Wien testet Mehrwegbecher für "Coffee to go"

SPÖ-Umweltstadträtin Ulli Sima und Christian Chytil, Geschäftsführer von „Cup Solutions“ stellen das neue Mehrwegbecher-System für Wien vor.
  • SPÖ-Umweltstadträtin Ulli Sima und Christian Chytil, Geschäftsführer von „Cup Solutions“ stellen das neue Mehrwegbecher-System für Wien vor.
  • Foto: Ismail GOKMEN/PID
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Schätzungsweise 84 Millionen Einwegbecher werden jährlich nach dem "Coffee to go" in Wien weggeschmissen. Dem will ein neues Projekt nun entgegenwirken.

WIEN. Wer kennt es nicht? Verschlafen steigt man aus der U-Bahn aus, sieht einen Bäckerei und denkt sich: Ein Kaffee muss her! Meist bekommt man seinen Kaffe zum Mitnehmen in einem Einwegbecher, der im Schnitt bereits nach 15 Minuten wieder entsorgt wird. Dass das nicht besonders umweltschonend und nachhaltig ist, weißt heutzutage ein jeder.

Den Einwegbecher den Kampf ansagen will nun Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ). „Immer mehr Menschen konsumieren Kaffee unterwegs und produzieren damit Abfall. Aber gerade die Müllvermeidung ist ein wichtiges Thema zur Erreichung der Klimaziele.“, so Sima. Ab Jänner 2019 startet daher ein Pilot-Projekt für ein Mehrwegbecher-System in Wien. 

Mehrwegbecher im 1. Bezirk

Rund 30 Bäckereien und Partner-Betriebe beteiligen sich im 1. Bezirk an dem Projekt. Kauft man dort ab Mitte Jänner einen Kaffe zum Mitnehmen, erhält man diesen gegen einen Einsatz von einem Euro in einem „myCoffeCup“ der Firma Cup Solutions. Der Becher kann später bei einem Rückgabeautomaten oder in einem Partnerbetrieb wieder zurückgegeben werden. Den Einsatz erhält man als Gutschein entweder digital per App oder als Bon wieder zurück.

Partner für das Projekt ist das Unternehmen "Cup Solutions". Laut Geschäftsführer Christian Chytil sollen vorerst sechs Rückgabeautomaten in Wien aufgestellt werden. Drei der Automaten werden demnach in den U-Bahn-Stationen Schwedenplatz, Landstraße und Neubaugasse zu finden sein, einer wird in der Nähe des Museumsquartiers stehen und einer bei der Hauptuni. Der Standort des sechsten Automaten ist noch nicht fixiert. „Wir wollen im schnelllebigen Kaffee-Business zeigen, dass es auch hier möglich ist, bequem auf Einweg zu verzichten“, so Chytil.

Einsparung von einer Million Becher

Sima hofft, dass man so in Wien im ersten Jahr bereits eine Million Becher einsparen kann. Ein Becher soll bis zu 500 mal wiederverwendet werden. Zu Beginn werden rund 70.000 Becher in Umlauf gebracht - verläuft das Projekt erfolgreich, will man es auf andere Bezirke ausweiten. 

Durch umweltfreundliche Mehrwegbecher, könnten pro Jahr 1.344 Fichten gerettet werden und gleichzeitig auch der jährliche Energiebedarf von rund 2.500 Haushalten eingespart werden. Das entspricht rund zwei Mal dem Verbrauch des Karl-Marx-Hofs.

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