Neulengbach
Komödienspiele Neulengbach 2021: "Männer im Mond"

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In einer Vollmondnacht treffen sich Theodor, Jakob und Henry auf der Reichsbrücke. Was haben sie bloß vor?

NEULENGBACH. Die Antwort liefert eine temporeiche Komödie von Theresa und Joseph Prammer, die mit viel Humor und Liebe unter die Oberfläche schauen. Erstmals haben sie gemeinsam ein Stück geschrieben: über drei Männer in der Krise. Ein kurzweiliger, unterhaltsamer, lustiger und berührender Abend erwartet Sie.

Wie kam es zum Schreiben?
THERESA PRAMMER:
Wir wollten unbedingt wieder im Sommer spielen. Im Lockdown wussten wir aber nicht, was im Sommer wieder möglich sein würde.
JOSEPH PRAMMER: Mit acht Schauspielern bei „Das Geheimnis der drei Tenöre“ und dem ganzen restlichen Team im Hintergrund war es uns zu riskant. Aber es gibt nicht so viele gute 3-Personen-Stücke im Boulevard-Bereich, die zeitgemäß sind. Oft ist das Frauenbild recht veraltet.
THERESA PRAMMER: Da wir nichts gefunden haben, das uns gefallen hätte, haben wir begonnen zu brainstormen. Wir wollten immer schon ein abendfüllendes Stück gemeinsam schreiben – nach Kurzgeschichten und Kinderstücken – aus Zeitgründen ist es aber nie dazu gekommen. Im Lockdown war es nun möglich. Und dann haben wir noch am selben Abend die ersten sieben Seiten geschrieben.
JOSEPH PRAMMER: Am Abend, kurz bevor wir das Essen gekocht haben, haben wir das schnell gemacht. Das ist total leicht gegangen. Da haben wir gedacht, ja, schreiben wir das halt weiter. Und es ist dann immer mehr geworden.

Wie schreibt man gemeinsam?
JOSEPH PRAMMER:
Ich bin eher auf Gags spezialisiert, Klamauk, Wortspiele – das ist aber erst vor fünf Jahen gekommen. Ich war immer schlecht in Deutsch; Erörterungen etc. habe ich nie schreiben können.
THERESA PRAMMER: Gemeinsam zu schreiben ist schon noch einmal etwas anderes, als allein an einem Buch zu schreiben. Wir haben Googel Docs verwendet, sind in verschiedenen Zimmern gesessen und haben live zur selben Zeit am selben Dokument gearbeitet – und haben viel diskutiert. Der Fokus war aber immer, dass das Beste rauskommt, und nicht, dass sich einer durchsetzt.
JOSEPH PRAMMER: Wir sind sachorientiert. Wir wollen, dass die Sache funktiniert, das ist das Entscheidende. Das ist auch das wichtigste bei einem Stück: Es soll nicht der Regisseur oder ein Team bekannt sein, sondern es soll das Stück in seiner besten Form zum Glänzen kommen.
THERESA PRAMMER: Und dann haben wir uns die Szenen, die wir geschrieben haben, gegenseitig vorgelesen und vorgespielt.

Wovon handelt "Männer im Mond"?
THERESA PRAMMER:
Es geht um drei Männer in der Krise: um den sehr berühmten Fernsehtherapeuten Theodor, der von seiner Frau, die mit seinem Freund abgehauen ist, verlassen wurde, um den nicht mehr ganz so jungen Jakob, der große Schwierigkeiten mit Frauen hat, und um den Comedian Henry Düringer, der ausgebrannt ist, dem keine Witze mehr einfallen, der aber wegen einer Namensverwechslung am nächten Tag einen Auftritt in der Stadthalle vor 10.000 Leuten hat.
JOSEPH PRAMMER: Und dann gibt’s auch noch eine Frau, Yvonne. Unerwartet – auf Seite 30 von 47 – kommt die Patientin des Therapeuten dazu, wie der 3. Akt-Komiker bei einer Operette.
THERESA PRAMMER: Zufällig treffen alle in einer Vollmondnacht aufeinander.

