Pechvogel? - "Nein, ich bin ein Glücksritter!"

Kurt Flasch besuchte nach seiner Heimkehr die Bezirksblätterredaktion.
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Schnorchelurlaub am Roten Meer: Sonne, Strand und herrlich klares Wasser im ägyptischen Marsa al Alam. Kurt Flasch (56) taucht mit Schweizer Freunden in die faszinierende Unterwasserwelt ein. Doch dort lauerte die animalische Gefahr - wie sich später herausstellte in Form eines in einer Ritze versteckten Seesternes, der mit seinem Gift Flaschs Bein benesselte, vorerst unbemerkt.
Aber schon nach Stunden war der Fuß des Hobbyschnorchlers dick angeschwollen, die Schmerzen wurden immer unerträglicher. Eine riesige Eiterbeule am Wadl.
Dann beim Doc im Port Ghalib Hospital die Erkenntnis: "Gratulation, you are the first victim of a seastar this season." Zu Deutsch: "Gratulation, Sie sind diese Saison das erste Seesternopfer."
Das Gift hat seine volle Wirkung hinterlassen. Eine erste Behandlung in Ägypten, ein höllischer Heimflug und nach einigen "Missverständnissen" im Landesklinikum Wiener Neustadt dann die Aufnahme für drei Tage. Flasch: "Der Arzt in Ägypten sagte mir, dass er schon zwei Mal nach solchen Vorfällen amputieren musste." Und in Neustadt bestaunten sie ihn als Exoten, ehe Rudi Wehrl anordnete: "Stationäre Aufnahme, das müssen wir mit Infusionen behandeln."

Das Leben des Ex-Eisenbahners und nach wie vor sehr guten Sportlers ist geprägt von furchtbaren Unfällen.

- Schwere Verletzungen bei einem Autounfall 1975. Narben im Gesicht zeugen noch heute davon.
- Arbeitsunfall bei der ÖBB 1979. "Da haben mich die Ärzte schon abgeschrieben, nur meine engste Familie hat für mich gebetet."
- Luftröhrenschnitt 1982
- Motorradunfälle in den 1990er-Jahren, wobei er nie die Schuld selbst trug.
- 2014 noch ein schwerer Motorradsturz.

Kurt Flasch wurde schon oft zusammengeflickt, "ich habe soviele Implantate, dass es am Flughafen immer pfeift." Aber von der Bezeichnung "Pechvogel" will er nichts wissen. "Ich bin eher ein Glücksritter", meint er, oder noch besser: "Ein Gesegneter des Herrn". Flasch ist seit seinem Arbeitsunfall gläubiger Adventist.

Autor:

Peter Zezula aus Niederösterreich

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