibwettbewerbs.
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  • Laura Brugger, Clemens Rigo und Marie Czerwenka (v.l.) sind die Gewinner des bz-Schreibwettbewerbs.
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bz-Schreibwettbewerb: Bei Morawa auf der Wollzeile wurden die fantasievollsten Geschichten prämiert.

WIEN. Gemeinsam mit der Buchhandlung Morawa hat die bz zum großen Schreibwettbewerb aufgerufen. Die jungen Nachwuchsautoren sollten ihren Traum für Wien niederschreiben. Die vielen lustigen und fantasievollen Geschichten haben es der Jury nicht leicht gemacht, einen Sieger zu küren. Auf dem Siegerstockerl landete schließlich die spannende Abenteuergeschichte "Maxis Drachenfreund" von Clemens Rigo. "Meine Cousine hat mir erzählt, dass es den Schreibwettbewerb von der bz gibt", erzählt der Zehnjährige, "für den Entwurf meiner Geschichte habe ich dann fast einen ganzen Tag gebraucht. Als ich damit zufrieden war, habe ich ihn abgetippt und abgeschickt. Noch nie habe ich vorher an einem Wettbewerb teilgenommen – und jetzt gleich beim ersten Versuch den ersten Preis gewonnen!"

Der zweite Preis ging an die zehnjährige Laura Brugger, deren Mutter sie zum Mitmachen animiert hatte: "Da haben so viele Kinder so viele Geschichten geschrieben, dass ich wirklich nicht daran geglaubt habe, einen Preis zu gewinnen!", freut sich Laura, die übrigens genau wie Sieger Clemens in die Favoritner Neulandschule geht.

Den dritten Platz erreichte die erst neunjährige Marie Czerwenka. Mit strahlenden Augen erzählt sie, wie sie den Wettbewerb erlebt hat: "Meine Mama hat vorgeschlagen, dass ich beim bz-Schreibwettbewerb mitmachen könnte. Für meine Geschichte habe ich dann nur ungefähr eine Stunde gebraucht. Als sie fertig war, hatte ich schon ein ziemlich gutes Gefühl."

Die drei Schreibtalente erhielten je ein spannendes Buch von Morawa. Clemens bekam dazu einen 500-Euro-Kinderhotel-Gutschein. Laura erhielt einen 150-Euro-Gutschein für einen Familienpark. Maries Preis ist ein 100-Euro-Büchergutschein von Morawa.

Das ist Clemens' Siegerstory:

1. Platz:

Maxis Drachenfreund
Es ist Mittwoch. Vor fünf Wochen ist Maxi mit seinen Eltern umgezogen. Letzte Woche haben seine Eltern ein neues Haus in Wien bekommen. Es muss noch alles renoviert werden. Maxi ist traurig. Es ging alles so schnell. Außerdem ist er neu hier und hat noch keine Freunde. Der Junge ist neun Jahre alt und geht in die dritte Klasse. Morgen ist sein erster Schultag in seiner neuen Schule. Er hat Angst. Maxi geht am nächsten Tag allein zur Schule. In der Nacht hat er einen Albtraum, er wacht auf. Seine Katze Timmi kuschelt sich zu ihm. Gleich schläft Maxi wieder ein. Diesmal träumt er von einem Süßigkeitenbaum. Er ist voll mit Süßigkeiten wie Gummischlangen, Zuckerstangen und Lebkuchen, allem, was man sich vorstellen kann. Über ihm fliegt ein rotgrüner Drache. Im Gras wälzen sich Elfen und in einem See schwimmt ein riesiges Ungeheuer mit einem fünf Meter langen Hals. Wo ist er? „Aufstehen, Maxi! Schule!“ Maxi springt mit einem Ruck vom Bett. Er ist schon so aufgeregt. „Ich kenne keinen, ich will nicht!“ „Du wirst sicher schnell Freunde finden.“ Nach einer kurzen Verhandlung mit seinen Eltern geht er sich anziehen. Es ist Herbst, deswegen zieht Maxi sich ein Leiberl, einen Pulli und eine Jacke an. Als er beim alten Eichenbaum zwei Gassen weiter vorbeigeht, hört er aus dem Baum komische Geräusche, wie wenn von innen jemand anklopft. Als Maxi näherkommt, wird er müde, dann schläft er ein.

