Initiative für besseren Geruch in den Öffis: Schild ruft zur Deo-Benützung auf

Wer baden kann, hats gut - wer U-Bahn-Fahren muss, schwitzt mehr.
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  • Wer baden kann, hats gut - wer U-Bahn-Fahren muss, schwitzt mehr.
  • Foto: Manfred Helmer
  • hochgeladen von Christine Bazalka

WIEN. Bei Hitze werden die Öffis zum Schauplatz unsäglicher Dramen: Es ist zu heiß, es pickt und die anderen Leute sind zu nahe. Ein - nicht echtes - Schild in der Station Pilgramgasse befasst sich mit dieser Ausnahmesituation.

"Nimm Wasser mit!" heißt es da im Befehlston und in der Schriftart der Wiener Linien, bevor darauf verwiesen wird, dass die Öffis bei Hitze eben "anders" riechen. Um die Geruchskulisse ein wenig zu verfeinern, haben die Schildautoren auch noch einen Tipp: "Ein Deodorant wäre nicht schlecht."

Aber: So treffend die Tipps auch sein mögen, sie stammen nicht von den Wiener Linien. Wer sie verfasst hat, ist unbekannt - bekannt ist hingegen die Vorlage, die herangezogen wurde: Sie stammt aus London, wo ein real existierendes Hitzewarnschild der Tube ebenfalls von Unbekannten verändert wurde. "Please carry water with you at alle times", werden die Londonerinnen und Londoner da gebeten - auch Großbritannien hat ja derzeit mit unüblicher Hitze zu kämpfen. "Please wear deodorant, you might not be able to smell yourself but the rest of us can and you smell dreadful" wurde darunter kopiert.

Das Wiener Schild wurde bereits entfernt, und weitere Kopien sind bis jetzt nicht aufgetaucht. "Wenn es in Wien heiß ist, geht das auch an uns nicht spurlos vorüber", sagt ein Wiener-Linien-Sprecher dazu und auch in Hinblick auf die zahlreichen Beschwerden, die wegen zu heißer Öffis jeden Tag auf das Unternehmn einprasseln. Er verweist darauf, dass nur noch Fahrzeuge mit Klimaanlagen gekauft werden, der Klimatisierungsgrad also stetig ansteigt. "Grundsätzlich sind wir aber vielleicht nicht die richtige Anlaufstelle, wenn man sich über das Wetter beschweren will."

Auch die Wiener Linien sorgen sich übrigens um das Wohlergehen ihrer Fahrgäste: Am Dienstag haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tausende Wasserflaschen an Verkehrsknotenpunkten verteilt. Sie empfehlen, leichte Kleidung zu tragen und stets ausreichend Wasser mitzunehmen. Bei der Frage, ob die Fahrgäste Deo tragen sollen oder nicht, hält sich der Unternehmenssprecher allerdings nobel zurück. Grundsätzlich steige die Anzahl der Kreislaufkollapse in Hitzeperioden aber nicht merklich: "In den U-Bahn-Stationen ist es ja oft kühler als draußen, diese Probleme haben wir eher nicht."

Klimaanlage in den Öffis: Busse sind kühl, Straßenbahnen eher nicht

Der Klimatisierungsgrad in den Öffis variiert je nach Verkehrsmittel. Bei Straßenbahnen liegt er erst bei rund einem Drittel. Dafür sind 100 Prozent der Busse bereits klimatisiert, bei den U-Bahnen sind es 48 Prozent. Wichtigstes Erkennungszeichen der Straßenbahnen und U-Bahn-Züge mit Klimaanlage: Wenn sie über durchgehend gelbe Haltestangen verfügen, sind sie neu und klimatisiert. Vor Klimaschocks wie in den USA muss man sich allerdings nicht fürchten: Die Geräte kühlen auf fünf Grad unter der Außentemperatur, um gesundheitliche Schäden der Fahrgäste zu vermeiden. Mehr Infos zu Sommer, Hitze und Öffis gibt es am Unternehmensblog der Wiener Linien.

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