Wo hat Wien noch Luft nach oben?
Die lebenswerteste Stadt der Welt im Vergleich

Wien ist leiwand, das ist klar. Ein bisschen können wir uns aber noch verbessern.
  • Wien ist leiwand, das ist klar. Ein bisschen können wir uns aber noch verbessern.
  • Foto: P. Lembcke
  • hochgeladen von Elisabeth Schwenter

Mobilität, Wohnen, Mitbestimmung und Innovation: Einige Beispiele dafür, wo Wien gut, aber nicht die Nummer eins ist.

WIEN. Dass Wien im internationalen Städtevergleich gut dasteht, ist kein Geheimnis. In der viel zitierten Mercer-Studie, in der gemessen wird, wie hoch die Lebensqualität in den großen Städten der Welt ist, belegt Wien seit 2009 in Folge immer wieder den ersten von 450 Plätzen. In anderen Bereichen ist Wien nicht immer nur auf dem ersten Platz. Hier einige Beispiele dafür, wo Wien noch aufholen kann, auch wenn wir da auf hohem Niveau jammern. Aber, Hand aufs Herz, das tun wir ja gern.

Innovation findet Stadt

Der Clobal City Index misst, wie relevant Städte im Austausch von Informationen und bei internationalen Geschäftsaktivitäten sind. 135 Städte weltweit wurden für das Ranking 2019 verglichen. Wien belegt dabei den guten, aber für die verwöhnte Wiener Herz doch noch ausbaufähigen Platz 25.

Innovationen in den großen Städten der Welt misst der Innovation Cities Index. Merkmale aus den Feldern Wirtschaft, Start-ups, Technologie, Gleichstellung und Umwelt werden verglichen. Wien belegt aktuell Platz 19 – von wohlgemerkt 500 Städten weltweit.

Verbesserungsbedarf, wenn man so will, lässt sich aus dem Global Power City Index ablesen. Hier werden weltweit Städte danach verglichen, wie sie Menschen, Unternehmen und Geld aus anderen Ländern „anziehen“. Wirtschaft, Wissenschaft und Entwicklung, kulturelle Interaktion, Lebensqualität, Umwelt und Zugang zu Ressourcen werden zum Vergleich herangezogen. Wien liegt im Ranking von 44 Städten auf Platz 17. Gut – aber für Wiens Gewohnheiten könnte das besser sein, oder?

Mobilität und Radverkehr

Nachhaltige Mobilität ist ein Schlagwort, bei dem Wien den Vergleich nicht zu scheuen braucht. Platz 6 von 100 geht sich im Sustainable Cities Mobility Index locker aus. Besonders der Klimawandel zwingt die Stadt zum Handeln.

Was den Radverkehr betrifft, ist aber noch Luft nach oben: Wien hat auf den ersten Blick ein Radwegenetz von 1.430 Kilometern, allerdings beträgt der Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen nur 13 Prozent. Die Zahlen trügen allerdings ein bisschen. Wenn man sich die baulich getrennten Radwege anschaut, kommt man auf folgende Zahlen: Nur rund 160 Kilometer sind baulich getrennte Radwege. Das heißt bei den 2.800 km Straßennetz Wiens, dass durchschnittlich nur ein Kilometer von 20 Straßenkilometern einen Radweg aufweist. Im Vergleich: Kopenhagen hat etwa 400 Kilometer Radwege und einen Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehr von 65 Prozent. Deutlich mehr sichere und räumlich von der Fahrbahn getrennte Radwege hat aber jedenfalls die dänische Hauptstadt. 350 Kilometer sind es gegenüber 164 Kilometern in Wien. 

Außerdem gibt es in Kopenhagen Radschnellstraßen. Ohne Unterbrechung kommt man da mehrspurig mit dem Fahrrad voran. Wien hat sowas nicht.

Mitbestimmung in der Stadtpolitik

Für die zweite und dritte Generation der Zuwanderer besteht in Österreich kein Anspruch auf die Staatsbürgerschaft. Das ist im internationalen und europäischen Vergleich vielfach anders. Etwa in Deutschland oder Griechenland werden Kinder von Zuwanderern nach einer gewissen Zeit oder mit deren Schuleintritt automatisch zu Staatsbürgern des Landes. Dass das in Österreich nicht so ist, ist natürlich kein Verschulden der Stadt Wien.

Und dennoch: Auf kommunaler Ebene, bei Landtags- oder Gemeinderatswahlen, plädieren viele Experten für eine Entkoppelung des Wahlrechts von der Staatsbürgerschaft. Das nämlich ist in Europa bereits in 14 Ländern der Fall. Zugereiste würden so gleich behandelt werden, egal ob sie aus einem anderen Bundesland, aus der EU oder einem Drittstaat kommen. Eine entsprechende Änderung des Wahlrechts in Österreich bräuchte eine Zweidrittelmehrheit im Parlament.

Wohnen in Wien: Wer soll das bezahlen?

1.898.000 Menschen leben in Wien. Das sind 21,5 Prozent der Gesamtbevölkerung des Landes. Die Mietpreise sind im Vergleich mit anderen europäischen Hauptstädten immer noch halbwegs leistbar – obwohl die Preiskurve in den vergangenen Jahren steil nach oben ging. Klar ist: Der soziale Wohnbau in Wien dämpft die Preise. Ohne Gemeindebauten könnten sich ungleich mehr Wienerinnen und Wiener das Wohnen wohl kaum mehr leisten.

9,9 Euro pro Quadratmeter weist der Deloitte Property Index für Wien aus. Günstiger sind Sarajevo, Berlin oder Porto. In Madrid zahlt man 18,6, in Dublin 25 und in Paris 28,3 Euro pro Quadratmeter. Der Quadratmeterpreis für eine Eigentumswohnung beträgt im Schnitt 4.868 Euro. Günstiger kauft man in Brüssel, Lissabon, Budapest oder Rom. London liegt mit 7.699 Euro weit darüber und in Paris kostet ein Quadratmeter durchschnittlich 12.863 Euro.

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