Frauen mehr Sicherheit geben und die Gewaltspirale durchbrechen

Susanne Schmid, Michaela Egger, Petra Bohuslav, Christian Teschl-  Hofmeister, Sonja Fiegl waren im Gespräch.
  • Susanne Schmid, Michaela Egger, Petra Bohuslav, Christian Teschl- Hofmeister, Sonja Fiegl waren im Gespräch.
  • Foto: Wir Frauen
  • hochgeladen von Doris Simhofer

Tenor des Pressegesprächs mit Landesleiterin LR Petra Bohuslav, LR Christiane Teschl-Hofmeister, Obstlt Sonja Fiegl und GF Michaela Egger anlässlich der Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“.

WIENER NEUSTADT-BEZIRK/ST. PÖLTEN. Die Räume des Gewaltschutzzentrums in der Grenzgasse in St. Pölten bildeten den Rahmen für ein ausführliches Pressegespräch, das auf Bestreben der Landesleiterin der Wir Niederösterreicherinnen-ÖVP Frauen, LR Petra Bohuslav stattfand. Sie hatte LR Christiane Teschl-Hofmeister, Bezirkspolizeikommandantin Obstlt Sonja Fiegl und Geschäftsführerin Michaela Egger eingeladen, gemeinsam über Maßnahmen zum Thema Gewaltschutz zu diskutieren.
„Es braucht die Zusammenarbeit aller Akteure, um die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und Gewalt gegen Frauen wirkungsvoll zu bekämpfen,“ unterstrich Landesleiterin LR Petra Bohuslav zu Beginn des Gesprächs. Sie nahm damit auf die erschreckend hohe Zahl der weiblichen Opfer von Gewaltverbrechen Bezug, die in diesem Jahr in Niederösterreich zu beklagen waren. „Viele Frauen sind zu eingeschüchtert, um Hilfe in Anspruch zu nehmen. Doch alle Frauen haben das Recht auf ein gewaltfreies Leben!“ appellierte Bohuslav.

Frühe Sensibilisierung

Die Wichtigkeit von Präventionsarbeit und frühzeitiger Sensibilisierung bestätigte auch Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, die über den runden Tisch mit Expertinnen und Experten informierte. „Mit Veranstaltungen, die rund um den Tag gegen Gewalt an Frauen abgehalten werden – wie etwa das Symposium oder die Teilnahme an ‚Orange the World‘ und das hissen der Fahne ‚Gewalt frei leben‘ vor dem NÖ Landhaus – möchten wir auch die Öffentlichkeit sensibilisieren, denn Gewalt gegen Frauen soll und darf kein Tabuthema sein“, so Frauen-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister.

Frau Bezirkskommandantin Oberstleutnant Sonja Fiegl brachte ihre sehr konkreten Erfahrungen mit der Thematik in das Gespräch ein. Sie zeigte sich ob der bereits bestehenden Zusammenarbeit zwischen Land, Polizei und Institutionen zufrieden, sieht jedoch konkrete Bereiche, wo Verbesserungspotential besteht. „Neben vermehrter Vernetzungs- und Überzeugungsarbeit ist es sehr wichtig, das Angebot an Nachbetreuung für gewaltbereite Menschen zu erhöhen, wie etwa durch Anti-Gewalt-Trainings“, bekräftigte Fiegl.

Sicherheit vermitteln

Aber auch außerhalb der eigenen vier Wände sei es notwendig, Frauen das Gefühl der Sicherheit zu vermitteln. Einen wesentlichen Beitrag dazu leiste laut Landesleiterin LR Petra Bohuslav die Errichtung von Frauenparkplätzen. Sie arbeite hier eng mit Landesrat Ludwig Schleritzko zusammen, der die Initiative voll unterstütze. „Bei zukünftig zu errichtenden Park & Ride Anlagen werden nun mindestens 8-10% der Stellplätze als Frauenparkplätze gekennzeichnet, die näher an Fluchtwegen und Ausgängen liegen, stärker beleuchtet sind und entsprechend markiert und beschildert werden. Bis Ende 2019 werden rund 120 neue Frauenparkplätze zur Verfügung stehen“, informierte Bohuslav.

Abschließend berichtete Geschäftsführerin Michaela Egger über das wichtige Beratungsangebot des Gewaltschutzzentrums und machte deutlich, dass häusliche Gewalt vor Herkunft, Bildungsstatus, Religion oder sexueller Orientierung nicht Halt macht. „Es ist wichtig, nach außen zu gehen, Hilfe und Unterstützungsangebote zu nutzen und sich nicht zu verstecken“, erklärte Egger. Die Teilnehmerinnen waren sich alle einig, dass der Gesellschaft und den Medien eine wichtige Rolle in der Enttabuisierung des Themas zukommt und dass bereits die richtige Wortwahl in der Gewaltprävention notwendig sei. Klares Ziel ist, die bestehenden Maßnahmen weiter voranzutreiben um die Gewaltspirale, in der sich viele Frauen befinden, endgültig zu durchbrechen.

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