Träum dein Wien
Mehr Quartiere für Obdachlose

Yildirim Koc (r.) träumt von mehr Quartieren für Obdachlose, Klaus Schwertner von der Caritas ist der Traumpate.
  • Yildirim Koc (r.) träumt von mehr Quartieren für Obdachlose, Klaus Schwertner von der Caritas ist der Traumpate.
  • Foto: Markus Spitzauer
  • hochgeladen von Nicole Gretz-Blanckenstein

Mehr als 1.000 Träume wurden für „Träum dein Wien“ eingesendet. Zehn sollen nun umgesetzt werden.

WIEN. Was kann, wird und soll sich in Wien ändern? Das wollte die bz-Initiative „Träum dein Wien“ von den Wienern wissen.

Yildirim Koc träumt zum Beispiel davon, dass es mehr Quartiere für Obdachlose gibt. Warum? „Als ich mit meiner Klasse einmal die Obdachlosen-Unterkunft Gruft der Wiener Caritas besucht habe, hat mir dort ein Mann erzählt, wie er obdachlos geworden ist“, erinnert sich der 21-Jährige, der in der Donaustadt in die Berufsschule geht. „Der Mann hatte früher ein ganz normales Leben mit einer Wohnung, einer Familie und einem guten Job. Nach seiner Scheidung musste er jedoch ausziehen und konnte sich keine neue Wohnung leisten – so ist er obdachlos geworden.“ Koc weiß seitdem, dass es schnell gehen kann, obdachlos zu werden, und dass es jeden treffen kann. Er glaubt aber fest daran, dass es in Wien mehr Quartiere für Obdachlose geben könnte: „In Wien sollte kein Mensch auf der Straße schlafen müssen – das ist machbar!“, ist er überzeugt.

Als Traumpaten konnte die bz niemand Geringeren als den Generalsekretär der Wiener Caritas, Klaus Schwertner, gewinnen. Die Caritas betreibt nicht nur die Gruft, sondern auch Häuser für obdachlose Mütter und den Canisibus, der jeden Abend unterwegs ist, um Menschen eine warme Suppe zu bringen. Was sagt Schwertner zu Kocs Traum von mehr Quartieren für Obdachlose? "Im Winter gibt es zwar genug Betten, weil viele Notschlafstellen allerdings am Winterende zusperren, stehen spätestens ab Mai wieder viele auf der Straße, die jetzt noch ein Bett haben", so Schwertner. Während des ganzen Jahres gebe es zudem einen Mangel an Nächtigungsplätzen für Familien und Paare, denn viele Menschen könnten sich die Miete oft nicht mehr leisten.

Überlebenskampf im Winter

Warum schlafen nicht alle Obdachlosen in Notschlafstellen? "Es gibt Menschen, die diese Hilfe nicht annehmen können, etwa weil sie psychisch krank sind", so der Experte. "Für diese Menschen gilt: Je kälter es ist, umso größer ist der Kampf, die Nacht unbeschadet zu überstehen."
Schwertner war vor Kurzem selbst im Streetwork-Einsatz auf der Donauinsel und begegnete dort einem Mann, der in einem Zelt lebt und sich in der Donau wäscht. "In diesem Moment habe ich einmal mehr verstanden: Als Caritas leisten wir in diesen Tagen echte Überlebenshilfe."

Wie können die bz-Leser helfen? "Wer bei tiefen Temperaturen den Schlafplatz eines Obdachlosen bemerkt, soll bitte das Caritas-Kältetelefon unter 01/480 45 53 anrufen – lieber einmal zu oft als einmal zu wenig", so der Caritas-Generalsekretär. Und: "Wir brauchen dringend Spenden für unser Gruft-Winterpaket. Mit einer Spende von 50 Euro schenkt man einem obdachlosen Menschen einen winterfesten Schlafsack und eine warme Mahlzeit." Weitere Infos gibt es auf der Homepage der Gruft.

Träum dein Wien – so geht es weiter

Mehr als 1.000 Träume wurden im Rahmen der bz-Initiative "Träum dein Wien" eingesendet. Unter Federführung des Vorsitzenden des Traumrats, Ali Mahlodji, werteten die Teilnehmer – ein Gremium aus Meinungsbildnern, Entscheidungsträgern, Experten und Träumern – die finalen Träume aus. Diese Träume – darunter auch Yildirim Kocs Traum "Mehr Unterkünfte für Obdachlose" –werden in den nächsten Monaten in Wiener Traumstätten ausgearbeitet und in weiterer Folge umgesetzt. Alle Infos unter www.träumdeinwien.at

Autor:

Mathias Kautzky aus Hietzing

Webseite von Mathias Kautzky
following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

6 folgen diesem Profil

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!



Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen