U2/U5
U-Bahn-Bau verzögert sich um bis zu ein Jahr

U-Bahn-Ausbau verzögert sich. Hier eine Ansicht der Station Rathaus.
  • U-Bahn-Ausbau verzögert sich. Hier eine Ansicht der Station Rathaus.
  • Foto: Architekt Mossburger/OLN
  • hochgeladen von Sophie Alena

Auch die Sperre der U2 wird verschoben: Die Wiener Linien schreiben zwei Bauauftragspakete neu aus. Die bisher eingebrachten Angebote seien zu teuer gewesen.

WIEN. In sechs Jahren, also 2024, hätte die U5 planmäßig zum ersten Mal zwischen Karlsplatz und Frankhplatz unterwegs sein sollen. Nun sieht es so aus, als würde sich dieser Plan um bis zu ein Jahr verzögern. Denn die Aufträge für die neue U5 und der gleichzeitig stattfindende Ausbau der U2, die bis zum Matzleinsdorfer Platz verlängert werden soll, kosten mehr als ursprünglich kalkuliert. Deshalb werden zwei Auftragspakete – zum einen die Baustellen zwischen Frankhplatz und Rathaus und zum anderen die Arbeiten mit der Vortriebsmaschine ab dem Matzleinsdorfer Platz – nun neu vergeben. Die Auswirkungen auf den Zeitplan: rund neun bis zwölf Monate Verzögerung.

Hochkonjunktur in der Baubranche

Schuld daran sei laut dem Geschäftsführer der Wiener Linien, Günter Steinbauer, die Hochkonjunktur in der Baubranche. Derzeit würden die Baupreise stärker steigen als die Inflation. „Wir haben mittlerweile 30 Jahre Erfahrung im Tunnelbau und wissen, wie viel ein Meter Tunnel kosten sollte. Da wir mit Steuergeld bauen, war die Höhe der eingebrachten Angebote nicht vertretbar“, so Steinbauer. Konkrete Zahlen dazu, um wie viel die Angebote die kalkulierte Summe überschritten haben, will er nicht nennen. Auch welche Firmen die Anträge eingebracht haben, soll geheim bleiben, um die laufenden Verhandlungen nicht zu beeinflussen.

Die bereits bestehenden Baustellen, etwa bei der Pilgramgasse, dem Matzleinsdorfer Platz oder der Mariahilfer Straße, sollen von der Verzögerung nicht betroffen sein. Steinbauer verweist darauf, dass die Kosten dieser Baustellen niedriger seien als erwartet. Insgesamt bewege man sich bei den kalkulierten Kosten für die Bauaufträge in einem Bereich von mehreren Hundert Millionen Euro.

U2 wird 2019 noch nicht gesperrt

Die gute Nachricht für alle Öffi-Nutzer: Durch die Verzögerungen kommt es im nächsten Jahr noch nicht zur geplanten Sperre der U2 zwischen Schottentor und Rathaus. Da dies zeitgleich mit einer zweimonatigen Sperre der U4 in den Sommermonaten 2019 zwischen Karlsplatz und Längenfeldgasse einhergegangen wäre, dürfte dies fürs Erste zu einem Aufatmen bei den Fahrgästen sorgen. Aufgehoben ist jedoch nicht aufgeschoben und die Sperre der U2 soll laut Steinbauer im Frühjahr/Sommer 2020 erfolgen.

Mehr Zeit für 13A

Mit der Verzögerung der Tunnelarbeiten dürften sich auch die Verhandlungen für die Suche nach einer Alternativroute der Buslinie 13A etwas entspannen. Da in der Kirchengasse ein U-Bahn-Aufgang entsteht, wird der Bus während der Bauphase dort nicht fahren können. Diskutiert werden derzeit mit den Bezirken eine Teilung der Linie und Durchfahrtsmöglichkeiten durch die Zollergasse oder die Stiftgasse.

Während den Wiener Linien eine Führung der Linie durch die Neubaugasse in beide Richtungen am liebsten gewesen wäre, wünscht sich der 7. Bezirk eine Umleitung durch die Stiftgasse. Die Wiener Linien weisen darauf hin, dass die Stiftgasse zwar breit genug für den Bus wäre, eine anschließende Durchfahrt durch die Siebensterngasse jedoch mit Gelenksbussen nicht machbar sei. Damit würde es zu einer Teilung der Buslinie kommen. Wie es weitergeht, müsse nun in den nächsten Wochen und Monaten auf politischer Ebene diskutiert und beschlossen werden, so Steinbauer. Bereits ab Frühjahr 2019 hätte der Bus umgeleitet werden müssen. Ganz so eilig hat man es nun durch die Verzögerung nicht mehr.

Einen breiten Beteiligungsprozess fordert Neubaus Bezirksvorsteher Markus Reiter (Grüne) für den 13A: "Bürger müssen miteingebunden werden, ebenso die Unternehmer. Wir dürfen dieses Jahr nicht ungenutzt verstreichen lassen." Auch die bereits für Jänner 2019 versprochene U-Bahn-Förderung fordert Reiter ein: "Viele Unternehmer haben schon investiert. Das muss finanziell ausgeglichen werden." Zurück zum Start hingegen soll es in Sachen Baustellen-Management – also wann wo im Bezirk gebaut wird – gehen: "Hier werden wir verstärkt auf die Wiener Linien einwirken", kündigt Reiter an.

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