Gericht: Ein Zusammenleben zwischen Streit und Angst

Der Angeklagte ließ sich nicht anwaltlich vertreten, verteidigte sich selbst: Freispruch.
  • Der Angeklagte ließ sich nicht anwaltlich vertreten, verteidigte sich selbst: Freispruch.
  • hochgeladen von Peter Zezula

"Dieses Familiensystem muss die Hölle sein. Das hat aber keine strafrechtlichen Konsequenzen", sagte Richterin Karina Matkovits zum Abschluss der Verhandlung, die mit einem Freispruch endete.
Der 44-jährige Schlosser stand wegen Nötigung und gefährlicher Drohung vor Gericht in Wiener Neustadt - nur dafür, ob er die Taten - Verletzung seiner Lebensgefährtin am Handgelenk mit der Drohung, er werde sie samt Kinder in die Luft sprengen - auch tatsächlich getan hat, gab es zuwenig Anhaltspunkte.

Der Verhandlungsverlauf zeichnete ein erschütterndes Bild einer zehnjährigen Beziehung, in der beiderseitige finanzielle Abhängigkeit, Streit und große Angst seitens der Frauen an der Tagesordnung gewesen sein dürften.

Das Unfassbare: Das Paar lebt nach all dem, was vorgefallen sein soll und auch nachdem die Anzeige erfolgte, noch immer im gemeinsam gekauften Haus. Die Mutter verzweifelt, kleinlaut und "ich lebe in Angst" wimmernd, die Tochter schon weit klarer: "Ich habe Angst, dass er mir und meiner Mama was antut."

Alles zuwenig für einen Schuldspruch - noch nicht rechtskräftig.

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