Austro-Türke muss nach Bombendrohung drei Monate ins Gefängnis

Der Angeklagte vor dem Schöffensenat.
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  • Der Angeklagte vor dem Schöffensenat.
  • hochgeladen von Peter Zezula

Dieser Anruf am 4. März 2017 bei der Polizei Neunkirchen löste selbst, als er jetzt im Gerichtssall vorgespielt wurde, noch immer ein mulmiges Gefühl aus: "20.45 Uhr, Bombe im Cine Nova", Bilal Y. (42) wiederholte seine Drohung ein zweites Mal. Was folgte war Routinearbeit für die Polizei in Wiener Neustadt. In Zeiten des IS-Terrors werden solche Anrufe ernst genommen. Das Cine Nova samt Kino, Bowlingbahn und Gastronomie wurde geräumt, rund 700 Besucher mussten schnurstracks alles liegen lassen und ins Freie gehen. Spürhunde durchsuchten die Säle nach eventuellen Bomben, Feuerwehr und Rettung rückten an. Das Center blieb für diese Nacht gesperrt.
Bombenalarm im Kinocenter

Der anonyme Anrufer war schnell ausgeforscht: Bilal Y., wohnhaft im Bezirk Neunkirchen, österreichischer Staatsbürger mit türkischen Wurzeln, Familienvater, arbeitslos und dem Alkohol nicht abgeneigt. So trank er am Tatabend einen Doppler Wein und rief dann mit dem Handy seines minderjährigen Sohnes an.

Nur über das Motiv dieser sinnlosen Handlung wurde gerätselt und gerätselt, freilich eine Antwort gab es auch vor dem Schöffengericht in Wiener Neustadt nicht. Richter Erich Csarmann fragte nach einem eventuellen Hintergrund: "Hatten Sie Probleme mit dem Betreiber des Kinocenters?" "Ich war noch nie dort", so Y., der weiter ausführte: "Ich bin 42 Jahre in Österreich und habe noch keinem etwas getan. Vielleicht waren meine Nerven kaputt, weil ich ohne Arbeit bin."

Nach nur eineinhalb Stunden fällte der Senat ein Urteil: 18 Monate, davon drei Monate Haft, der Rest bedingt auf drei Jahre.
Y. nahm nach Rücksprache mit seinem Neunkirchner Anwalt Klaus Haberler das Urteil an, der Staatsanwaltschaft schien die Strafhöhe nicht hoch genug - daher nicht rechtskräftig.

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