Dunkles Wien
Zwei Geheimnisjäger auf Tour

Die Autoren Johannes Sachslehner (l.) und Robert Bouchal.
  • Die Autoren Johannes Sachslehner (l.) und Robert Bouchal.
  • hochgeladen von Mathias Kautzky

Ein neues Buch widmet sich den Geschichten und Geheimnissen verborgener Orte in unserer Stadt.

WIEN. "Gleich nach dem Eingang war ein großer Deckel in den Boden eingelassen. Als ich ihn aufmachte, schaute ich direkt in die Zwangsbelüftung eines riesigen Gewölbekellers. Dann seilte ich mich ab: zehn Meter senkrecht hinunter", erzählt Robert Bouchal, der gemeinsam mit Johannes Sachslehner das Buch "Dunkles Wien" veröffentlicht hat.

"Wir zeigen in dem Buch ein anderes Wien: eine Stadt der uralten Gewölbe, der engen Schächte und der ewigen Finsternis samt dem Schrecklichen, das hier einst geschehen ist", so Sachslehner. "Von vergessenen Klosterkerkern bis zur Unterwelt des Arsenals, vom Zuchthaus bis zur Kaserne, von der Hinrichtungsstätte bis zum KZ-Außenlager."

So entlocken die beiden Forscher auch bekannten Orten noch Geheimnisse – etwa dem Spiegelgrund, in der NS-Zeit Tatort verbrecherischer Menschenexperimente, wo Bouchal und Sachslehner zwischen den heute geschlossenen Pavillons auf ein "mondänes Jugendstiltheater mit vertäfelten Wänden und riesigen Lustern" gestoßen sind, oder dem Simmeringer Zentrum, wo Bouchal einen ehemaligen Luftschutzraum mit enormen Ausmaßen beschreibt: "Unterirdische Gänge, die seit 50 oder 60 Jahren niemand beschritten hat." Die Erkundungen filmt Bouchal stets mit einer Helmkamera mit. Auf Youtube findet man unter seinem Namen einige Videos.

Neue Seiten uralter Orte

Bouchal und Sachslehner teilen ihre Vorliebe für das Verborgene: Beide haben in diesem Genre zahlreiche Werke veröffentlicht. "Wir versuchen dabei, nichts aufzuwärmen, sondern immer Neues zu beschreiben, aber auch Altbekanntes neu zu präsentieren", so Sachslehner. "Als ich mich in diesen Keller abgeseilt habe, habe ich dort unten drei Tage lang jeden Winkel erforscht", so Bouchal. Beim Lesen spürt man die Leidenschaft und die Hingabe der Autoren für das Erforschen unbekannter Orte.

Der Gewölbekeller, in den sich Bouchal damals abgeseilt hat, befand sich übrigens unter dem Palais Chotek in der Währinger Straße 28. Heute ist dort eine Großbaustelle. "Das gesamte Ensemble wird zu einem Hotel mit 160 Zimmern", erklärt der Autor. Sachslehner merkt an, dass der Gewölbekeller im Zuge der Bauarbeiten bis zur Oberkante des Belüftungsschachtes mit Beton gefüllt wurde. Was Bouchal und Sachslehner dort unten alles gesehen haben, wäre also fast für immer verloren gewesen. War’s das jetzt mit Wiens geheimnisvollen Orten? "Ganz und gar nicht", winkt Sachslehner ab und schmunzelt: "Wir haben noch ausreichend Material für weitere Bücher."
"Dunkles Wien" ist um 27 Euro im Buchhandel erhältlich.

Zum Buch "Dunkles Wien"

"Dunkles Wien" von Robert Bouchal und Johannes Sachslehner ist im Styria Verlag erschienen, umfasst 192 Seiten und ist um 27 Euro erhältlich.

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