Mit Kindern zum Zahnarzt: Von Karies, Schlürfi und Zahnwindeln

Eltern sollten beim Zahnarztbesuch des Kindes so entspannt wie möglich sein. Denn auch die eigene Nervosität kann sich übertragen.
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  • Eltern sollten beim Zahnarztbesuch des Kindes so entspannt wie möglich sein. Denn auch die eigene Nervosität kann sich übertragen.
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  • hochgeladen von Nicole Gretz-Blanckenstein

WIEN. Kaum fällt das Wort "Zahnarzt", werden Kinder zu bockigen Nein-Sagern und Eltern wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen. Wundern darf einen diese Reaktion nicht. Droht man doch oft genug beim Verweigern des Zähneputzens, dass Löcher entstehen und man zum Zahnarzt gehen muss. Somit schafft man im Vorfeld schon eine negative Stimmung für etwas, das die Kleinen noch nicht einmal kennen. Wie man Kinder auf den ersten Zahnarztbesuch vorbereitet, weiß Dr. Eva Oppolzer von der Zahnarztpraxis "Zahnärzte im Achten".

Auf die Frage, wann man denn den ersten Besuch beim Zahnarzt planen sollte, meint Oppolzer: "Der sollte bereits mit dem ersten Zahn erfolgen oder zumindest innerhalb eines halben Jahres nach Durchbruch der ersten Zähne." Denn nur so früh könne man schlechte Gewohnheiten noch in den Griff bekommen. Sei es das Thema Ernährung, Mundhygiene oder auch Fläschchenkaries. Letzteres entstehe durch übermäßig langes Nuckeln an Fläschchen, vor allem nachts. Auch exzessives Stillen könne dazu führen. "Erste Anzeichen sind weiße Flecken auf den oberen Zähnen bzw. Beläge am Zahn, die sich nicht entfernen lassen", so die Zahnärztin.

Vorbereitung auf den Zahnarzt

"Beim gemeinsamen Zähneputzen kann man sich schon spielerisch gegenseitig die Zähne zeigen. So fällt es den Kindern leichter, auch beim Zahnarzt den Mund aufzumachen", weiß die Expertin. Ansonsten sei es am besten, kein großes Trara um den Termin zu machen. Was man als Elternteil vermeiden sollte, sind Sätze wie: „Du brauchst keine Angst zu haben. Es wird nicht wehtun. Da passiert eh nichts.“ Denn das kindliche Gehirn kann die Verneinung nicht wahrnehmen.

Bei der Kontrolle

Ganz wichtig bei der Zahnheilkunde ist das Tell-show-do-Prinzip. Erst sagt man, was passiert, dann zeigt man es und dann erst tut man es. Auch die Sprache ist ein wesentlicher Faktor. "Alle meine Instrumente sind am Leben und sind meine Freunde", verrät Oppolzer schmunzelnd. Der Bohrer heißt liebevoll Rosenputzer. Die Zahnwindel ist ein Synonym für die Watterolle. Große und kleine Schlürfis – die Sauger – dürfen natürlich auch nicht fehlen. Kinder können bei Oppolzer ausprobieren, wie Schlürfi einen Becher austrinkt.

Putzen, aber richtig

Ob elektrisch oder nicht, Eltern müssen Kindern bis zum neunten Lebensjahr die Zähne nachputzen. "Bis sie die Schreibschrift fließend beherrschen, so lautet die Regel. Denn erst dann ist die Feinmotorik ausreichend ausgeprägt, damit Kinder alle Zahnflächen richtig reinigen können", so Oppolzer.

Eltern sollten beim Zahnarztbesuch des Kindes so entspannt wie möglich sein. Denn auch die eigene Nervosität kann sich übertragen.
Dr. Eva Oppolzer ist auf Kinder- und Jugendzahnkunde spezialisiert

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