Schutzausrüstung fehlt
"Wir haben Angst, dass wir unsere Patienten anstecken werden!"

Ärzte und Pflegekräfte schlagen Alarm: Im Gesundheitsbereich fehlt dringend benötigte Schutzausrüstung.
  • Ärzte und Pflegekräfte schlagen Alarm: Im Gesundheitsbereich fehlt dringend benötigte Schutzausrüstung.
  • Foto: Ashkan Forouzani/Unsplash
  • hochgeladen von Elisabeth Schwenter

Im Gesundheitsbereich fehlen Schutzausrüstungen. Masken dürfen ab sofort vom KAV recycelt werden. Wien weitet die Testkapazitäten aus. Künftig sollen statt wie bisher 400 bis zu 1.800 Testungen pro Tag möglich sein.

WIEN. Wiens Spitäler bereiten sich auf eine Zunahme schwerer Covid-19-Fälle vor, doch in vielen Fällen mangelt es an Schutzausrüstungen für Pflegepersonal und Ärzte.

"Wir alle haben Angst, dass wir unsere Patienten anstecken werden, weil die entsprechende Schutzkleidung fehlt! Es ist nicht leicht, um ehrlich zu sein!" Mit diesen Worten schließt Ida Aringer, Ärztin aus Wien, ein Posting auf Facebook, das Einblick in ihren Arbeitsalltag im Krankenhaus gibt. Einen Tag lang hat die Ärztin aus ihrem Alltag in Zeiten von Corona live berichtet. Das größte Problem: Fehlende Schutzausrüstung.

Nicht nur Aringer klagt darüber. Auch aus einer Wiener Privatklinik berichtet P. (Name der Redaktion bekannt), ein Mitarbeiter des Hauses, Ähnliches. Wer nicht direkt mit Patienten in der Klinik zu tun habe, könne auf Abstand gehen, doch für die Pflegekräfte und die Ärzte sei das keine Option.

"Die Pflegekräfte können nicht zwei, drei Meter Abstand halten, sie müssen am Patienten arbeiten. Manche Patienten haben Symptome, die noch nicht klar sind. Und viele Mitarbeiter haben keine Schutzausrüstungen und keine Masken", so P.

Angst um Arbeitsplatz

Zudem würden in der Klinik auch Patienten mit unklaren Symptomatiken aufgenommen. Getestet werde hingegen kaum. Das führe bei den mehr als 100 Mitarbeitern des Hauses zu Verunsicherung. Manche würden bereits aus Angst um ihre Gesundheit und die ihrer Familie an psychischen Folgen leiden.

"Wir verlieren die Leute durch psychischen Druck, durch Angst um den Arbeitsplatz, die eigene Gesundheit und die Gesundheit der Familie", so P. Die Situation sei ernst. Hinzu komme, dass die Belegschaft den finanziellen Druck zu spüren bekomme. "Da es ein Privatspital ist, ist der wirtschaftliche Aspekt natürlich wichtig. In den vergangenen Tagen wurde der Betrieb zurückgefahren, doch nun heißt es, dass der Betrieb soweit wie möglich wieder geöffnet werden soll."

Schutzmasken recyceln und kaufen

Vonseiten des Bundes laufen derzeit Bemühungen, Schutzausrüstung für Spitäler und Ärzte zu kaufen. Der Krankenanstaltenverbund (KAV) hat indes die Reinigung von Schutzmasken getestet. FFP2 und FFP3 Masken werden dabei bei 121 Grad Celsius dampfsterilisiert. Die Nachbeschaffung der Schutzausrüstung habe aber weiterhin Vorrang, heißt es laut heute.at. "Wir haben mittlerweile die Verantwortung für die zentrale Beschaffung für alle Gesundheitseinrichtungen der Stadt Wien, sowie für das Land Burgenland übernommen", so KAV-Generaldirektorin-Stellvertreter Herwig Wetzlinger.

In den sozialen Medien kursieren derzeit außerdem Anleitungen zum Selbernähen von Mundschutz-Masken. Das sei, aus Expertensicht, aber nur bedingt sinnvoll. Vor allem im medizinischen Bereich würden sich die Masken nicht eignen. Allerdings könnten selbstgenähte Masken für Privatpersonen einen Nutzen bringen, wenn es darum geht, sich nicht ins Gesicht zu fassen oder andere Menschen zu schützen.

Seit heute sind zudem rund 50 Sanitäter des Roten Kreuz in Wien unterwegs. Sie sollen den Ärztefunkdienstdienst unterstützen und Testkapazitäten erhöhen. Zivildiener, ehrenamtliche und hauptberufliche Mitarbeiter können nun dafür eingesetzt werden, berichtet orf.at.

Autor:

Elisabeth Schwenter aus Penzing

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