Bleiberecht gefordert
Ajla droht Abschiebung – Schule ist "fassungslos"

Die Schülerin Ajla (Mitte) soll abgeschoben werden. Ihre Schulfreundin Magali und Alexander Pollak von SOS Mitmensch demonstrieren dagegen.
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  • Die Schülerin Ajla (Mitte) soll abgeschoben werden. Ihre Schulfreundin Magali und Alexander Pollak von SOS Mitmensch demonstrieren dagegen.
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Einer Schülerin droht nur ein Jahr vor ihrer Matura die Abschiebung. Ihre Schule zeigt sich "fassungslos". Bildungsexperte Stefan Hopmann und SOS Mitmensch fordern in einem Eil-Antrag an Innenminister Karner (ÖVP) ein Bleiberecht. 

WIEN. Seit sechs Jahren lebt Ajla in Österreich. Sie ist Schülerin des Gymnasiums Anton-Krieger-Gasse in Liesing. Jetzt, nur ein Jahr vor ihrer Matura, soll die Schülerin abgeschoben werden. Zudem soll ein Wiedereinreiseverbot für die kommenden drei Jahre verhängt werden. Grund dafür ist ihr Vater, der straffällig geworden sein soll.

Publik gemacht hat den Fall die Menschenrechtsorganisation SOS Mitmensch. Die geplante Abschiebung, die stark an den Fall Tina erinnert, sorgt für scharfe Kritik. Michael Fleck, Direktor des Gymnasiums zeigt sich fassungslos und spricht von einer "furchtbaren Situation für Ajla und für uns".

Schule zeigt sich entsetzt

Der Schülerin fehlt lediglich noch ein Jahr um ihren Abschluss zu machen. Ajla sei "ein tolles Mitglied unserer Gesellschaft, eine super Schülerin, ein super Mensch", so Direktor Fleck. Die ganze Schule fühle sich machtlos und könne nicht verstehen, warum Ajla abgeschoben werden soll. 

Die Schülerin Ajla (rechts) soll abgeschoben werden. Ihre Schulfreundin Magali demonstriert dagegen.
  • Die Schülerin Ajla (rechts) soll abgeschoben werden. Ihre Schulfreundin Magali demonstriert dagegen.
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Auch in Ajlas Klasse herrscht Entsetzen: „Für Ajla steht ihr ganzes Leben auf dem Spiel, alles, was sie sich jetzt hier aufgebaut hat in Österreich. Nicht nur die Schule, sondern auch das soziale Leben, weil sie hier viele Freunde und Freundinnen gefunden hat", sagt  Klassenkollegin Magali.

Bildungsexperte fordert humanitäres Bleiberecht

Auch der bekannte Bildungsexperte Stefan Hopmann kritisiert den Entscheid in einer Stellungnahme gegenüber SOS Mitmensch scharf. "Eine erfolgreiche und gut integrierte Schülerin soll ein Jahr vor der Matura des Landes verwiesen und weitere drei Jahre an einer Rückkehr gehindert werden, was garantiert, dass sie diesen Schulabschluss nicht mehr wird erreichen können. Wer solches anordnet, fügt vorsätzlich einem jungen Menschen eine schwerwiegende traumatische Belastung zu. Im normalen Leben wäre das strafbar.“

Ob Innenminister Karner (ÖVP) die Abschiebung verhindern wird gilt als unwahrscheinlich.
  • Ob Innenminister Karner (ÖVP) die Abschiebung verhindern wird gilt als unwahrscheinlich.
  • Foto: ROLAND SCHLAGER / APA / picturedesk.com
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Hopmann appelliert an die Verantwortlichen, "dass in letzter Minute doch noch der moralische Anstand obsiegt". So könne man durchaus von dem Recht Gebrauch machen, dem Mädchen bis zum Schulabschluss das humanitäre Bleiberecht zu gewähren.

Eil-Appell an Innenminister Karner

SOS Mitmensch appelliert an Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) und an das ihm unterstellte Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl, die Ausweisung von Ajla zu stoppen und das dreijährige Wiedereinreiseverbot aufzuheben.

Zudem fordert die Menschenrechtsorganisation eine Regelung, die es im Schulsystem verankerten Jugendlichen ermöglicht, ihren Bildungsweg in Österreich abzuschließen. Um die drohende Ausweisung von Ajla zu verhindern, richtet SOS Mitmensch einen Eil-Appell an den Innenminister. Dieser kann online unterstützt werden. Stand Donnerstag, 11.25 Uhr, haben bereits mehr als 3.000 Menschen den Eil-Antrag unterzeichnet.

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