Sozialpolitik in Wien
"Die Neuen" fordern Teilhabe von Migranten

"Die Neuen": Judith Kohlenberger und Dino Schosche wollen Integration und Teilhabe von Migranten in Österreich fordern und fördern.
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  • hochgeladen von Mathias Kautzky

Die 700 "Neuen Österreichischen Organisationen" wollen Integration und Teilhabe von Migranten in der Gesellschaft fordern und fördern.

WIEN. Der Ort der Pressekonferenz war gut gewählt: Die Brücke des Café Leopold verbindet die altehrwürdige Kunsthalle mit dem vergleichsweise neuen Leopold-Museum. "Österreich ist ein Einwanderungsland und eine offene Gesellschaft. Wir wollen als konstruktive Kraft die Zusammenarbeit und Vernetzung mit Migranten fördern", erklärte "Neue Österreichische Organisationen"-Vorstandsvorsitzender Dino Schosche zu Beginn.

Dazu hat das bundesweite Netzwerk "Neue Österreichische Organisationen" (kurz: "Die Neuen") acht Unterorganisationen: Gemeinsam will man Integration und gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen mit Migrationshintergrund erreichen. "Integration wird in der österreichischen Politik gern in Monologform behandelt: Man spricht über Migranten, aber nicht mit Migranten", so Schosche.

"Migranten sind keine Gäste"

Dass sich Migranten vielfach noch im "Gastarbeitermodus" befänden, aber "keine Gäste in diesem Land" seien, merkte Schosche noch an, bevor er kurz die teils gewalttätigen Ausschreitungen bei Demonstrationen im Bezirk Favoriten in den letzten Tagen erwähnte. "Das zeigt klar, dass eine neue Kraft benötigt wird, die so etwas nicht für parteipolitische Zwecke ausnutzt, sondern mit allen Seiten gleich in Dialog tritt, um zu vermitteln."

Langfristiges Ziel der "Neuen Österreichischen Organisationen" sei es, gesellschaftliche Teilhabe von Migranten zu fördern, "damit wir uns in den nächsten Jahren alle mehr um unsere gemeinsame Zukunft und weniger um die Auslandspolitik kümmern." Als politisch unabhängige Kraft seien "Die Neuen" ein Netzwerk von Menschen, die sich ohne politischen Hintergrund für das Gemeinwohl einsetzen und in konstruktivem Dialog mit Politik und Verwaltung, aber auch mit Migrantenorganisationen die Zusammenarbeit und Vernetzung fördern.

"Uns geht es nicht um links, Mitte oder rechts, und nicht nur um die knapp zwei Millionen Mitbürger mit internationaler Geschichte. Es geht uns um alle 8,8 Millionen Menschen in diesem Land, weil unsere Themen auch alle Menschen betreffen", so Schosche. "Uns verbindet etwas wirklich wichtiges – nämlich die Zukunft. Und diese gelingt am besten gemeinsam."

Mit an Bord: Expertin für Sozialpolitik

Judith Kohlenberger arbeitet am Universitätsinstitut für Sozialpolitik und gehört nicht nur zum Netzwerk der "Neuen", sondern ist auch Vertreterin des Expertenrats "M.I.T.". Als solche arbeitet sie derzeit gemeinsam mit 33 weiteren Ratsmitgliedern am Integrationsplan 2021. "Integration ist keine einseitige Leistung, die Migranten alleine zu erbringen haben. Integration, Teilhabe und ein gelungenes Miteinander gehen uns alle an, egal ob unsere eigene Migrationsgeschichte schon länger zurückliegt oder uns erst vor kurzem nach Österreich geführt hat", so Kohlenberger. "Darum unterstütze ich die Gründung der 'Neuen Österreichischen Organisationen'."

Die Vorhaben der "Neuen"

Zum Netzwerk der "Neuen" gehören rund 700 Organisationen, mit denen man in Zukunft gemeinsame Kampagnen und Veranstaltungen planen will. Bisher haben "Die Neuen" etwa den Integrationskongress 2019 mitorganisiert. "Im Dezember wird voraussichtlich der Integrationsgipfel stattfinden. Dort werden wir den politischen Rat vorstellen, der aus Vertretern aller politischer Parteien besteht, die für Migration zuständig sind", kündigt Schosche an. "Diese werden sich dann auf die Suche nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner machen, den wir dann der Öffentlichkeit präsentieren werden."

Auch bei der Wien-Wahl im Oktober wollen "Die Neuen" präsent sein: "Wir werden eine aktive Rolle spielen und mehrere Diskussionsrunden veranstalten, damit sich die Wiener Parteien zu unseren Themen positionieren und mit Migranten in offenen Dialog treten können", so Schosche. "Wir werden auch die Wahllisten analysieren, ob sie die Vielfalt der Wiener Bevölkerung widerspiegeln. Und den Wahlgewinnern werden wir dann im Oktober ein paar Aufgaben und Lösungsvorschläge mit auf den Weg geben."

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