Nach tödlicher Hundeattacke
Rechtsanwalt der Hinterbliebenen kämpft weiter

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Die Causa Flugfeldkaserne, wo ein Soldat von zwei Hunden zu Tode gebissen wurde (die Bezirksblätter berichteten), hat noch lange kein Ende gefunden. Der Anwalt der Hinterbliebenen, Dr. Erich Gemeiner, nahm jetzt zu den aktuellen Ermittlungen Stellung.

WIENER NEUSTADT. "Ein Gutachten, das mir als Opfervertreter noch nicht vorliegt, soll angeblich bestätigen, dass nicht nur der eigentliche Diensthund, sondern auch der vom Bundesheer wegen einer angeblichen Beißhemmung (!) für dienstuntauglich befundene nunmehrige Privathund des verantwortlichen Diensthundeführers an den Bissattacken beteiligt war."

"Sollten diese Informationen tatsächlich richtig sein, dann ist das Bild, welches sich in gegenständlicher Causa für das Bundesheer abzeichnet, schlichtweg verheerend."

"Der offensichtlich beißwütige und unkontrollierbare Diensthund war in der Vergangenheit bereits zumindest zwei Mal auffällig, dennoch wurden diese Vorfälle nie entsprechend gemeldet. Vom Hundeführer und dessen Vorgesetzten (!) hätte hinsichtlich der Unterbringung und Versorgung des Diensthundes in der Kaserne bei Abwesenheit des Hundeführers ein entsprechender Antrag gestellt werden müssen. Dieser Antrag wurde weder vom Diensthundeführer, noch von dessen Vorgesetzten, gestellt, obwohl diese Verpflichtung den bundesheerinternen Vorschriften eindeutig zu entnehmen ist. Wären die Vorfälle mit dem Diensthund in der Vergangenheit entsprechend gemeldet worden und wäre vorgenannter Antrag vorschriftsgemäß gestellt worden, dann hätte man unweigerlich zu dem Ergebnis gelangen müssen, dass der Diensthund in Abwesenheit des Halters und eigentlichen Hundeführers nur von zwei Diensthundeführern gemeinsam betreut werden darf. Eine derartige Entscheidung hätte mit Sicherheit den Tod des Opfers verhindert. Warum die Vorgesetzten des Diensthundeführers in diesem Zusammenhang noch nicht offiziell als Beschuldigte geführt werden, ist mir schlichtweg schleierhaft.

Der Hundeführer hätte den dienstuntauglichen Privathund gar nicht mehr neben seinem Diensthund halten dürfen. Eine Unterbringung des Privathundes auf dem Kasernengelände hätte einer Genehmigung bedurft. Auch um diese Genehmigung wurde nie angesucht. Mit Sicherheit aber hätte nicht die Entscheidung getroffen werden dürfen, dass der offensichtlich unkontrollierbare und beißwütige Diensthund sowie der dienstuntaugliche Privathund, die sich ohne Antragstellung bzw. Genehmigung (und sohin rechtswidrig) am Kasernengelände befanden, in Abwesenheit des tatsächlichen Halters und Hundeführers von einem anderen Diensthundeführer alleine versorgt werden.
Ein offensichtlich beißwütiger unkontrollierbarer Diensthund (bereits zumindest zwei Vorfälle in der Vergangenheit) sowie ein wegen einer Beißhemmung dienstuntauglicher Privathund werden rechtswidrig (ohne Antrag bzw. Genehmigung) am Kasernengelände gehalten und müssen von einem Hundeführer alleine, dem diese Hunde nicht als Halter zugeteilt sind, auf einem Hundegelände, dass weder einsichtig noch (entgegen der Vorschriften) ordnungsgemäß kontrolliert wird, versorgt werden. 

So leid es mir tut, aber an gegenständlichem Vorfall ist von Seiten des Bundesheeres nunmehr schlichtweg nichts mehr schön zu reden, es gibt keine Ausrede, die man noch ins Treffen führen könnte. Es ist eindeutig, dass das Bundesheer den Tod des Opfers verschuldet und somit zu verantworten hat. Es stellt eine Verhöhnung meiner Mandanten, der Hinterbliebenen des Opfers dar, dass das Bundesheer nach wie vor noch nicht schuldeinsichtig ist. Nicht bloß aufgrund der erdrückenden Faktenlage, sondern auch aufgrund von Pietätsgründen und Respekt gegenüber dem Opfer, sollte das Bundesheer endlich die Verantwortung übernehmen."

Autor:

Peter Zezula aus Niederösterreich

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