Prozess am Landesgericht Wiener Neustadt wegen Verkehrsunfall in Lichtenwörth
Todeslenker zu teilbedingter Haft verurteilt

Der angeklagte Unfallslenker vor Richter, Sachverständigem und Verteidiger.
2Bilder
  • Der angeklagte Unfallslenker vor Richter, Sachverständigem und Verteidiger.
  • hochgeladen von Peter Zezula

BEZIRK WIENER NEUSTADT. Voll geständig zeigte sich der 34-jährige Mann aus Bosnien-Herzegowina, wohnhaft im burgenländischen Kleinhöflein bei Eisenstadt vor Richter Erich Csarmann am Landesgericht Wiener Neustadt.
Der 23. September des Vorjahres wurde zum Schicksalstag für den Spengler, der zuvor ein feines, bürgerliches Leben führte, ohne jemals mit dem Gericht "anzustreifen".  Eigentlich war es eine Schicksalsnacht, die so schnell alles veränderte. Zuvor: Die Hochzeit seines Bruders in Lichtenwörth, eine lustige Gesellschaft, man blieb ein bisserl länger und man - natürlich auch er - trank ein paar Bier zuviel. Sieben oder acht Seiterl wurden letztendlich protokolliert, die den Alkohol im Blut auf 1,2 Promille stiegen ließen.
Man wartete auf ein Taxi, aber es kam keines und so setzte sich der Angeklagte ans Steuer, wohlwissend, dass er zuviel intus hatte, aber sich noch fahrtüchtig fühlend. Im Auto saßen sein Kumpel (28), den er am Nachmittag extra aus Wimpassing (Bezirk Neunkirchen) abgeholt hatte und eine 30-jährige Frau aus Oberwart (Burgenland).
Die Fahrt im letzter Zeit sehr lahmen (defekte Einspritzdüse?) Audi Avant sollte bis Pöttsching gehen, wo es dann leichter sein sollte, ein Taxi zu organisieren. Doch sie endete um 2.10 Uhr an der Kreuzung der L 4089 (verlängerte Hauptstraße) und der Wiener Neustädter Straße (B53). "Ich habe nur mehr das Fernlicht gesehen", schilderte der Mann vor dem Richter, was dann geschah, wusste er nicht mehr und lässt sich im Polizeibericht lesen:

Polizeibericht

Ein 51-jähriger Mann aus dem Bezirk Mattersburg lenkte am 23. September 2018, gegen 02.10 Uhr, ein Taxi auf der B53 aus Richtung Pöttsching kommend in Richtung Neudörfl an der Leitha durch das Gemeindegebiet von Lichtenwörth.
Zur gleichen Zeit lenkt ein 33-jähriger Mann aus Eisenstadt einen Pkw in einem durch Alkohol beeinträchtigten Zustand einen Pkw auf der L 4089 aus Richtung Lichtenwörth kommend in Richtung B 53. Bei der Kreuzung mit der B 53 dürfte er die Stopptafel missachtet haben und in die Kreuzung eingefahren sein, wodurch es zu einer rechtwinkeligen Kollision kam.

Das blutige Resumee: Ein Toter, sechs Schwerverletzte.
Der Todeslenker: "Das wollte ich nicht, das tut mir sehr leid." Er kam für die Überführung seines toten Freundes in dessen Heimat (auch Bosnien-Herzegowina) voll auf.

Das Gericht fällte ein Urteil: Grob fahrlässige Tötung, 24 Monate, davon 16 Monate bedingte und 8 Monate unbedingte Haft, totales Alkoholverbot für alle zukünftigen Autofahrten und Schmerzensgeldzahlungen an alle Opfer. Noch nicht rechtskräftig, die Verteidigung erbat sich drei Tage Bedenkzeit.

Der angeklagte Unfallslenker vor Richter, Sachverständigem und Verteidiger.
Hier (roter Stern) kam es zum Crash.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen