Klare Sache für Wien: Zu Besuch in der Hauptkläranlage

Karl Wögerer (ebs) an den neuen Zwischenklärbecken: Von hier aus fließt das Wasser weiter zur zweiten biologischen Reinigungsstufe.
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WIEN. Wer denkt schon beim Auslassen des Badewassers oder beim Betätigen der Klospülung daran, was danach passiert. Und wie sehr Abwässer – in Wien immerhin täglich bis zu 500.000 Kubikmeter – die Umwelt belasten würden. Gäbe es da nicht die ebs Hauptkläranlage Wien in Simmering.

Hier durchströmt das Abwasser in 20 Stunden eine mechanische und zwei biologische Reinigungsstufen: Zuerst wird das Abwasser von mineralischen Grobstoffen wie Schotter und Kies befreit. Das erste Hindernis vom Kanal in die Reinigung ist ein Niveauunterschied von fünf Metern, den das Abwasser "hinaufklettern" muss. Das erledigen fünf riesige archimedische Schrauben, die das Wasser hinauf transportieren.

Die Natur als Vorbild

In einer zweistufigen Rechenanlage werden Schwimm- und Schwebstoffe entsorgt. Im nachfolgenden Sandfang setzen sich feinere Feststoffe, Sand und Asche ab. Die letzte Stufe der mechanischen Reinigung erfolgt in den Vorklärbecken. Danach sind bis zu 30 Prozent der Schmutzstoffe entfernt. "Die Hauptkläranlage reinigt nach dem Vorbild der Natur, wie sich fließende Gewässer selber reinigen", so Karl Wögerer von der ebs.

Nach der mechanischen Reinigung folgt die biologische. In Belebungsbecken bauen Mikroorganismen – der „Belebtschlamm“ – #+die gelösten organischen Verunreinigungen ab. In Zwischenklärbecken setzen sich die Mikroorganismen mit dem Schmutz als Schlamm ab und das Abwasser läuft über Zahnschwellen zur zweiten biologischen Reinigungsstufe: 15 Becken mit 48.000 feinblasigen Membranlüftern. "Nach der Entgasung gelangt das Abwasser in 15 runde Nachklärbecken, jedes mit einem Durchmesser von 64 Metern", so Wögerer. Nach Passieren einer weiteren Kontrolle gelangt das gereinigte Wasser in den Donaukanal. Was als "Abfall" überbleibt, ist Klärschlamm, der eingedickt und unterirdisch in das Werk Simmeringer Haide der Wien Energie gepumpt wird. Nach Entwässerung wird der Schlamm dort bei 850 °C verbrannt. Ab 2020 wird aber auch dieser Abfall von der ebs genutzt: "Die Biomasse werden wir dann zur Öko-Stromerzeugung nutzen", so Wögerer.

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