Sind die Rollen auf den Leib geschrieben?
THERESA PRAMMER: Jein, die Besetzung wussten wir schon, als wir es geschrieben haben – und auch, wo die Leute ihre Stärke haben.
JOSEPH PRAMMER: Aus dem persönlich Erlebten heraus zu schreiben, ist aber gar nicht so gut. Es ist besser, eine gewisse Distanz zu haben. Dann ist es leichter darzustellen und leichter zu spielen. Wenn es zu nahe ist, dann kommen die eigenen Bilder zu oft und man ist zu voreingenommen, glaube ich.

Ist es sogar schwerer das zu spielen, was man selbst geschrieben hat?
THERESA PRAMMER:
Das weiß ich nicht, aber was mich total überrascht hat: Wir habe uns den Text nicht gemerkt.
JOSEPH PRAMMER: Es ist schizophren: Wenn du in die Rolle des Textlernens kommst, fällt dir der Text nicht mehr ein. Obwohl du es doch selbst geschrieben hast! Dann musst du ihn wieder neu lernen. Das war eine eigenartige Erfahrung.
THERESA PRAMMER: Als wären im Kopf verschiedene Regionen – die eine kann schreiben, die andere muss den Text lernen – und sie sind nicht miteinander verbunden.
JOSEPH PRAMMER: Das ist auch bei der Regie so: Wenn wir unten sitzen und Regie machen, weiß ich alles und habe den Überblick. Wenn ich auf die Bühne komme, als Schauspieler, brauche ich Anweisungen, von wo, wie ich gehe etc.

Die Proben laufen, bald kommt das Publikum.
THERESA PRAMMER:
Man probt ja ohne Publikum, und dann kommt das Publikum und es passiert die Magie: etwas, das wie Ping-Pong-Spielen ist und du merkst, dass es lebt und das ist dann überwältigend.
JOSEPH PRAMMER: Das Glück ist, dass du das auf der Bühne spüren kannst, was das Publikum heute braucht. Wenn du die Schwingung aufnimmst und diese Welle reiten kannst, dann wird’s eine gute Vorstellung. Das ist eine sehr schöne Erfahrung.
THERESA PRAMMER: Wir wollen, dass die Leute besselt aus dem Abend rausgehen können. Dass es schon eine leichte Komödie ist, aber nicht seicht. Dass man etwas mitnehmen kann. Deshalb machen wir es, weil wir es auch selber so mögen.
JOSEPH PRAMMER: Etwas ernstes und tiefgehendes – und dann ein Witz drauf, damit es nicht so kitschig ist. Wenn der Unterbau mit der Komik verbunden wird, wird es eine schöne runde Sache.

Womit geht es 2022 weiter?
THERESA PRAMMER:
Nächstes Jahr ist der Plan, dass „Das Geheimnis der drei Tenöre“ gelüftet wird.

"Männer im Mond"

Mit:
Alois Frank
Theresa Prammer
Joseph Prammer
Klaus Schaurhofer

Bühne: Michael Haller
Regieassistenz: Angelika Raubal
Regie: Theresa und Joseph Prammer
Choreografie: Lili Clemente
Technik: Manuel Mader
Produktion: Lukas Jandl
Produktionsassistenz: Diana Wurzinger
Homepagedesign: Daniela Kousal
Grafik: Archana Hainzl

Wann & Wo:

Vorstellungen:
Donnerstag, 15./22./29. Juli
Freitag, 16./23./30. Juli
Samstag, 17./24./31. Juli
Sonntag, 25. Juli
Beginn: 20 Uhr, ohne Pause
Ort: Open Air im Gerichtshof Neulengbach
Die Vorstellungen finden grundsätzlich auch bei Regen statt. Bitte achten Sie auf wetterfeste Kleidung und bringen Sie bei kühleren Temperaturen Decken mit.
Bei Starkregen findet die Vorstellung im Lengenbacher Saal statt.

Bitte bringen Sie einen Lichtbildausweis zur Identifikation sowie einen Nachweis nach den 3G-Regeln mit.

Karten

Mehr Infos und Karten
sowie bei der Gemeinde Neulengbach (Tel.: 02772/52105-25, daniela.zeilinger@neulengbach.gv.at), im Infobüro und in den Trafiken Neulengbachs.

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