Kinder im Wienerwald: Wo die Gefahren lauern

Die kleine Magdalena wird von der Stiege magisch angezogen. Deshalb versperrt ihr ein Holzgitter den Weg.
  • Die kleine Magdalena wird von der Stiege magisch angezogen. Deshalb versperrt ihr ein Holzgitter den Weg.
  • Foto: Gretzl
  • hochgeladen von Michael Holzmann

Alle 13 Minuten verunglückt ein Kind in den eigenen vier Wänden. Wir haben Tipps für mehr Sicherheit.

ST. PÖLTEN (red). Alle 13 Minuten verunglückt in Österreich ein Kind in den eigenen vier Wänden. Eine der häufigsten Unfallarten sind Stürze, dabei könnten gerade diese durch einige einfache Sicherheitsmaßnahmen vermieden werden, wie Wolfgang Brückler, Bezirkskommandant und Rot-Kreuz-Bezirksstellenleiter in Ober-Grafendorf, erläutert. Nach Möglichkeit sollte man verhindern, "dass Kinder alleine auf Fensterbänke oder Balkonmöbel klettern können", so Brückler.

Tipps für Eltern

Mit dem Fixieren von Möbeln an der Wand hat Tobias Reithofer vom Arbeitersamariterbund Altlengbach einen weiteren Tipp parat. "Kinder können sich an den Möbelstücken hochziehen und diese zum Umkippen bringen", sagt Reithofer, der sich darüber hinaus an einen konkreten Fall erinnern kann: "Vor zwei Jahren spielte ein Kind mit einer Katze und stürzte dabei eine Kellerstiege hinunter." Das Spiel mit der Katze endete im Spital und ist freilich kein Einzelfall.

Hauptdiagnose Unfall

Allein 2015 verzeichnete das Uniklinikum St. Pölten 691 stationäre Aufenthalte von Kindern im Alter von 0 bis 14 Jahren mit der Hauptdiagnose Unfall. Stellt man diese Zahl den 7.412 Kindern im Alter von 0 bis 14 in St. Pölten (Stand 2014) gegenüber, landete fast jedes Zehnte nach einem Unfall für längere Zeit im Spital. Der klassische Kinderunfall stelle laut Reithofer im regulären Rettungsdienst dennoch eher die Ausnahme dar. Nicht zu vergessen sei aber, dass die Rettungskräfte neben "üblichen Verletzungsmechanismen" wie "Sturz aus Unachtsamkeit" oder Verbrennungen auch oft zu internistischen Notfällen wie "Essen verschluckt – Ersticken" gerufen werden. Dementsprechend lange ist die Liste an Fallen, die für Kinder in einer typischen Wohnung lauern. "Mein persönlicher Tipp: Es ist wahrscheinlich hilfreich, wenn Sie in die Hocke gehen und sich mit Kinderaugen in der Wohnung umschauen: Was können Sie alles erreichen? Was ist interessant? Wo lauern unerwartete Gefahrenquellen für Kinder?", so Reithofer.

Sicherheitstipps der Experten

Diese Tipps haben Wolfgang Brückler und Tobias Reithofer parat, um das Eigenheim für Kinder sicherer zu machen:
• Spitze und scharfe Gegenstände, Putzmittel, Medikamente und Kleinteile für Kinder unerreichbar aufbewahren,
• Steckdosen mit Sicherungen versehen,
• Möbel an der Wand fixieren,
• Treppen mit Schutzgittern sichern,
• Teppiche gegen Wegrutschen sichern,
• Kinder niemals unbeobachtet lassen (vor allem in der Badesaison!).

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