Interview mit Wiener Neustadts neuem Sportstadtrat Philipp Gruber inklusive Wordrap
Kam Corona günstig für Sie, Herr Sportstadtrat?

Mag. Philipp Gruber ist seit 2020 Sportstadtrat in Wiener Neustadt.
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  • Mag. Philipp Gruber ist seit 2020 Sportstadtrat in Wiener Neustadt.
  • Foto: Zezula, privat
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Nach der Gemeinderatswahl am 26. Jänner stellte sich die bunte Regierung in Wiener Neustadt neu auf und auch die Verantwortlichkeiten wurden getauscht, bzw. neu vergeben. Philipp Gruber, bis dahin Klubchef der ÖVP wurde zum Sportstadtrat ernannt. Ein in der "Sportstadt" Wiener Neustadt recht anspruchsvolles Amt. Und dann kam Corona ...

WIENER NEUSTADT.  Die Bezirksblätter führten mit Philipp Gruber das erste Interview nach dem "Lockdown", der natürlich auch Wiener Neustadt betroffen hat.

Haben Sie Corona genutzt, um über neue Projekte nachzudenken, oder ist Ihnen Corona in die Quere gekommen?
Philipp Gruber: Erstens habe ich Corona genützt, um selbst wieder mehr Sport zu treiben und ich kann das jedem nur empfehlen. Man fühlt sich einfach besser. Ich bin größtenteils zuhause am Rad gesessen und hab auch Übungen für Rücken und Knie gemacht. Zweitens kam Corona leider zur Unzeit, weil ich mich gerne sofort bei allen Vereinen in Wiener Neustadt persönlich gezeigt hätte. Gott sei dank hab ich noch vor Corona einen Brief an alle Sportvereine in Neustadt mit meiner Vorstellung und meinen Kontaktdaten geschickt. Diese Kontaktaufnahme durch die Vereine ist auch intensiv genutzt worden. Drittens habe ich mir natürlich Gedanken über den Sport in Wiener Neustadt und mögliche Projekte gemacht.

Ziel: Vernetzung der Sportvereine

Muss man unter "Gedanken" differenzieren nach Sportarten oder gilt das für das Vereinswesen generell?
Es ist nicht Aufgabe der Stadt, das Sportgeschehen direkt zu steuern, denn zum Glück haben wir so viele und vielfältige Sportvereine, und dort wird von vielen Funktionären und Funktionärinnen tolle Arbeit geleistet. Was wir tun können, ist das Service und die Infrastruktur anbieten und zu helfen, wo Hilfe gebraucht wird und eine Vernetzung zwischen den Sportvereinen herzustellen. Wenn sich die besser kennen, können sie besser zusammenarbeiten und Synergien nützen.

Gibt es Verbesserungsmöglichkeiten in Wiener Neustadts Sportlandschaft?
Eben diese Vernetzung und dass wir den Sport in Wiener Neustadt wieder als Visitenkarte begreifen, weil Wiener Neustadt ist, war und bleibt Sportstadt. Dieses Angebot in Wiener Neustadt soll sichtbarer gemacht werden, als es ist.

Was verstehen Sie unter sichtbarer?
Das kann über Veranstaltungen geschehen und auch über die mediale Begleitung der sportlichen Erfolge. Es wird in den Vereinen tolle unentgeltliche Arbeit geleistet und das muss bekannter werden.

Fehlen nicht Grundsportarten wie Leichtathletik oder Turnen in Wiener Neustadt?
Leider haben wir kein Leichtathletik-Angebot in der Stadt derzeit und Leichtathletik ist eine Basissportart. Nur, was die Stadt nicht machen kann, ist jetzt auf einmal selber einen Sportverein gründen.  Die Möglichkeiten für Leichtathletik haben wir in den Schulen und am MilAk-Sportplatz, beides ist natürlich nicht für die Allgemeinheit vorgesehen. Wenn es da ein Engagement bzw. Interesse gibt, sind wir jederzeit bereit, das tatkräftigst zu unterstützen. 

Durch Sport viele Freundschaften

Legen Sie Ihr Hauptaugenmerk auf den Spitzensport oder mehr auf den Breitensport?
Die Breite ist einmal das Wichtigste. Je mehr Menschen generell und in unseren Vereinen Sport betreiben, desto besser. Das ist für die Vereine gut, gesundheits- und gesellschaftspolitisch gut, Sport bringt die Menschen zusammen. Ich weiß das selber, ich habe viele Jahre leidenschaftlich Fußball gespielt und die Freundschaften und Kontakte, die ich am Sportplatz geknüpft habe, habe ich heute noch.

