bz-Interview
Stadtrat Hanke will mit Digitalisierung zum Nulldefizit

Peter Hanke ist seit 24. Mai Wirtschaftsstadtrat. Davor war er Geschäftsführer der Wien Holding.
  • Peter Hanke ist seit 24. Mai Wirtschaftsstadtrat. Davor war er Geschäftsführer der Wien Holding.
  • Foto: Markus Spitzauer
  • hochgeladen von Nicole Gretz-Blanckenstein

Wiens Finanzstadtrat Peter Hanke über das digitale Wien, Schulden und warum er eine Lehre machen würde.

WIEN. Seit knapp fünf Monaten ist Peter Hanke Stadtrat für Finanzen, Wirtschaft, Digitalisierung und Internationales. Davor war er von 2002 bis Mai 2018 als Geschäftsführer der Wien Holding tätig. Die bz-Wiener Bezirkszeitung hat ihn zum Interview gebeten.

Wien ist kürzlich gemeinsam mit Dortmund zur “Digitalsten Stadt” ausgezeichnet worden. Wie digital ist denn Wien?
PETER HANKE: Wien ist sehr digital. Wir haben hier schon einiges erreicht, wie zum Beispiel die 'Sag’s Wien'-App. Mit der kann man der Stadtverwaltung von unterwegs Anliegen, Gefahren oder Störungen per Smartphone melden. Oder die Stadt Wien Live App, wo wir digital Behördenwege und Infos anbieten. So wollen wir den Menschen möglichst viele Wege auf das 'Amt' ersparen. Daher freut es mich besonders, dass das auch international wahrgenommen wird. Denn wir wollen die digitale Hauptstadt Europas werden.

Welche Rolle spielt die Digitalisierung beim Budget? Sie wollen ja im Jahr 2020 ein Nulldefizit erreichen.

Gerade die Digitalisierung ist eine der Möglichkeiten, wo wir durch kürzere Wege effizienter werden und damit auch sparen. Wir haben die MA 01 zum Beispiel ins Leben gerufen, wo wir wesentliche Bereiche der IT zusammengezogen haben. Oder aktuell die Zusammenlegung der Standesämter des 5. und 8. Bezirks am neuen Standort am Alsergrund. Das ist der Weg, den wir konsequent mit allen Geschäftsgruppen erarbeiten, um 2020 die schwarze Null zu erreichen.

Was macht den Wirtschaftsstandort Wien so attraktiv?

Der Wirtschaftsstandort lebt natürlich davon, dass die Menschen, die nach Wien kommen, hier gerne leben und arbeiten. Dass das gelingt, zeigt zum Beispiel, dass alle 55 Minuten in Wien ein neues Unternehmen gegründet wird. Das hilft uns auch am Weltmarkt. Wien vereint mehr internationale Wirtschaftskraft als alle anderen Bundesländer zusammen. Es ist uns auch gelungen, vom letzten aufs heurige Jahr 20.000 Wienerinnen und Wiener neu in Beschäftigung zu bringen – Ende 2020 sollen es weitere 50.000 sein. Das ist mein Ziel. Ein Kraftakt, doch genau diesen Weg müssen wir weiter verfolgen.

Wo gibt es Nachholbedarf?
Wir müssen die Bezirke, die besonders wachsen, verkehrstechnisch anschließen. Das ist besonders im 21. und 22. Bezirk der Fall. Deshalb sind für uns der Lobau-Tunnel und auch die Stadtstraße, eine Verbindungsstraße im 22. Bezirk, wichtige Vorhaben. Aber auch der U-Bahn-Ausbau. Die gefahrenen Kilometer die mit den Öffis zurückgelegt werden, sind sensationell in dieser Stadt. Das ist ein Markenzeichen Wiens und macht uns einzigartig.

Wien hat einen Fachkräftemangel. Wie kann man die Lehre attraktivieren?
Wir müssen die Menschen besser informieren, um ihre teils schlechte Meinung über die Lehre zu verändern. Wenn man zu Hause ein Problem hat und einen Installateur oder Elektriker braucht, ist man froh, wenn einem schnell geholfen wird. Das zeigt uns allen tagtäglich, wie wichtig Fachkräfte sind. Die Lehre ist eine fundierte, fachliche Ausbildung.

Können Sie sich erinnern, welchen Berufswunsch Sie als Kind hatten?
Ich wollte Polizist werden. Es war für mich immer eine schöne Vorstellung, für Recht und Ordnung zu sorgen. Das ist es nicht ganz geworden, aber ich darf bei den Finanzen für Ordnung sorgen.

Wenn Sie heute 18 Jahre alt wären und die Matura in der Tasche hätten – würden Sie studieren, oder würden Sie sich für eine Lehre entscheiden?
Ich würde mit dem heutigen Wissen eine Lehre durchaus angehen. Mit dem Bewusstsein, dass ich später gerne ein Unternehmen in dieser herrlichen Stadt gründen würde.

Und welcher Lehrberuf käme in Frage?
(lacht) Ganz tief lass ich in meine Seele nicht blicken.

Autor:

Nicole Gretz-Blanckenstein aus Wien

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