Geschäftsführerin der Wiener Frauenhäuser
„Vermehrt fragwürdige Wegweisungen von Frauen“

Andrea Brem – hier bei einer Veranstaltung anlässlich des 40-jährigen Bestehens von Frauenhäusern in Wien 2018 – sieht vermehrt Fälle von weggewiesenen Frauen in der Beratung.
  • Andrea Brem – hier bei einer Veranstaltung anlässlich des 40-jährigen Bestehens von Frauenhäusern in Wien 2018 – sieht vermehrt Fälle von weggewiesenen Frauen in der Beratung.
  • Foto: Alexandra Kromus / PID
  • hochgeladen von Christine Bazalka

Andrea Brem, Geschäftsführerin der Wiener Frauenhäuser, erzählt im Interview, dass es bei Polizeieinsätzen wegen häuslicher Gewalt immer wieder zu Problemen kommt.

WIEN. Ein Fall, bei dem eine Frau sich von ihrem aggressiven Mann bedroht fühlte, die Polizei rief und dann selbst eine Geldstrafe erhielt, sorgte gestern für Aufsehen. Waren Sie davon überrascht? 
ANDREA BREM: Diesen Fall kenne ich nicht, aber ich muss schon sagen, dass in letzter Zeit immer wieder Frauen zu uns in die Beratung kommen, die nach einem Vorfall aus ihrem Zuhause weggewiesen wurden. Bei uns berichten sie dann sehr glaubwürdig von jahrelanger Gewalt durch ihren Partner. Und zwar auch, wenn sie selbst die Polizei gerufen haben.

Wie kann das passieren?
Natürlich kann auch eine Frau eine Täterin sein. Aber hier sitzen Frauen bei uns, die sehr glaubhaft berichten, dass sie jahrelang Opfer waren; teilweise sieht man die Spuren noch auf ihren Körpern. Und dann haben sie sich vielleicht einmal zu Wehr gesetzt und ihren Partner einmal gekratzt – und dann werden sie weggewiesen? Das kommt seit etwa zwei Jahren vermehrt vor. Selbst wenn wir uns direkt danach an die Polizei wenden und eine Eingabe gegen die Wegweisung machen, ist noch nie eine zurückgenommen worden.

Das heißt die Zusammenarbeit mit der Polizei verläuft nicht immer reibungslos?
Es gibt eine hervorragende Zusammenarbeit mit vielen Polizistinnen und Polizisten, die sich sehr engagieren – und das ist sicher weitaus die Mehrheit. Aber einige wenige erwecken den Eindruck, dass sie Opferschutz nicht ernst nehmen oder Strategien der Gefährder nicht erkennen. Da kommt es dann einfach darauf an, an wen ein Gewaltopfer gerät. Opferschutz muss aber von jedem Beamten ernst genommen werden, sonst kommt es zu Vertrauensverlusten und das verhindert die Gewaltprävention.

Was würden Sie sich da wünschen?
Solche Situationen, zu denen die Polizei gerufen wird, sind hochemotional. Da ist es natürlich wirklich schwierig herauszufinden, was passiert ist. Aber ich finde, es sollte schon eine ernsthafte Möglichkeit geben, wo man im Nachhinein noch einmal prüfen kann, ob das Vorgehen angebracht war. Es gibt jetzt die Möglichkeit für junge Polizistinnen und Polizisten, sich telefonisch bei einer Wegweisung beraten zu lassen – also hat die Polizei wohl auch schon erkannt, dass es Unterstützung für die Beamtinnen und Beamten vor Ort geben muss.

Gibt es Frauen, die sich gar nicht an die Polizei wenden wollen?
Ja. Der häufigste Grund ist, dass sie befürchten dadurch noch mehr Probleme mit ihrem Mann zu bekommen, dass der noch aggressiver wird. Aber es gibt auch Frauen, die in ihren Herkunftsländern schlechte Erfahrungen mit der Polizei gemacht haben oder die aufenthaltsrechtlich nicht abgesichert sind und sich deswegen nicht trauen.

Seit 2019 besteht wieder die Möglichkeit, Fallkonferenzen einzuberufen. Hier kann sich die Polizei mit Opferschutzeinrichtungen beraten, wie eine hochgefährdete Frau am besten zu schützen ist. Wie steht es darum?
Es kommt zu keiner. Nur die Polizei darf sie einberufen und es wird praktisch nicht gemacht. 

Die Notruf der Wiener Frauenhäuser ist unter der Nummer 05 77 22 Tag und Nacht für von Gewalt betroffene Frauen erreichbar.

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