Vize-Bürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) kündigt Rückzug an

Maria Vassilakou wird die Wiener Grünen nicht mehr in die nächste Wahl führen.
  • Maria Vassilakou wird die Wiener Grünen nicht mehr in die nächste Wahl führen.
  • Foto: Sebastian Baryli
  • hochgeladen von Mathias Kautzky

WIEN. Die letzten Wochen war viel um die Zukunft der grünen Vize-Bürgermeisterin Maria Vassilakou gerätselt worden. Seit Sonntag, 2. September, ist es fix: Sie wird sich bei der nächsten Wien-Wahl, die für 2020 angesetzt ist, nicht aufstellen lassen.

Vassilakou hatte Sonntagvormittag kurzfristig eine "persönliche Erklärung" angekündigt. In dieser gab sie bekannt, dass sie nicht mehr als Spitzenkandidatin der Wiener Grünen in die nächste Wien-Wahl gehen wird - und erklärte damit auch ihren langsamen Ausstieg aus der Wiener Stadtregierung. Sie stehe längstens noch bis zum Rechnungsabschluss im Juni 2019 zur Verfügung. "Heute ist für mich kein Tag wie jeder andere," so Vassilakou vor Journalisten: "Ich bin glücklich und dankbar acht Jahre lang an der Spitze der lebenswertesten Stadt gearbeitet zu haben".

Zeit für Generationenwechsel

Vassilakou war seit 2010 Vize-Bürgermeisterin und Stadträtin für Stadtentwicklung, Verkehr, Klimaschutz, Energieplanung und Bürgerinnenbeteiligung in Wien. "Ich finde es ist Zeit für einen Generationenwechsel", so Vassilakou über die Zukunft der Wiener Grünen. Sie könne am besten bei sich selbst beginnen, jetzt wären die nächsten an der Reihe. 

Aber auch persönliche Gründe spielen für ihre Entscheidung eine Rolle: In knapp sechs Monaten feiert die Noch-Vize-Bürgermeisterin ihren 50. Geburtstag. Für sie ist es an der Zeit, Bilanz zu ziehen und Entscheidungen für den weiteren Lebensweg zu treffen. "Ich muss mich von der ersten Reihe verabschieden, um Zeit und Raum für Erneuerungen zu geben - auch mir selbst", so Vassilakou zu ihrem Schritt, sich nach 25 Jahren aus der Spitzenpolitik zurückzuziehen.

Neuer Wahlmodus bei Wiener Grünen

Da es bei den Wiener Grünen statutengemäß keinen Parteichef gibt, nimmt der Spitzenkandidat eine wichtige Rolle ein. Seit etwa zwei Wochen können sich Interessenten für das Amt in einem neuen Auswahlverfahren bewerben - eine Parteimitgliedschaft oder ein bestehendes Mandat bei den Wiener Grünen sind nicht erforderlich. Die Kandidaturfrist endet am Dienstag, 4. September.

Mit den bisher aufgestellten Kandidaten zeigt sich Vassilakou zufrieden und ist gespannt, wer die Wahl für sich entscheiden kann: "Mit ihm oder ihr werde ich Ende November die Übergabe besprechen." Sie fordert von den Kandidaten Konzepte, wie sie die "beste Stadt der Welt" weiterbringen wollen. Bis zur Übergabe will sich die Vize-Bürgermeisterin aber weiterhin treu bleiben: "Bis dahin treffen sie die hyperaktive Vassilakou bei der Arbeit für die beste Stadt der Welt", sagt Vassilakou am Sonntag.

Neue Kandidaten um Platz 1

Zwei potenzielle Nachfolger für das Stadtrats- und Vizebürgermeisteramt stehen in den Startlöchern: Gemeinderats-Abgeordneter Peter Kraus und Rathaus-Klubchef David Ellensohn konkurrieren um den Listenplatz 1 für die eigentlich erst 2020 angesetzte nächste Wien-Wahl.

Maria Vassilakous ehemaliger Vize-Büroleiter Peter Kraus hatte als erster seine Kandidatur für ihre Nachfolge angekündigt. Der 31-jährige ist studierter Volkswirtschafter und sitzt seit 2015 im Wiener Gemeinderat. Außerdem ist er Wien-Sprecher der Grün-internen Homosexuellen- und LGBT-Vereinigung "Grüne Andersrum".

Der gebürtige Londoner David Ellensohn ist seit 2010 Klubobmann der Grünen-Fraktion im Wiener Gemeinderat. Der Vater von drei Kindern studierte ohne Abschluss Politikwissenschaften und Betriebswirtschaftslehre und war vor seiner politischen Karriere Sportjournalist.

Kontroverses Polit-Erbe

Maria Vassilakou wurde 1969 in Athen geboren und ist seit 25. November 2010 Wiener Stadträtin für Stadtentwicklung und Vizebürgermeisterin. Um ihre Person gab es nicht nur innerhalb der Grünen, sondern auch in der gesamten Wiener Stadtpolitik Kontroversen - war doch nicht nur ihre Position zum "Heumarkt", also dem geplanten Hochhaus in der Wiener Innenstadt, das den UNESCO-Weltkulturerbestatus gefährden würde, höchst umstritten.

Vassilakous größter politischer Erfolg war der Umbau der Mariahilfer Straße in eine Fußgängerzone, der eine Anrainer-Befragung vorangegangen war.

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