Coronavirus in Wien
Michael Ludwig präsentiert Maßnahmen für Wiener Wirtschaft

Bürgermeister Michael Ludwig präsentierte neue Maßnahmen zum Coronavirus.
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Bürgermeister Michael Ludwig und die Sozialpartner präsentierten ein neues Maßnahmenpaket zur Unterstützung der Wirtschaft. Darunter fallen Erleichterungen für Gastronomen, Aufträge für Handwerksbetriebe und die Förderung von Homeoffice.

WIEN. Bürgermeister Michael Ludwig hat sich mit den Sozialpartnern getroffen, um über die aktuellen Entwicklungen bezüglich des Coronavirus zu sprechen. Jetzt trat Ludwig zusammen mit den Partnern vor die Medien und präsentierte die neuesten Maßnahmen in Wien, die begleitend zu jenen der Bundesregierung in die Wege geleitet werden.

"Wir sind in einer der schwierigsten Situationen seit 1945", leitete der Bürgermeister die Pressekonferenz ein. Um hier Entlastung zu bringen, setzt die Stadt Wien auf einige Maßnahmen in der Wirtschaft und Kultur. So soll zum Beispiel das "Vienna Economy Council" die Arbeit zwischen Privaten und der Forschung, "Life Science" genannt, weiter forcieren. So wird eine Million Euro in die Forschung zum Coronavirus gesteckt.

Wiener Wirtschaft setzt auf Kurzarbeit

Die Kurzzeitarbeit ist – mit den Neuerungen – eine dringende Empfehlung, sowohl seitens der Sozialpartner als auch vonseiten der Wiener Wirtschaftskammer. Auch der Präsident des österreichischen Gewerkschaftsbundes, Wolfgang Katzian, pocht auf Kurzarbeit.

"Die finanzielle Unterstützung der Firmen, um möglichst MitarbeiterInnen in Beschäftigung halten zu können, war von Anfang an gesichert. Jetzt haben wir mit vereinten Kräften durchgesetzt, dass die Bundesregierung auch die Sozialversicherungsbeiträge für Betroffene ab dem ersten Tag übernimmt", so Katzian. Somit dürfe es keine Ausreden mehr geben. Laut Katzian gäbe es jetzt auch gar keinen Grund mehr, Arbeitnehmer zu entlassen.

Investition in die Wiener Wirtschaft

Gerade was die Versorgung betrifft, appelliert Ludwig an die Wiener: "Bitte denken Sie an die kleinen Betriebe, die Greißler und Bäcker zum Beispiel. Genau diese müssen in Krisenzeiten unterstützt werden und nicht internationale Großbetriebe." Da spiele vor allem der Konsum eine große Rolle, "denn nur dadurch könne das Überleben dieser Klein- und Mittelbetriebe gesichert werden."

Da spiele auch die Wiener Landwirtschaft eine große Rolle. Immerhin erzeugen mehr als 700 Landwirte mehr als 100 Produkte innerhalb der Stadtgrenzen. Rückenwind gibt es hier vom Präsidenten der Landwirtschaftskammer Franz Windisch: "Hier muss auch am Einkaufsverhalten gearbeitet werden. Es werden noch nicht alle Kanäle, wie etwa Märkte, voll ausgenutzt. Da gibt es noch Luft nach oben." Eine Alternative zum Supermarkt wäre etwa die Plattform www.stadtlandwirtschaft.wien, auf der Betriebe aufgelistet sind, die direkt verkaufen, beziehungsweise ab Hof liefern.

In Wien sei man landwirtschaftlich gut aufgestellt.
  • In Wien sei man landwirtschaftlich gut aufgestellt.
  • Foto: Velibor Kojić
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Zusätzlich dazu will die Stadt eine neue Plattform schaffen, auf der sich alle Wiener Klein- und Mittelbetriebe präsentieren können, die auch nach Hause liefern. "Wir wollen verhindern, dass es einen Kahlschlag unter den Wiener Betrieben gibt", so Ludwig.

