Corona ließ kein großes Fest zu
Haus der Barmherzigkeit feiert Inbetriebnahme des neuen Stadtheims Wiener Neustadt

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WIENER NEUSTADT (Red.). Genau ein Jahr nach der Dachgleiche ist es nun soweit: Das Stadtheim neu des Haus der Barmherzigkeit (HB) öffnet seine Pforten. Kurz vor der heutigen offiziellen Inbetriebnahme begrüßte Geschäftsführer Lukas Pohl den Wiener Neustädter Bürgermeister und Landtagsabgeordneten Klaus Schneeberger vor Ort.

Auch wenn die Feierlichkeiten aufgrund der Corona-Pandemie ausbleiben müssen, Feierstimmung liegt dennoch in der Luft im Haus der Barmherzigkeit: Denn heute geht nach knapp zweijähriger Bauzeit das Stadtheim neu, das nach den Plänen des Architekturbüros „querkraft“ durch die Baufirma DYWIDAG am Gelände des bestehenden Stadtheims errichtet wurde, offiziell in Betrieb. „Wir freuen uns sehr, dass unser in Kooperation mit dem Land Niederösterreich erbautes neues Pflegeheim ab sofort im ersten Bauteil bis zu 108 Bewohnerinnen und Bewohnern modernes und barrierefreies Wohnen in familienähnlicher Atmosphäre bietet“, so Geschäftsführer Lukas Pohl, der auf herausfordernde Bauphasen zurückblickt. „Einerseits galt es, die volle Kapazität des bestehenden Stadtheims nicht einzuschränken, andererseits den reibungslosen Ablauf des Baubetriebs auch trotz Pandemie und Lockdowns einzuhalten“, erläutert Pohl. Dass all das geglückt ist, davon konnte sich vergangene Woche auch der Wiener Neustädter Bürgermeister und Landtagsabgeordnete Klaus Schneeberger bei einem Lokalaugenschein vor Ort überzeugen.

Altenpflege modernsten Zuschnitts

„Mit der Eröffnung des neuen ‚Traude Dierdorf-Stadtheims‘ setzen wir ganz neue Maßstäbe in der Altenpflege der Stadt. Die Modernisierung des Heims aus den 60er und 70er Jahren war höchst an der Zeit und bietet nun Altenpflege modernsten Zuschnitts“, zeigt sich Schneeberger erfreut. Darüber hinaus werde die gesamte Anlage in wenigen Jahren ein Vorzeigeprojekt sein, wenn Wohnungen für die älteren Menschen genauso wie für junge Familien sowie auch ein Kindergarten entstanden sein werden, so der Bürgermeister. „Wir bringen damit die Generationen zusammen und leisten einen wesentlichen Beitrag zum sozialen Zusammenhalt in der Stadt. Ein wenig traurig stimmt mich lediglich die Tatsache, dass Namensgeberin und Bürgermeisterin außer Dienst Traude Dierdorf diesen Tag nicht mehr erleben darf, da sie am Neujahrstag 2021 in ‚ihrem‘ Stadtheim nach langer schwerer Krankheit leider verstorben ist.“

Familienähnliches Zusammenleben

Im Stadtheim neu werden die Bewohner*innen in insgesamt neun Wohngemeinschaften mit je 18 Personen nun zukünftig nicht nur wohnen, sondern ähnlich wie in einer großen Familie zusammen leben. Das Herzstück der WGs bilden ein zentrales, gemütliches Wohnzimmer und ein geräumiger Essbereich. Zudem ist jede Wohngemeinschaft mit einer großen Terrasse ausgestattet, die auch mit Betten befahrbar ist. Wer Ruhe und private Momente genießen möchte, kann sich hingegen jederzeit in sein Zimmer zurückziehen. Die hauseigene Großküche sorgt täglich für frisch zubereitetes Essen, eine behagliche Cafeteria für köstliche Mehlspeisen. Die hauseigene Kapelle bietet zudem die Möglichkeit, Gottesdienste über den Hauskanal auch direkt auf die TV-Geräte in den Zimmern zu übertragen. Bei Vollbetrieb des Hauses, der für das Frühjahr 2022 geplant ist, zieht auch ein neuer Friseursalon ein. Derzeit startet der Teilbetrieb mit sechs Wohngemeinschaften.

Erheblicher Wohnkomfort

„Seit 2017 ist das 1964 erbaute Traude Dierdorf Stadtheim in Wiener Neustadt Teil der Haus der Barmherzigkeit-Gruppe“, erklärt Christoph Gisinger, Institutsdirektor des Haus der Barmherzigkeit. „Wir freuen uns, das Haus nun nach den modernsten Gesichtspunkten und gemäß den hohen Qualitätsstandards neu errichtet zu haben und damit erheblich zum Wohnkomfort unserer Bewohnerinnen und Bewohner beitragen zu können“, erläutert Gisinger. Neben Barrierefreiheit, moderner Gestaltung und größtmöglichem Komfort spielte auch der regionale Bezug bei der Planung eine große Rolle. So finden sich Zeichnungen von Wiener Neustädter Wahrzeichen wie dem Wasserturm, der Militärakademie und dem Wiener Neustädter Dom an den Wänden des Essbereiches und der Wohngemeinschaften wieder. „Auch bei den Namen der Wohnbereiche und Wohngemeinschaften war der Bezug der Region unser Ziel“, erklärt Geschäftsführer Lukas Pohl. Und so finden sich Bezeichnungen von Wiener Neustädter Bezirken (wie Ungarviertel und Innere Stadt), historischen Persönlichkeiten mit Bezug zur Stadt (wie Kaiserin Maria Theresia und Kaiser Maximilian I) und die umgebende Natur (wie Hohe Wand und Schneeburg) Einzug in das neue Heim.

Technische Daten

Rund 600 Mischwagen Beton, 450 Tonnen Baustahl und 17.600 Stück Ziegel bilden die Basis für das neue Stadtheim. Für die Grundwasserhaltung wurden 8 Bohrbrunnen und 12 Schachtbrunnen gegraben und insgesamt knapp 2 Millionen m³ Wasser gepumpt. Das Stadtheim neu besteht aus insgesamt 31.000 m³ verbautem Raum.

Die Haus der Barmherzigkeit-Gruppe

Das gemeinnützige Haus der Barmherzigkeit bietet schwer pflegebedürftigen Menschen Langzeitbetreuung mit Lebensqualität. In sieben Pflegekrankenhäusern und -heimen in Wien und Niederösterreich betreuen wir laufend rund 1200 geriatrische Bewohner*innen. In unseren 15 Wohngemeinschaften, vier Basalen Tageszentren und im ZAB (Zentrum für Arbeit und Begegnung) begleiten wir rund 400 jüngere Klient*innen mit mehrfachen Behinderungen. Neben bestmöglicher Pflege und medizinischer Versorgung legen wir besonderen Wert auf einen selbstbestimmten und abwechslungsreichen Alltag.

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