Polizei schließt vier Wohnungen wegen illegaler Prostitution

Symbolbild

WIEN. Für Wolfgang Langer war es der größte Einsatz, seit er das Prostitutionsreferat der Wiener Polizei leitet: Gestern, Dienstag, hat die Polizei in fünf Wiener Wohnungen gleichzeitig verdeckte Ermittler geschickt, die den Verdacht auf illegale Prostitution bestätigt haben. Danach wurden die Wohnungen von 30 Einsatzkräften gleichzeitig betreten, acht Frauen wurden angetroffen.

"Wir haben uns monatelang vorbereitet", sagt Langer. "Wir mussten zunächst die Adressen kontrollieren, dann die verdeckten Ermittler, die Dolmetscher, die Polizeibeamten zum zeitgleichen Einsatz vorbereiten." Hätten die Einsätze nicht parallel stattgefunden, wären die Betreiber vorgewarnt und hätten Hinweise auf Prositution in den übrigen Wohnungen sofort vernichtet.

Verdeckte Ermittler im Einsatz

Aufmerksam geworden sind die Ermittler auf den Wohnungsring auf unterschiedlichen Wegen: Durch Anzeigen im Internet, durch Beschwerden von Nachbarn, aber auch durch Hinweise von Freiern. "Wir überprüfen dann die Adressen", sagt Langer. Diese Indizien allein reichen aber in den meisten Fällen noch nicht aus, um die Prostitution nachzuweisen. "Seit 2011 haben wir die Möglichkeit, verdeckte Ermittler einzusetzen. Die fragen dann vor Ort, welche Leistungen angeboten werden, und bekommen eine eindeutige Antwort." Das, kombiniert mit den Aussagen der Frauen, wären weit stärkere Beweise.

In vier der fünf Wohnungen fanden die Polizisten genug Hinweise auf Prostitution - Kondome, Bargeld und Preislisten - um sie sofort zu schließen. In der fünften gab es so eindeutige Hinweise nicht. Die Wohnungen waren auf die Bezirke Landstraße, Josefstadt, Favoriten und Ottakring verteilt. Alle acht Frauen, die sich in den Wohnungen aufgehalten haben, wurden wegen illegaler Prositution angezeigt. Sie alle sind chinesischer Staatsbürgerinnen.

Frauen sagen aus, dass ihnen die Pässe abgenommen wurden

"Fünf Frauen waren illegal im Land und wurden festgenommen", sagt Langer. Einige von ihnen haben ausgesagt, dass ihnen Pass und Geld abgenommen wurden - es besteht also ein dringender Verdacht auf Menschenhandel. Was weiter mit ihnen passiert, werden die Ermittlungen des Landeskriminalamts entscheiden. Als Opfer von Menschenhandel haben die Frauen Chance auf eine Aufnahme in ein Zeugenschutzprogramm und so auf einen legalen Aufenthaltstitel.

Aber auch, wenn sich der Verdacht auf Menschenhandel nicht in allen Fällen erhärten sollte, waren die nun inhaftierten Frauen wohl kaum die Dratzieher des Rings. Deswegen wurde Anzeige gegen die Wohnungsvermieter erstattet. "Wir haben die Namen", sagt Langer und ist zuversichtlich, dass auch genügend Indizien gesammelt werden können - mit Handydaten, Aussagen der Frauen und Gegenüberstellungen - um den Hintermännern erfolgreich den Prozess zu machen.

Newsletter Anmeldung!

Du willst Infos, Veranstaltungen und Gewinnspiele aus deiner Umgebung?

Dann melde dich jetzt für den kostenlosen Newsletter aus deiner Region an!

ANMELDEN

Newsletter Anmeldung!


Kommentare

?

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Aktuell

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!




Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Du möchtest selbst beitragen?

Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Foto des Tages einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen