Das Wahlsystem einfach erklärt
Regionalwahlkreise - Was ist das und wer kandidiert?

Regionalwahlkreise, Landeslisten und Bundeslisten: In Österreich wird auf drei Stufen gewählt. Damit ist der Einfluss aus Bezirken und Regionen direkter.
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  • hochgeladen von Elisabeth Schwenter

Wen wählen wir eigentlich? Was sind Regionalwahlkreise und Landeswahlkreise? Wie viel Einfluss hat eine Stimme auf die Auswahl der Mandatare im Nationalrat? Viele Fragen, hier einige Antworten. In den Regionen werden jedenfalls als erstes Mandate vergeben - hier haben die Parteien also die erste Chance, in den Nationalrat einzuziehen.

WIEN. Bald ist es wieder soweit - wir wählen den Nationalrat, um dann schließlich eine neue Regierung zu bekommen. Das Kreuzerl am Stimmzettel ist leicht gemacht, doch was bewirkt es eigentlich? Was zum Beispiel sind Wahlkreise und welche Bedeutung haben die Kandidatenlisten in solchen Landes- oder Regionalwahlkreisen? Penzing etwa, gehört neben Hietzing, Rudolfsheim-Fünfhaus und Liesing zum Wiener Regionalwahlkreis 9E. Warum das Ganze? Hier eine Erklärung:

Direkterer Einfluss auf Mandatare

Regionalwahlkreise dienen grundsätzlich dazu, dass aus allen Regionen Österreichs Abgeordnete in das Parlament gewählt werden können. Als Penzinger oder Hietzinger Wähler kann man damit ein bisschen direkter bestimmen, wer einen im Nationalrat vertreten soll. Ganz Österreich ist in 39 solcher Regionalwahlkreise eingeteilt - von Burgenland Nord bis Vorarlberg Süd. In jedem dieser Wahlkreise werden - je nach Einwohnerzahl - eine bestimmte Menge an Mandaten, also Sitzen im Nationalrat, vergeben. Hier startet also die erste Stufe des dreiteiligen Ermittlungsverfahrens einer Nationalratswahl.

Die erste Chance geht an die Regionen

Im Regionalwahlkreis gibt es also die erste Möglichkeit bei den abgegebenen Stimmen zuzugreifen. Wenn der Spitzenkandidat einer Liste ein Grundmandat erreicht, also die Wähler im Regionalwahlkreis einer bestimmten Partei genug Stimmen gegeben haben, dann kommt der Spitzenkandidat in den Nationalrat. Erreicht eine Partei nicht genug Stimmen für ein Mandat, oder bleiben nach der Mandatsvergabe Stimmen übrig, werden diese Stimmen in den Landeswahlkreis weitergereicht - dann hat der Spitzenkandidat der Landesliste die nächste Chance. In der dritten Stufe wandern die Stimmen zur bundesweiten Auszählung, also zur Bundesliste.

Die Wege ins Parlament: Mandate oder vier Prozent

Spannend dabei: Wenn ein Kandidat ein Grundmandat macht, macht er es immer, egal ob es seine Partei in den Nationalrat schafft oder nicht, ob sie die Vier-Prozent-Hürde übersteigen konnte, oder eben nicht. Das ist zwar praktisch noch nie vorgekommen, aber rein theoretisch möglich.  Bislang war noch nie eine Partei regional so stark, dass das vorgekommen wäre.

Man kann in Österreich aber eben theoretisch auf zwei Weisen in den Nationalrat einziehen: Indem man die Vier-Prozent-Hürde knackt oder ein Grundmandat erreicht. Vor einigen Jahren war es einmal knapp. Im Falle des BZÖ Kärnten wurde nämlich bei einer Nationalratswahl darüber spekuliert, ob sie die vier Prozent schaffen oder ein Grundmandat in Kärnten machen. Das BZÖ hat dann aber das Grundmandat verfehlt und die vier Prozent erreicht. Wer beides nicht schafft, also weder ein Grundmandat in einem Wahlkreis erlangt, noch die Vier-Prozent-Hürde auf Bundesebene überwindet, der landet dann in der Wahlanalyse in dem kleinen Balken, unter dem das Wörtchen "Sonstige" aufscheint.

Die Kandidaten aus Süd-West-Wien im Interview

Die bz hat die Kandidaten der einzelnen Parteien aus dem Regionalwahlkreis Süd-West-Wien zum Gespräch gebeten. Bis zwei Wochen vor der Wahl werden die Interviews hier nach und nach veröffentlicht. 

Wolfgang Gerstl (ÖVP - Listenplatz 1):
"Für mehr Transparenz"

Julia Herr (SPÖ - Listenplatz 2):
"Kann mir sehr schwer vorstellen, mit Sebastian Kurz zu koalieren"

Christoph Pramhofer (Neos - Listenplatz 1):
"Eine gemeinsame Regierung mit der FPÖ ist ausgeschlossen"

Susanne Giendl (Jetzt-Liste Pilz - Listenplatz 1):
"Wir sind da, um Sebastian Kurz und seinem System auf die Finger zu schauen"

Ewa Ernst-Dziedzic (Grüne - Listenplatz 1): 
"Druck ist in der Klimafrage eine wichtige Sache"

Markus Tschank (FPÖ - Listenplatz 1):
"Ein Verbot der Identitären geht in Richtung Gesinnungsdiktatur"

Die kleinen Parteien in Wien:
Fayad Mulla (Der Wandel - Spitzenkandidat):
"Erben ist keine Leistung"

Marco Pogo (Bierpartei - Spitzenkandidat):
"Wir wollen Österreich zukunftsfett machen"

Autor:

Elisabeth Schwenter aus Penzing

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