17.01.2018, 15:14 Uhr

19-Jähriger mit einem Strafakt wie ein Voll-Knacki

Rene G. wartet auf den Prozessbeginn.

Wiener Neustadt, Neunkirchen, Baden, Mödling. Verhandlung am Landesgericht.

Am Landesgericht Wiener Neustadt musste sich ein 19-jähriger wegen gefährlicher Drohung, mehrfacher Sachbeschädigung, gewerbsmäßgen Diebstahls und verschiedenster Drogendelikte verantworten.
Für sein Alter konnte Rene G. bereits ein ordentliches Vorstrafenregister (drei Vorstrafen, mehrere Diversionsverfahren) vorweisen, seine Akten stapelten sich vor Richterin Petra Harbich, die ebenfalls bereits mit dem Angeklagten zu tun hatte.
Ein junger Mann mit einer verpatzten Vergangenheit - ob die Zukunft Besseres bringen wird, darüber hegte nicht nur das Gericht Zweifel, auch sein Verteidiger Christian Hirsch meinte: "Ich erachte es durchaus für sinnvoll, dass er jetzt in Haft ist."
Aus der Haft wurde er vorgeführt. Die Anklage: G. habe - meist in "bester Gesellschaft" - u.a. insgesamt neun Feuerlöscher am Neustädter ÖBB-Parkdeck ausgesprüht, im Neustädter Fischapark einen Lautsprecher gestohlen, in Neunkirchen aus Zorn eine Schneestange ausgerissen und eine Fensterscheibe einer sozialen Einrichting eingeschlagen, in Guntramsdorf die Toilettentür der Wiener Lokalbahn aus den Angeln gerissen, in Berndorf in einem Großmarkt Lebensmittel gestohlen, im Mödlinger Schönbergpark mit Ekstasy und Cannabis gedealt und dort Junkies ausgenommen und bedroht. Er selbst war Drogenkonsument.
"Was kann man mit Ihnen noch machen", fragte Richterin Harbich und ihr Urteil lässt dem Angeklagten noch den Funken einer Chance: Insgesamt neun Monate Haft - "Jetzt haben Sie die Möglichkeit, in sich zu gehen und in Ruhe nachzudenken." Helfen soll ihm dabei ein Alkohol- und Drogenentzug und die Bewährungshilfe. Noch nicht rechtskräftig.
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