Zielpunkt: "Wir haben durch unsere Kunden erfahren, dass unsere Arbeitsplätze wackeln"

WIEN. In manchen Zielpunktfilialen herrscht großer Redebedarf bei den Mitarbeitern. In anderen wird man schon nach wenigen Fragen hinaus komplemetiert. Höflich, aber bestimmt. Was aber alle Filialen gemein haben, ist die große Unsicherheit der Angestellten. Denn am 1. Dezember wird der Konzern beim Handelsgericht Wien einen Insolvenzantrag einbringen. Das teilten die Eigentümer am Mittwochabend mit. In Wien sind davon 138 Filialen betroffen. Österreichweit 229 Filialen. Das heißt, 2.500 Mitarbeiter stehen kurz davor, ihren Job zu verlieren.

"Wir sind alle schockiert und haben Angst davor wie es weitergeht", sagt eine Mitarbeiterin in der Gonzagagasse im ersten Bezirk. Dass ihre Zukunft beim Zielpunkt ungewiss ist, hat sie von Kunden erfahren. "Die sind gestern Nachmittag gekommen und haben gefragt, was da los ist. Dabei haben wir selber noch gar nichts gewusst."

"Es gab - zumindet für uns - keine Anzeichen davor, niemand hat geredet", bestätigt eine Mitarbeiterin aus Floridsdorf. "Es war für uns alle ein großer Schock. Meine Existenz ist jetzt bedroht." Zuvor habe es zwar immer wieder Änderungen gegeben, aber letztendlich sei dann doch alles beim Alten geblieben. Bis jetzt.

"Das kommt aus heiterem Himmel"

"Bis Ende des Jahres ist die Arbeit fix. Dann muss man schauen", heißt es in der Filiale in der Favoritenstraße im 4. Bezirk. Dort habe die Insolvenz alle überrascht. "Zumindest unser Zielpunkt läuft gut. Für uns kommt das aus heiterem Himmel." Auch die Kunden hier sind geschockt. "Hier kriege ich super Produkte. Und das billiger. Und jeden Mittwoch gibt es eine Minus-Zehn-Prozent-Aktion für Pensionisten", erzählt eine Seniorin. "Wenn man so eine kleine Pension wie ich hat, ist das ein wichtiger Faktor."

Zurück in der Inneren Stadt. Rund 80 Prozent der Kunden seien Stammkunden, sagt eine Mitarbeiterin. "Das ist ein Wahnsinn. Was sollen die Menschen jetzt kurz vor Weihnachten ohne Job machen?" fragt eine von ihnen. Trotzdem ist die Hoffnung bei den Mitarbeitern ungebrochen "Heute kommt unser Chef und redet mit uns über die Zukunft. Ich hoffe auf ein Weihnachtswunder."

Reportage von Andreas Edler, Christine Bazalka und Anja Gaugl.

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