Entschädigung
Missbrauchsopfer in Kinderheimen erhalten 52 Millionen Euro

Kinder und Jugendliche, die in Wiener Kinderheimen Opfer von Gewalt wurden, erhalten nun insgesamt 52 Millionen Euro Entschädigung. (Symbolfoto)
  • Kinder und Jugendliche, die in Wiener Kinderheimen Opfer von Gewalt wurden, erhalten nun insgesamt 52 Millionen Euro Entschädigung. (Symbolfoto)
  • Foto: Kat J./Unsplash
  • hochgeladen von Conny Sellner

Die Opfer von Gewalt in Wiener Kinderheimen erhalten 52 Millionen Euro Entschädigung seitens der Stadt Wien.

WIEN. Auch wenn man die grausamen Taten mit keinem Geld der Welt wiedergutmachen kann, ist es doch ein großer Erfolg für die Opfer: 2.384 Betroffene, die zwischen 1945 und 1999 in Wiener Kinderheimen missbraucht wurden, erhalten nun insgesamt 52 Millionen Euro Entschädigung seitens der Stadt.

„Es handelt sich hier um ein Kapitel in der Geschichte unserer Stadt, das nie hätte geschrieben werden dürfen“, so Jürgen Czernohorszky, amtsführender Stadtrat für Bildung, Integration, Jugend und Personal, in einer Aussendung. Im Zeitraum zwischen 1945 und 1999 wurden zahlreiche Kinder und Jugendliche im Rahmen ihrer Unterbringung in Einrichtungen der Wiener Jugendwohlfahrt Opfer von Gewalt.

Viel mehr Opfer als erwartet

Die Stadt Wien und die Opferschutzorganisation Weisser Ring starteten im Jahr 2010 mit der Aufarbeitung der Taten. Ursprünglich war man von einer Gesamtdauer von knapp einem Jahr und einem Budgetbedarf von zwei Millionen Euro ausgegangen. „Die Zahl der Meldungen überstieg jedoch alle Erwartungen um ein Vielfaches“, hieß es vom Weissen Ring, der nun den Abschlussbericht veröffentlichte.

Insgesamt 2.384 Betroffene erhielten finanzielle Hilfeleistung. Allen Betroffenen wurde auch Psychotherapie angeboten. „Die Opfer haben Unfassbares erlebt, es ist unsere Pflicht als Stadt, unsere Verantwortung wahrzunehmen, geschehenes Unrecht ohne Relativierung anzuerkennen und uns dafür aufrichtig und zutiefst zu entschuldigen“, stellte Bürgermeister Michael Ludwig klar.

Aus Fehlern gelernt

Von der Stadt hieß es im Abschlussbericht dazu, man habe aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Heute werden Kinder und Jugendliche, die nicht bei ihren Eltern leben können, nicht mehr in großen Heimen untergebracht. Sie leben in Krisenzentren und familienähnlichen sozialpädagogischen Wohngemeinschaften sowie bei gut ausgewählten und ausgebildeten Pflegeeltern.

„Es ist für uns heute schwer zu verstehen, wie unsere Institution, die dem Kinderschutz verpflichtet ist, so vielen Kindern und Jugendlichen so unfassbares Leid zufügen konnte. Unverständlich ist, wie in der Nachkriegszeit die Aufsichtsmechanismen derart versagen konnten“, so Johannes Köhler, Leiter der Wiener Kinder- und Jugendhilfe.

Der Weisse Ring hilft

Der Weisse Ring ist Österreichs einzige allgemeine Opferhilfe-Einrichtung, die allen Opfern krimineller Handlungen jeglicher Form offensteht. Rasch, unbürokratisch und kostenlos werden geboten:

  • Professionelle Beratung und Betreuung
  • Psychosoziale und juristische Prozessbegleitung
  • Finanzielle Hilfe im Notfall

Darüber hinaus ist der Weisse Ring Anlaufstelle und Drehscheibe für Informationen über die Angebote anderer Opferhilfe-Einrichtungen.  Der Opfer-Notruf 0800 112 112 ist österreichweit die erste, zentrale Anlaufstelle für alle Opfer krimineller Handlungen.

Autor:

Conny Sellner aus Donaustadt

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