Haben Sie vor Corona auch die Schulen kontaktiert? Für den Schulsport war der Lockdown natürlich katastrophal.
In der Coronaphase ist die Gesundheit über alles zu stellen gewesen. Und alle Risikofaktoren sollen ausgeschlossen werden. Das war gut und richtig. Schulsport ist ganz wichtig und wir haben in Wiener Neustadt in vielen Schulen die notwendige Infrastruktur, die wir als Schulerhalter zur Verfügung stellen. Da gibt es im einen oder anderen Bereich auch noch Mängel, aber der Schulsport ist die Basis und der Vereinssport setzt da drauf.

Wie zufrieden sind Sie mit den Sportanlagen?
Im großen und ganzen sind unsere Sportanlagen sehr gut gepflegt, das funktioniert gut. Wir haben nicht nur ein neues Stadion gebaut sondern damit auch drei neue Sportplätze vor allem für den Jugend-Fußballsport. Das brachte eine große Entlastung auch für die anderen Sportanlagen. Wir sind gut ausgelastet, die Anlagen sind in Ordnung, man kann immer und überall besser werden, aber da muss man grundsätzlich zufrieden sein.

Sollten in den Ferien die Anlagen nicht geöffnet werden?
Es wird punktuell Öffnungen im Sommer geben, vor allem dort, wo in der Coronazeit viel versäumt worden ist, wo es keine Trainingsmöglichkeiten gegeben hat. Eine generelle Öffnung ist nicht möglich. Die Schulen und Vereine haben das Vorrecht - aber auch für Hobbyvereine gibt es immer Möglichkeiten. Die können sich jederzeit ans Sportreferat der Stadt wenden, da werden wir sicher Lösungen finden. Es muss organisiert sein, da spielen Haftungsfragen eine Rolle, die Stadt muss wissen, wer zu welchem Zeitpunkt ihre Anlagen benutzt.

Neustadts Fußball: Mehr Kooperationen

Gibt es Pläne die Zusammenarbeit der Wiener Neustädter Fußballvereine zumindest zu verbessern? Die sportlichen Erfolge halten sich ja in Grenzen...
In den Fußballvereinen wird vor allem im Jugendbereich gute Arbeit geleistet. Wir als Stadt können den sportlichen Erfolg weder bestellen, noch liefern, noch organisieren. Wir stellen die Infrastruktur zur Verfügung. Aber: Mehr Zusammenarbeit, mehr Synergien im Fußballbereich in der Stadt sind absolut wünschenswert. Ich werde nichts anschaffen, aber ich möchte da mehr Kooperation haben - im Jugendbereich und darüber hinaus.

Ist das ein frommer Wunsch oder bringen Sie alle maßgeblichen Funktionäre an einem Tisch?
Man darf nie glauben, dass man am "grünen Tisch" eine Lösung findet. Theoretisch wäre das vielleicht gescheit, aber praktisch nicht lebbar. Sport lebt von Emotion und ich verstehe jeden, bei dem der Heimatverein im Herzen ist und das muss auch so bleiben. Aber das eine schließt das andere überhaupt nicht aus. Wir werden gemeinsam Lösungen finden und die wird es auch geben.

Reist gerne nach Italien und hört "Ostbahn Kurti", Traumjob: Fußball-Teamchef
Philipp Gruber ist seit 2020 Sportstadtrat.
  • Reist gerne nach Italien und hört "Ostbahn Kurti", Traumjob: Fußball-Teamchef
    Philipp Gruber ist seit 2020 Sportstadtrat.
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Philipp Gruber im Wordrap

Welche Sport-App können Sie momentan empfehlen?
kicker.de

Welche Musik darf auf Ihrer "Playlist" nicht fehlen?
Momentan hör ich wieder den Ostbahn-Kurti rauf und runter

Ihr liebstes Urlaubsziel?
Italien

Sportidole aus Ihrer Kindheit?
Thomas Muster, Marco van Basten

Ihr Traumjob - außer Politiker?
Fußball-Nationalteamtrainer

Kochen Sie, wenn ja, was am liebsten?
Selten, aber wenn, dann faschierte Laibchen

Welchen Sport betreiben Sie selbst?
Radfahren, früher Fußball und Tennis.

Kantinendienst beim Turnier seines Hobby-Fußballklubs TFK Concordia. Nach einer schweren Knie-OP wirds wohl dabei bleiben.
  • Kantinendienst beim Turnier seines Hobby-Fußballklubs TFK Concordia. Nach einer schweren Knie-OP wirds wohl dabei bleiben.
  • Foto: Zezula, privat
  • hochgeladen von Peter Zezula

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