Diese Fleischer sind uns nicht wurst
"In unserer Blunzn ist Herzblut drin!"

Franz Pürrer pendelt zwischen Fleischerei und Gastwirtschaft.
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  • Franz Pürrer pendelt zwischen Fleischerei und Gastwirtschaft.
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Eine Zunft stirbt aus. Die Bezirksblätter besuchten drei der letzten Fleischhauer in der Stadt und im Bezirk.

WIENER NEUSTADT, BEZIRK. "Ich schließe mein Geschäft zum 1. 8. 2019 und gehe in den Ruhestand. Ich möchte mich bei allen Kunden ... bedanken" - den kurzen Brief zum langen Abschied am versperrten Eingang der Fleischerei Gerald Friedrich nahmen die Wöllersdorfer mit Entsetzen hin. Sie mochten ihren Top-Nahversorger, konnten jedoch dessen Aus nicht verhindern. Die Nachfolge ist für viele Betriebe das große Dilemma.
Wir fragten nach. Zuerst in der Buckligen Welt.

Modernisierter "Old-School-Betrieb"

Franz Pürrer (52) geht voll in seinem Beruf als Fleischhauer und Gastwirt in Kirchschlag auf. Da bleibt für Ehe und mögliche familiäre Nachfolge leider keine Zeit. Einmal in der Woche wird selber geschlachtet, der "Old-School-Betrieb" ("Wir fahren mit unseren Produkten noch immer ins Gai" - Gai: abgelegene Gebiete, Anm. der Red.) wurde von ihm Schritt für Schritt den neuen Anforderungen angepasst. Das Gasthaus Kirchschlager Hof profitiere von der Fleischerei und umgekehrt. So werden im Laden auch Suppen und Menüs zum Mitnehmen angeboten, "es passt einfach z'samm". Der Unterschied zum Großhandel? "In meiner Arbeit steckt neben hochwertigen Zutaten sehr viel Herzblut drinnen. Wer es gerne macht, macht es gut. Wenn du um fünf Uhr Früh die Blunzen füllst und dann nach Stunden das fertige Produkt vor dir hast..."

Franz Pürrer pendelt zwischen Fleischerei und Gastwirtschaft.
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Würstel fürs Sacher

Von intensiver Arbeit kann auch Stefan Windisch (46), letzter in Neustadt verbliebener Fleischhauer, "ein Lied singen". Sein Betrieb zwischen Brodtischgasse und Lederergasse stellt seit 30 Jahren die berühmten Sacher-Würstel für das Hotel Sacher her.
Trotz vieler Nachteile - "die gesetzlichen Auflagen sind teils unlogisch und ohne Vorteil für den Konsumenten" - findet Windisch immer wieder viel Erfreuliches an seinem Beruf. "Ich habe Freude an meinen langjährigen Mitarbeitern, wenn wir harmonisch arbeiten und der Ablauf klappt, ebenso an unseren Produkten, an neuen Ideen und letztlich natürlich am Erfolg. Es ist schön, etwas unter allen uns wichtigen Aspekten herzustellen und damit jemandem Genuss zu bereiten. Lob über unsere Produkte freut mich und meine Mitarbeiter sehr", so Windisch - der sich über eine Nachfolge noch keine Gedanken machen müsste. Jedoch: "Natürlich denke ich über eine Nachfolge nach, zumal der Betrieb in dritter Generation besteht und ich an unserer Qualitäts-Philosophie und unseren Produkten hänge und stolz darauf bin."

Stefan Windisch führt sein Geschäft in dritter Generation.
  • Stefan Windisch führt sein Geschäft in dritter Generation.
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Medaillenhamsterer

Die Familie Steiner in Sollenau hat die Nachfolge ihrer Fleischerei längst geregelt. Sohn Martin ist seit 2017 Fleischermeister und Fleischsommelier, reiht sich damit nahtlos in die für ihre Produkte medaillenhamsternde Steiner-Dynastie ein.

Das Ehepaar Steiner hamstert Medaillen - und ihr Sohn ist schon voll dabei.
  • Das Ehepaar Steiner hamstert Medaillen - und ihr Sohn ist schon voll dabei.
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Autor:

Peter Zezula aus Niederösterreich

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