Clemens Rigos Geschichte ist mehrere Seiten lang.
  • Clemens Rigos Geschichte ist mehrere Seiten lang.
  • Foto: Markus Spitzauer
  • hochgeladen von Mathias Kautzky

Er findet sich neben einem Süßigkeitenbaum im Stadtpark wieder. Neben ihm steht ein Drache. „Hallo“ sagt dieser mit einer ganz sanften Stimme. „Ich heiße Nolan.“ „Mein Name ist Maxi. Ich bin neu in der Stadt und habe noch keine Freunde in der Schule“, sagt der Junge traurig. “Ich werde dich zur Schule begleiten“, sagt Nolan. Bevor Maxi fragen kann wie, schläft er ein. Er wacht vor dem Kastanienbaum seiner neuen Schule auf. Maxi sprintet in seine neue Klasse. Gerade noch pünktlich. Als er in die Klasse kommt spähen manche Kinder und tuscheln. Fast wäre er in Tränen ausgebrochen als neben Maxi plötzlich Nolan steht. Er wundert sich, dass keiner den Drachen sieht. Der Junge setzt sich an einen freien Tisch ganz hinten in der Ecke. Neben ihm ist noch ein Platz frei. Der Drache setzt sich neben Maxi. Jetzt ist Maxi richtig motiviert – in der Stunde von Herrn Hampel zeigt er fast immer auf. Beim Mittagessen sitzt er auch neben Nolan. Seine Mutter holt Maxi nur an Dienstagen ab – zum Glück ist heute Donnerstag, sonst würde der Drache nicht mitkommen können. Also geht er mit Nolan an der Seite nach Hause. „Dort oben ist mein Zimmer, ich mach dir dann das Fenster auf.“ Maxi geht ins Haus. „Wie war es? Hast du Freunde gefunden?“, fragen die Eltern. „ Ja habe ich.“ Das war auch nicht gelogen. Bevor Maxi Abendessen geht öffnet er Nolan das Fenster. Nach einer Dreiviertelstunde kommt Maxi mit zwei Würstchen in der Hand in sein Zimmer. Nolan bedankt sich. „Ich habe eine Frage, Nolan.“ „Welche?“ „Warum sehen dich die anderen nicht und ich schon?“ „Ich kann das selber entscheiden, entweder ich will gesehen werden oder ich will nicht. Du warst so traurig und hast noch keine Freunde, darum habe ich entschieden dass du mich sehen kannst.“

In dieser Nacht schläft der Drache bei Maxi im Bett und der Junge schläft gut. Am Freitag kommt Nolan wieder mit in die Schule. Aber als Maxi in die Klasse kommt, sitzt ein anderer Junge auf seinem Tisch. Maxi setzte sich neben ihn, der Drache muss stehen „Hallo, wie heißt du?“ fragt Maxi. „Ich heiße Emil und ich habe keine Freunde.“ „Ich habe auch noch keine Freunde.“ Im Unterricht verstehen sich beide sehr gut miteinander. Emil hat keine Jause mit und Maxi gibt ihm die Hälfte von seinem Brot. Beim Mittagessen sitzen sie auch nebeneinander. Am Nachhauseweg gehen sie ein kurzes Stück miteinander. Maxi ist sehr froh – er hat jetzt zwei gute Freunde gefunden. Ab jetzt helfen sie einander immer. An einem Abend sagte Nolan zu Maxi: „ Ich muss jetzt gehen, meine Eltern vermissen mich sicher schon.“ Die Verabschiedung dauerte lange und die eine oder andere Träne fließt. Dann fliegt der Drache weg. Maxi ist glücklich denn er hat ja jetzt Emil. Seine Mutter merkt auch dass er fröhlicher geworden ist. Er findet immer mehr Freunde, aber sein bester Freund ist noch immer mit. Vier Wochen nachdem er umgezogen war, übernachtet Emil bei Maxi. Nach einem halben Jahr ist das Haus fertig renoviert. Auch wenn Nolan nicht mehr da ist, ist Maxi glücklich, denn er hat jetzt richtige Freunde.
von Clemens Rigo (10 Jahre alt)

2. Platz:

Drachengeschichte

Die Zeichnung, mit der Laura Brugger ihre Geschichte illustriert hat.
  • Die Zeichnung, mit der Laura Brugger ihre Geschichte illustriert hat.
  • Foto: Laura Brugger
  • hochgeladen von Nicole Gretz-Blanckenstein


Es war schon sehr spät und ich wurde langsam müde. Ich ging erschöpft zu meinem Bett und ließ mich in mein Bettchen fallen. Nach ein paar Minuten schlief ich ein, weil ich so müde war. Ich hatte einen wunderschönen Traum. In diesem Traum ging es darum, dass ein Drache namens Fridolin sehr gerne orangene Früchte von einem bestimmten Baum isst. Diese Früchte heißen Fruttilinis. Der Drache aß sehr viele davon – allerdings war das Drachenland nur sehr klein. Da er so viele Fruttilinis aß, gab es bald keine mehr davon im Drachenland. Frische Früchte konnten erst wieder im Spätsommer des nächsten Jahres nachwachsen. Aber es war erst November und Drachen halten Winterschlaf. Er musste bereits beginnen, Früchte für den Winter zu sammeln. Da es keine gab, ging er zum weisen Drachen Grünschnabel der immer eine Antwort auf jede Frage hatte. Als Fridolin dort war, fragte er, wie er den Winter überstehen sollte, da es keine Fruttilinis gab. Grünschnabel empfahl Fridolin, dass er auf den höchsten Berg des Drachenlandes fliegen sollte. Dort würde er einen Fruttilinibaum finden, bei dem immer, wenn man eine Frucht pflückte, sofort eine neue Frucht nach wuchs –  egal zu welcher Jahreszeit. Grünschnabel hatte eine Karte zum Fruttilinibaum, die nur sehr wenige hatten.

