Herr Karas, retten Sie die SPÖ?

Horst Karas (SPÖ) im Bezirksblätter-Gespräch.
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Die Stadt-SPÖ macht schwere Zeiten durch. Die "Machtübernahme" der bunten Regierung im Jänner 2015 ließ die Roten lange Zeit in eine Art "Schockstarre" verfallen, die sie nur schwer aufzulösen vermag. Einerseits personell, nach Ex-Bürgermeister Bernhard Müller sprang auch "Nachwuchshoffnung" Marco Sodomka oder der linke Flügel mit Michael Rosecker ab, andererseits können sich die "neuen" Roten im Gemeinderat als einzige Opposition gegen ÖVP, FPÖ und zwei Listen kaum behaupten. Das Argument "Ihr hattets 60 Jahre lang Zeit, es besser zu machen", schlägt bislang jede Argumentation nieder. Und das, obwohl die Roten, noch immer die stimmenstärkste Partei in der Stadt sind (siehe Info unten).

Die Bezirksblätter sprachen mit Parteichef Horst Karas und fragten ihn direkt: "Wie wollen Sie die Neustädter SPÖ retten?"
Karas: „Sie sagen selbst, die SPÖ ist auch nach der Nationalratswahl noch immer die stimmenstärkste Partei in Wiener Neustadt und die ÖVP immer noch nur Dritter hinter ihrem Koalitionspartner FPÖ. Wir lagen auch bei der Gemeinderatswahl 2015 eindeutig an erster Stelle. Zeiten mit absoluter Mehrheit sind, wie auch fast überall zu sehen, eine seltene Ausnahme. Ich kann nicht leugnen, dass Fehler gemacht wurden und besser machen kann man immer etwas, aber von Retten kann keine Rede sein.

Wie sehen sie die großen Verluste in klassischen Arbeitervierteln, wie dem Flugfeld und der Josefstadt, an die FPÖ?
Bei den Zuwanderern ist es vor allem die 3. Generation, die unzufrieden ist, sie fühlt sich an den Rand gedrängt, hat auf Grund oft schlechter Ausbildung Ängste um den Arbeitsplatz. Diese Menschen fühlen sich anscheinend bei den Blauen besser aufgehoben. Wir haben es bisher nicht geschafft, ihnen diese Ängste zu nehmen. Es ist allerdings ein Trend der nicht nur bei uns, sondern in ganz Österreich und in den meisten Europäischen Ländern zu spüren ist.

Was gedenken sie dagegen zu tun?
Wir werden versuchen diese Menschen mit vernünftiger Sachpolitik zu überzeugen. Wie wir aber sehen, haben wir bei der letzten Wahl von der Schwäche der Grünen profitiert. Hier wird es notwendig sein, für diese Wähler in Zukunft noch interessanter zu werden und sie vielleicht als Stammwähler zu gewinnen.

Sie sind aber auch in der eigenen Partei nicht unumstritten.
Ich gehöre, und das ist allgemein bekannt, nicht gerade dem linken Flügel der Partei an. Ich war immer gegen einen ungeregelten Zuzug von Ausländern und Asylbewerbern. Wir müssen jene, die mit einer Berechtigung im Land leben und sich integrieren wollen, unterstützen, sei es beim Erlernen der deutschen Sprache oder einer Berufsausbildung. Wir müssen aber jene, die dies nicht wollen, wieder des Landes verweisen.

Das sind doch starke Themen.
Wir haben ein Marketingproblem, nämlich diese Themen so zu verkaufen, dass sie sexy sind und die Leute ansprechen. Nur zu sagen, der Marienmarkt ist schlecht, ist zuwenig. Du musst eine Alternative bieten.

Werden Sie die SPÖ in den Gemeinderatswahlkampf 2020 führen?
Das habe ich definitiv vor. Ich will Parteichef bleiben.

Gemeinderatswahl 2015

SPÖ: 8.310 Stimmen (40,3%)
ÖVP: 6.989 (33,94%)
FPÖ: 2.406 (11,67%)
Grüne: 1.060 (5,40%) - nicht in bunter Regierung
Soziales Neustadt: 585 (2,84%)
WN Aktiv: 547 (2,65%)
Neos: 422 (2,05%) - Neos nicht im Gemeinderat

Horst Karas (SPÖ) im Bezirksblätter-Gespräch.
Will SPÖ-Chef von Neustadt bleiben: Horst Karas.

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