Disco-Tempel vermittelt seinen Gästen "Rauschkompetenz"

Die Checkpoint-Sozialpädagogen Sonja Popp und Dieter Pechatschek im Gespräch mit Jugendlichen.
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  • Die Checkpoint-Sozialpädagogen Sonja Popp und Dieter Pechatschek im Gespräch mit Jugendlichen.
  • Foto: Erwin Willinger
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MARKERSDORF (ew, mh). "Wir propagieren keine Abstinenz – wir stehen für einen sicheren Umgang mit der Sehnsucht nach Rausch, Party und Geschwindigkeit", sagt das Mobile Jugendservice in NÖ über seine Infostände in Diskotheken. "Unser Job ist die Förderung der Rauschkompetenz."

Mehr Rauschkompetenz

Die Bezirksblätter waren am Freitagabend beim "Checkpoint" im Disco-Tempel „Till Eulenspiegel“ in Markersdorf dabei. Unterstützung für die Arbeit der Checkpoint-Mitarbeiter kommt vom Betriebsleiter des Lokals, Sebastian Cloeter: „In unserem Haus findet ein bis zwei Mal im Monat eine derartige Aufklärungsaktion statt und ich bin davon begeistert."

Nicht süchtig werden

Gegen 22.30 Uhr ist der Infostand aufgestellt. Der anfänglich eher spärliche Zulauf verstärkt sich mit fortschreitender Stunde. Eine der ersten "Mutigen" ist die 22-jährige Nina, die Beratung und Aufklärung über Suchtmittel positiv findet: "In der heutigen Zeit probiert jeder Jugendliche irgendwann einmal zumindest leichte Drogen aus. Wichtig ist, nicht dabei hängen zu bleiben“, so ihr Tenor.

Drogen auch am Land

Der 23-jährige Daniel, hauptberuflicher Mitarbeiter einer Rettungsorganisation, erklärt, dass er zwar als Besucher hier ist, aber in seinem Berufsalltag schon mehrmals mit Suchtmittelkonsumenten zu tun hatte. „Das ist nicht lustig, wenn man total orientierungslose junge Menschen vorfindet, die einem mit erweiterten Pupillen anstarren und teilweise nicht mehr ansprechbar sind.“ Die Drogenproblematik habe mittlerweile auch den ländlichen Raum erreicht, sagt Daniel: „Früher war es halt im Dorf ‚nur‘ der Alkohol, in der Zwischenzeit haben aber auch hier andere Drogen Einzug gehalten.“

Sozialpädagogen zufrieden

Die Frequenz am Infostand erhöht sich zunehmend und entspricht, so die einhellige Meinung von Sozialpädagogin Sonja Popp und ihrem Kollegen Dieter Pechatschek, den örtlichen Betreuern des Infostandes, ihren jahrelangen Erfahrungswerten: "Die Jugendlichen trauen sich meist ohne Scheu, Thematiken anzusprechen und auch im Kreis ihrer Freunde zu diskutieren. Kontakte sind da schnell und problemlos hergestellt." Nachdem es gegen 3 Uhr Früh wieder ruhiger geworden ist, wird der Stand abgebaut und nach St. Pölten in die Vereinszentrale verfrachtet. Es gibt auch morgen wieder viel zu tun.

Text und Fotos: Erwin Willinger

Die Checkpoint-Sozialpädagogen Sonja Popp und Dieter Pechatschek im Gespräch mit Jugendlichen.
Sonja Popp, Dieter Pechatschek (Sozialpädagogen), Lisa-Katharina Wagner (Till, Garderobe), Sebastian Cloeter (Till, Betriebsleiter,), Christina Ulz (Till, Guest Relation Manager)

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