Fridolin war begeistert vom Baum und flog auch gleich am nächsten Tag los. Es dauerte sehr lange, aber nach einem Tag kam er am Gipfel an. Auf der Karte stand ein Zauberspruch, den man sagen musste, damit der Fruttilinibaum vor einem erschien. „Wipfel am Gipfel, zeige mir den Fruttilinibaum vor meiner Nase hier“. Nach wenigen Sekunden erschien ein Fruttilinibaum mit prächtiger Baumkrone. Die Krone war mit Fruttilinis gefüllt, die so groß waren, wie zwei Drachentatzen. Fridolin staunte und ging langsam zum Fruttilinibaum. Dann pflückte er sich eine Frucht. Er hielt sie in der Tatze und biss einmal ab. Das war die beste Fruttilinifrucht, die er je gegessen hatte. Der Saft spritze einen Meter weit. Er pflückte seinen Vorrat für den Winterschlaf und flog nach Hause. Dabei brachte er Grünschnabel eine Frucht, die er extra für ihn aufgehoben hatte und bedankte sich noch einmal für die Hilfe und die Karte.

Laura Brugger hat ihre Geschichte sogar mit einer Zeichnung illustriert.
  • Laura Brugger hat ihre Geschichte sogar mit einer Zeichnung illustriert.
  • Foto: Markus Spitzauer
  • hochgeladen von Mathias Kautzky

Als Fridolin dann vor seiner Höhle ein Loch grub, warf er einen Kern von der Fruttilinifrucht hinein und im Frühling, nach dem Winterschlaf, hatte er einen genauso prächtigen Fruttilinibaum wie auf dem Berg. Er lud die anderen Drachen zu einem Fruttilinifest ein, bei dem sich jeder Drache so viele Früchte vom Baum pflücken konnte wie er brauchte. Der Vorteil war, er musste nie wieder Wintervorräte sammeln sondern hatte sie direkt vor der Höhle.

Als ich aufwachte, schaute ich mich um und war zunächst noch ganz verwirrt. Dann aber wusste ich, dass ich geträumt hatte. Ich konnte mir allerdings nicht die Drachenschuppe erklären, die ich in meiner Handtasche neben dem Bett fand.
von Laura Brugger (10 Jahre alt)

3. Platz:

Mein Traum für Wien
Als ich eines Nachts aufwachte, erzählte ich meiner Mama von meinem Traum. Es ging um meine Heimat Wien. Wien ist eine sehr schöne Stadt, aber in meinem Traum war sie noch viel bunter und fröhlicher. Auf den Bäumen hingen je nach Jahreszeit unterschiedliche Süßigkeiten. Im Frühling wuchsen Schlecker auf den Bäumen, im Sommer waren es verschiedene Eissorten, im Herbst Baumkuchen mit Zimtzucker und im Winter konnte man Schokolade von den Bäumen ernten. Jeder und Jede durfte sich an den Köstlichkeiten bedienen.

Marie Czerwenka beim Vorlesen ihrer spannenden Geschichte.
  • Marie Czerwenka beim Vorlesen ihrer spannenden Geschichte.
  • Foto: Markus Spitzauer
  • hochgeladen von Mathias Kautzky

Alle Menschen in der Stadt waren freundlich zueinander und anstelle von Hunden hatten sie kleine süße Drachen, denen, wenn sie böse waren, Rauch aus den Ohren kam. An jeder Hausecke gab es kleine Schokoladenbrunnen an denen sich die kleinen Drachen stärken konnten. In der Straßenbahn durfte man sich gratis so viel Himbeersaft zu trinken nehmen, wie man wollte. In der Schule fand der Unterricht im Sommer meistens im Park statt, man saß auf Picknickdecken und schrieb auf dem Notebook die Übungen mit. Im Winter gab es in der Schule heißen Tee und frische Kekse. Einmal in der Woche durfte man auch die kleinen Drachen mit zur Schule nehmen, dann lernte man kleine Tricks mit ihnen.  Leider war es nur ein Traum, ich hätte sehr gerne einen kleinen Drachen als Haustier und fände es toll, wenn ich mir beim Spazierengehen Süßigkeiten von den Bäumen stehlen könnte. Aber auch so finde ich unsere Stadt sehr schön.
von Marie Czerwenka (9 Jahre alt)

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