Flusserie: Hochwasser
Die unbändige Kraft der Großen Tulln

Mitführendes Treibholz, dass sich bei Hochwasser bei der Steghofbrücke sammelt.
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  • Mitführendes Treibholz, dass sich bei Hochwasser bei der Steghofbrücke sammelt.
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Serie Teil 3: Wenn "der Fluss rauskommt" zeigt er seine wahre Kraft und bringt die Gemeinden an ihre Grenzen.

WIENERWALD. "Erschreckend ist die Einsicht, zu erkennen, dass jenes, an dem man sich jahrzehntelang ausgerichtet hat, durch Wasser einfach hinweggespült werden kann", schrieb der damalige Brandinspektor Franz Hössinger, im Jahresbericht der FF Inprugg 2002. So 1966, wie den Aufzeichnungen der Feuerwehren zu entnehmen ist, oder 1991, wo das Laabental besonders schwer betroffen war. Die Messstelle Brand-Laaben verzeichnete am 4. August 1990 60,9 Millimeter pro Stunde. Damals der größte Stundenniederschlag seit ihrem Bestehen. Der Laabenbach stieg innerhalb von 15 Minuten um 1,1 Meter und setzte den Platz vor dem Gemeindeamt unter Wasser.

Das Jahrhunderthochwasser

"Das Wasser ist über die Felder und die B19 geronnen, weiter über den Mühlbach, der bereits verrohrt war, bis in die Ortschaft Inprugg. Die Straße war so überflutet, dass sie nicht mehr befahrbar war und ich erinnere mich, dass ich nach ein paar Schritten bis zum Bauch im Wasser stand, weil man nicht sehen konnte, wo ein Weg oder ein Graben ist",

erinnert sich Herbert Henninger, Feuerwehrmann und späterer Brandinspektor aus Inprugg an das Jahr 1997. Das Jahrhunderthochwasser rief die Gemeinden auf den Plan. Die Maßnahmen, die daraufhin gesetzt wurden, konnten in den Jahren 2002, 2006 und 2009 Schlimmeres verhindern. "Dank einer weitblickenden Politik unserer Stadtväter, die das Ausmaß des Hochwassers 1997 zum Anlass nahmen und eine Räumung der Großen Tulln durchsetzten, blieben wir von größeren Schäden verschont", so Hössinger.

Neulengbachs Rückhaltebecken

"Nach einem Jahr Bauzeit, ist der Hochwasserschutz am Kirschnerwaldbach in Neulengbach fertig. Insgesamt investierten das Land Niederösterreich, der Bund und die Stadtgemeinde Neulengbach 1,33 Millionen Euro in den Bau eines Rückhaltebeckens", so LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf bei der Eröffnung im November 2019. Das Rückhaltebecken hat ein Stauvolumen von 62.800 m³ und eine maximale Stauhöhe von 8,5 Metern. Mit dem Becken wird eine Drosselung des Abflusses des Kirschnerwaldbaches erzielt. Bis zur Fertigstellung des Hochwasserschutzes waren 19 Gebäude direkt durch Überflutungen und weitere 27 indirekt, dadurch, dass sie im Hochwasserfall nicht erreichbar sind, betroffen.

Autor:

Karin Kerzner aus Wienerwald/Neulengbach

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