Ray-X als Penner unterwex und andere Unglaublichkeiten

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Liebe FreundInnen, liebe Fans von Ray-X,

lang, viel zu lange ließ Ray-X nichts von sich hören.
Allerdings plötzlich, heute um 18:50 läutet es an meiner Türe und ein zugegebener Weise ziemlich abgefuckt aussehender Mann stand vor dem Gartentor.
Servus Chris, begrüßte er mich freudig, nicht gleich erkannte ich, wer sich hinter dem verschmuddelten Outfit verbarg.
Zuerst dachte ich an einen Bettler oder gar einen „Zeugen“ welcher sogleich versuchen würde, seinen Fuß in die Tür zu stellen um in meine Privatsphäre einzudringen.
Allerdings, nachdem sich die Wolke aus abgestandenem Schweiß, kaltem Rauch und billigem Parfum verzogen hatte, erkannte ich „sein“ wahres Gesicht.
„Ray?“ fragte ich, bist du es? „Ja“ antwortete er, komm lass mich rein, ich habe dir etwas zu erzählen.
Nachdem ich meinen alten Freund erkannt hatte, öffnete ich bereitwillig mein Gartentor und ließ ihn herein.
„Wo warst du die letzten Wochen immer?“ blaffte er mich an, mehrfach hatte er scheinbar tagsüber versucht mich zu erreichen.
„Oh“ entkam es mir, „das wusstest du vielleicht nicht, ich bin nicht mehr nur Autor, sondern gehe einer geregelten Arbeit nach, welche mir großen Spaß macht, mich aber voll und ganz belegt“
„Aaaah ha“ war alles was ihm darauf einfiel und „mach mir mal einen Kaffee, dann erzähle ich dir was“. So warf ich ganz in Geberlaune meinen Kaffeeautomaten an und versuchte, während Ray-X am Waschbecken in der Küche stand um sich offensichtlich etwas zu säubern ganz dezent einen Lufterfrischer zu plazieren. Er stank wirklich wie der Höllenfürst persönlich.
Mit zumindest etwas gereinigtem Gesicht und sauberen Händen setzte sich Ray dann zu mir an den Tisch, nippte an seinem Kaffee und begann langsam zu erzählen.
Wie er mir schilderte, war er vor längerer Zeit zu einem ausgedehnten Urlaub in den Süden aufgebrochen (nicht einmal abgemeldet hat er sich bei mir), viel Wandern und einige Mountainbike Touren standen auf dem Programm. Kein Frisör und kein Rasierer und kaum Möglichkeit zu duschen wie er mir weiszumachen versuchte. Offensichtlich wurde ihm dann auch noch bei der Rückreise sein Bike gestohlen und aufgrund seines Aussehens wollte ihm die Polizei nicht glauben und nahm keine Anzeige auf. So war er völlig fertig und geschafft, als er gestern bei sich zuhause ankam.
Gestern, nach seiner Ankunft wollte sich Ray-X, zumindest erzählte er mir das, beim einkaufen im Baumarkt entspannen.
Weshalb einer, der vor Dreck starrt und stinkt, sich nicht zuerst kultiviert sondern ausgerechnet in einen Baumarkt fährt verstehe ich nicht, aber ich versuchte es auch nicht zu hinterfragen.

Er fand sich also in einem großen Markt in Wiener Neustadt ein. Wer ihm nicht begegnete war dieser sonst überall präsente fette bauende Maxl in rot gelber Kleidung, dafür erlebte er aber sonst sein blaues Wunder.
Fast 40 min muss der arme „Irre“ durch den Markt gestreift sein und sammelte dabei diverses Kleinzeug an, welches er zur Renovierung eines Zimmers benötigte. Dann fiel ihm ein, er hatte ein Regal, welches er vor kurzem aufgestellt hatte noch nicht komplettiert, es fehlte noch Einlegeböden.
Nach einigem Kramen und Suchen in seiner Geldbörse fand er dann noch den verschlissenen Zettel mit den Maßen der Böden, welche er sich nach dem Ausmessen der vorgefrästen Schlitze notiert hatte.
Schnurstracks auf in die Holz Abteilung, und das Zuschnitt Eck gesucht.
Schwer zu finden war es nicht, allerdings der zugehörige Mitarbeiter schon. Nach einiger Zeit tauchte ein sehr ungepflegt wirkender und stark nach altem Schweiß „riechender“ MA auf. Die Frage ob er denn den Zuschnitt machen würde, beantwortete er mit „ Ja, leider“. Ray glaubte sich verhört zu haben, werden hier Kunden betreut oder will man diese eher loswerden dachte er bei sich.
Als der MA widerwillig gefragt hatte, was Ray-X denn gerne möchte und dieser seinen Wunsch nach Echtholz Platten in 1cm Stärke und mit bestimmten Maßen geäußert hatte, kam prompt die Antwort des MA. „ Des könnens vergessen, 1cm Stärke, das ist völlig ungeeignet und außerdem hamma sowas nicht. Nehmens doch Spanplatten“ . Ray bestand allerdings auf Echtholz und so schüttelte der Mensch den Kopf und meinte „Na dann müssens wo anders schauen“ sprachs und wandte sich ab um von Dannen zu schreiten.
Äußerst verärgert von so einer unglaublichen „Betreuung“ ließ Ray-X nun auch seine restlichen Sachen stehen und dampfte ab durch die Mitte, zwischen den Kassen aus dem Markt um sich und seinem Ärger die Luft zu verschaffen die ihn diese „Beratung“ gekostet hatte.
Vielleicht sollten manche Märkte statt in all zu viel Ramsch lieber in die Schulung der MA investieren, war sein Resümee.
Aus Sicht eines Trainers kann ich meinem Freund hier nur zu 100% recht geben, Kunden sind oft leider nur mehr unwillkommene Melkkühe wie es scheint und aus Gewinnsucht der Unternehmen wird auch an den MA fleißig gespart und an deren Ausbildung. Denn weshalb erfahrene MA einstellen die Wert auf Fortbildung legen und etwas mehr kosten, wenn man doch auch Menschen in Not oder dringend Job suchende um zwei Drittel billiger mit einem All In Vertrag ausnützen kann.
Was bei solchen, in letzter Zeit großflächigen Versuchen herauskommt, kann man ja vielerorts in vielen Geschäften beobachten, Ich sage bewusst in vielen und nicht in allen, denn es gibt auch etliche sehr lobenswerte Unternehmen in welchen der MA noch zählt.
Ray-X schien zumindest glücklich, mir nun sein Leid geklagt zu haben und zu schlussendlich drei kostenlosen Kaffees und jede Menge Keksen gekommen zu sein und nahm meinen Rat an, sich doch zu kultivieren indem er plötzlich fluchtartig mein Haus verließ und mir im Gehen zurief: „ Ich komme wieder“.
Na dann, auf Wiedersehen lieber Ray-X.
Herzlichst ihr Christian Derflinger im Auftrag von Ray-X

Autor:

Christian Derflinger aus Wiener Neustadt

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