Wien ist gut gerüstet

Vor allem, was die Landwirtschaft betrifft, sei die Stadt Wien gut aufgestellt und die Regale seien auch über Monate hinweg gefüllt. "Wir können bis zu einem gewissen Grad autark agieren", so Bürgermeister Ludwig.

Einen Mangel gibt es derzeit nur bei den Arbeitskräften. Nachdem viele Arbeiter aus dem Ausland kommen und diese zu einem großen Teil nicht mehr über die Grenzen gekommen sind, hat die Landwirtschaftskammer eine neue Plattform gestartet, auf der Arbeit in den Betrieben vermittelt wird. Etwa 1.000 Arbeitskräfte werden derzeit allein in Wien für Verpackung, Logistik und andere Aufgaben gesucht. 

Schutzmasken von Wiener Schneidern

Nachdem Österreich und damit auch Wien derzeit mit einem Mangel an Schutzausrüstung, beziehungsweise Schutzmasken zu kämpfen haben, wird auch hier die Wiener Wirtschaft aktiviert. Die Textilbranche und die Wiener Schneider werden damit beauftragt, die Schutzausrüstung gegen das Coronavirus handwerklich herzustellen.

"Selbstverständlich erfolgt das streng nach den medizinischen Auflagen", versichert Alexander Biach, stellvertretender Direktor der Wirtschaftskammer Wien. Etwa 1.000 Masken kann jeder Schneider pro Tag herstellen. Mit 250 Änderungsschneidereien und 2.000 Textilbetrieben in Wien eine beachtliche Menge. "Auch damit wollen wir sicherstellen, dass wir nicht ausschließlich auf Lieferungen aus dem Ausland angewiesen sind", so Wiens Bürgermeister.

Taxigutscheine für Menschen ab 65

Um die Taxis am Leben zu halten, spendiert die Stadt 300.000 Menschen die über 65 Jahre alt sind, einen 50 Euro Taxigutschein. "Damit vor allem ältere Bürger mobil bleiben und vielleicht auch in die Natur fahren können, um dort zu entspannen", so Ludwig.

Nicht nur in Sachen Aufträge will die Stadt den heimischen Betrieben unter die Arme greifen. Als Entlastung sieht die Stadt davon ab, die Schanigarten-Gebühr für dieses Jahr einzuheben. "Hier braucht es aber eine Lösung auf Bundesebene und wir wollen über eine Verringerung beziehungsweise über eine Aussetzung der Miete für Gastronomen sprechen", kündigt Ludwig an.

Die Stadt hebt dieses Jahr keine Gebühren für Schanigärten ein.
  • Die Stadt hebt dieses Jahr keine Gebühren für Schanigärten ein.
  • Foto: Huth Gastronomie
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Investition in Homeoffice

Zusätzlich investiert die Stadt 2 Millionen Euro in die Einrichtung von Homeoffice. "Vor allem kleine und mittlere Betriebe haben oft nicht die Mittel, um sich auszurüsten", so Ludwig. Mit diesem Hilfspaket soll ihnen unter die Arme gegriffen werden. Da gäbe es laut Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl aber auch noch einige ungeklärte Fragen. "Da gilt es vor allem viele Punkte zum Thema Versicherung zu klären", so die Präsidentin.

Rettung für Kulturschaffende?

Das Wiener Kulturleben steht zurzeit still. Die Betriebe haben geschlossen, Vorstellungen und Konzerte wurden abgesagt. "Wir wollen die Kulturschaffenden nun in einem geschützten Raum auftreten lassen und das über Fernsehsender und elektronische Kanäle ausstrahlen", so Bürgermeister Ludwig. So soll auch die finanzielle Sicherheit der Kulturschaffenden gesichert sein.

Die Kosten dafür soll die Stadt übernehmen. "Ich denke, das ist spannend für beide Seiten. Unsere Künstler haben die Möglichkeiten, ihr erarbeitetes Programm zu präsentieren, und die Fernsehsender können den Wienern ein interessantes Programm bieten", so Ludwig. Vor allem jetzt, wo viele Wiener zu Hause bleiben, sei das ein Gewinn für beide Seiten.

Autor:

Maximilian Spitzauer aus Hietzing

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