Kommentar: "Mama, ich will raus!"

Alina Rheindorf, Autorin, Journalistin & zweifache Mama
  • Alina Rheindorf, Autorin, Journalistin & zweifache Mama
  • hochgeladen von Christine Bazalka

WIEN. „Mama, ich will raus“, schreit der Jüngere und drückt sein plattgepresstes Näschen gegen die Fensterscheibe. Ihm ist egal, dass es draußen in Strömen regnet. Dass er kniehoch im Gatsch stehen würde, selbstverständlich auch. Ganz im Gegenteil. Für einen Dreijährigen ist nichts verlockender als die Mutation Mensch-
Gatschmonster.

Sein geäußerter Wunsch deckt sich nur leider so gar nicht mit meinen Vorstellungen von Freizeitgestaltung bei sintflutartigen Wolkenbrüchen. Zwar kennt er die Schmutzwäscheberge, die sich bei uns türmen – sie bedeuten aber für ihn nicht anstehende Arbeit, sondern Wühlhaufen und Kuschelhügel, unter denen man sich ausgezeichnet verstecken kann. Und es ist auch nicht er gewesen, dem die Kinnlade heruntergefallen ist, als die Ärztin uns mitgeteilt hat, dass bis zu zwölf Infekte pro Jahr bei Kindern völlig im Normalbereich liegen.

NORMALBEREICH? Leider ist bei zwölf Infekten pro Jahr (die sich nicht nur rein theoretisch auch als ein einziger Infekt tarnen können, der halt über zwölf Wochen andauert) gar nichts mehr normal in einer Durchschnittsfamilie. Schließlich hat man höchstens zwei Wochen Pflegeurlaub im Jahr.

Da weiß sogar ich mit meinen lausigen Mathematikkenntnissen, dass sich das nicht ausgehen kann.

Und jetzt komme ich zum Punkt: Egal, wie gatschig es draußen ist, egal, wie stark es regnet: Für Kinder gibt es kein schlechtes Wetter. Hurra, die Schnupfensaison ist wieder da!

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