Wien kündigt Aktion scharf gegen Hütchenspieler an

Hütchenspieler gibt es auch in anderen europäischen Städten, wie hier in Berlin.
  • Hütchenspieler gibt es auch in anderen europäischen Städten, wie hier in Berlin.
  • Foto: E.asphyx/Wikimedia
  • hochgeladen von Christine Bazalka

WIEN. Lange Zeit hat man sie gar nicht mehr gesehen, die Männer, die auf der Mariahilfer Straße oder in anderen Einkaufsstraßen Passanten dazu auffordern, gegen einen geringen Einsatz mitzuraten, unter welchem Hütchen oder Becher sich ein Würfel befindet. Der Legende nach ist das Verschwinden der Hütchenspieler ein Verdienst von Chefinspektor Josef Gaschl.

Gaschl hat sich nach mehr als 40 Dienstajahren im Frühling in die Pension verabschiedet - und die Hütchenspieler sind seit einigen Monaten wieder da, vor allem entlang belebter Einkaufsstraßen. Das Spiel wirkt wie ein Glücksspiel - der Hütchenspieler bewegt Würfel oder andere kleine Gegenstände zwischen schützenden Hüllen wie Bechern hin und her, die Wetter raten anschließend, unter welchem Becher sich der Gegenstand befindet. Tatsächlich kann man hier aber nicht gewinnen, weil die Hütchenspieler die kleinen Gegenstände verschwinden lassen. Der Einsatz geht so zumeist verloren, wer doch einmal gewinnt, wird mit "Anfängerglück" geködert oder steckt mit den Betrügern unter einer Decke.

"Uns ist aufgefallen, dass die Hütchenspieler nach langer Abwesenheit wieder nach Wien zurückgekehrt sind", sagt ein Polizeisprecher. Zu einem richtig großen Problem hätten sie sich aber noch nicht ausgewachsen. Polizeistreifen seien regelmäßig auf den Einkaufsstraßen unterwegs, um Taschendiebe und auch Hütchenspieler auf frischer Tat zu ertappen. "In Uniform ist das natürlich schwieriger als in Zivil, weshalb wir auch mit Zivilstreifen unterwegs sind", sagt der Sprecher.

Nicht mitspielen, Polizei rufen

Sieht man Hütchenspieler auf der Straße, ist natürlich die oberste Devise: nicht mitspielen. Zusätzlich kann man auch die Polizei rufen: "Wenn man immer wegschaut, wenn etwas passiert, tut man natürlich auch nichts dagegen", sagt der Polizeisprecher. Danach hält man sich idealerweise in der Nähe auf, um die Beamten darüber zu informieren, in welche Richtung die Spieler verschwunden sind, sollten sie flüchten.

Erwischt die Polizei die Hütchenspieler, bekommen sie zuerst eine Verwaltungsstrafe. Die kann bis zu 7.000 Euro hoch sein, die für das Spiel notwendigen Gegenstände werden beschlagnahmt. Beim dritten Aufgreifen spricht man von Gewerbsmäßigkeit, das heißt dass eine strafbare Handlung gesetzt wurde und eine Freiheisttrafe von bis zu 6 Monate verhängt werden kann. „Die harten Strafen dienen zur Abschreckung, denn wir wollen diese illegalen Machenschaften in unserer Stadt nicht, man kann bei so einem Spiel nicht gewinnen, die Menschen werden abgezockt und das lassen wir nicht zu“, so die zuständige Stadträtin Ulli Sima (SPÖ).

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