Protest auf der Straße
120.000 Teilnehmer - Ein halbes Jahr Donnerstagsdemo in Wien

Can Gülcü, Laura Holzinger-Şahan und Michaela Moser (v. l.) gehören zum Organisationsteam der Donnerstagsdemos. Seit einem halben Jahr finden die Demos wöchentlich in Wien statt.
  • Can Gülcü, Laura Holzinger-Şahan und Michaela Moser (v. l.) gehören zum Organisationsteam der Donnerstagsdemos. Seit einem halben Jahr finden die Demos wöchentlich in Wien statt.
  • Foto: Christopher Glanzl
  • hochgeladen von Elisabeth Schwenter

Seit einem halben Jahr demonstrieren jeden Donnerstag tausende Menschen auf Wiens Straßen gegen die Politik der schwarzblauen Bundesregierung. Rund 120.000 Teilnehmer zählte die Do-Demo bisher.

WIEN. Am kommenden Donnerstag, 4. April, wird auf den Straßen Wiens die 24. Donnerstagsdemo stattfinden. Nach einem halben Jahr wöchentlichem Protest - am 4. Oktober fand die erste Donnerstagsdemo statt - erwarten die Organisatoren auch dieses Mal wieder tausende Teilnehmer.

Zu Beginn habe es im Team der Organisatoren Zweifel gegeben, dass wöchentlich tatsächlich so viele Menschen auf die Straße gehen würden – in ganz Wien, erzählen die Organisatoren bei der Halbjahres-Pressekonferenz. “Anfangs waren wir selbst nicht sicher, ob es funktionieren würde, Woche für Woche viele Menschen auf die Straße zu bringen. Aber wir wollten aus der politischen Lethargie heraus und probieren, ob es geht”, so Mitarganisatorin Michaela Moser. “Dann zeigte sich, dass wir nach fünf, zehn, 15, 20 Wochen immer noch Tausende sind. Mittlerweile fühlt sich die Losung 'Wir sind jetzt zusammen' nicht mehr wie eine Behauptung an, sondern wie ein Bekenntnis, das sich viele teilen.”

In sechs Monaten zählten die Do!-Organisatoren insgesamt 120.000 Teilnehmer. 150 Menschen standen auf der Bühne und haben über politische Fragen, soziale Gerechtigkeit und ihre persönliche Lebensgeschichten gesprochen und 70 verschiedenen Künstler und Musiker haben die Demos begleitet.

Mit Lebenslust den Winter überstanden

„Das sind keine Frustdemos. Wir zeichnen uns durch große Lebenslust aus“, beschreibt Moser die Stimmung der Demos. Dass auch nach einem halben Jahr immer noch wöchentlich tausende Menschen teilnehmen und die Demos mittlerweile in vielen Städten Österreichs stattfinden, zeige, so Laura Holzinger-Şahan vom Organisationsteam, dass es eine solidarische Gesellschaft gibt.

Und es wird weitergehen. "Wir schmieden Allianzen, gehen Kooperationen ein. Es gibt viele Anlässe dazu, wenn man die Regierung betrachtet", so Moser. Grundsätzlich gehe es bei den Demos aber nicht nur darum, gegen die aktuelle Regierung zu protestieren, sondern vor allem darum, Politik anders zu gestalten. „Es ist nicht damit getan, dass man die Farbe wechselt“, zeigen sich die Organisatoren kämpferisch. 

Die Themen der Donnerstagsdemos

Rassismus, Sexismus, Gewalt gegen Frauen, Care-Arbeit, undokumentierte Arbeit, Armut, Bildung oder Wohnen: Die Themen der Demo sind breit gefächert. Bei jeder Demo sprechen Betroffene und Experten, um einen möglichst umfangreichen Blick zu bieten, so die Organisatoren. Am kommenden Donnerstag, den 4. April, wird es zunächst um das Thema Utopie gehen. Wie wollen wir leben und was ist das gute Leben für alle? Diese Fragen werden am 4. April im Vordergrund stehen, so die Organisatoren.

Die Demo wird am kommenden Donnerstag durch die Innere Stadt von der Freyung über die Strauchgasse, die Wallnerstraße, den Michaelerplatz und die Schauflergasse zur Abschlusskundgebung am Ballhausplatz ziehen. Los geht es um 18 Uhr.

Am 11. April geht es um Wissenschaft und Bildung und am 25. April steht das Thema „Abschiebungen und Gewalt“ im Vordergrund. Denn vor 20 Jahren, am 1. Mai 1999, kam der Nigerianer Marcus Omofuma bei einem Abschiebeflug nach Nigeria ums Leben. 

Der Mai wird im Zeichen von Europa stehen. In diesem Zusammenhang werden die Themen Arbeit, Wohnen und Sozialstaat diskutiert.

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