Raststätten-Diebe hinter Gittern

Raststätten-Diebe bei der Verhandlung
8Bilder
  • Raststätten-Diebe bei der Verhandlung
  • Foto: Probst
  • hochgeladen von Michael Holzmann

ST. PÖLTEN / VÖLLERNDORF / STEINHÄUSL (ip). Sechs von insgesamt 20 Monaten Freiheitsstrafe müssen drei Algerier im Gefängnis verbüßen (nicht rechtskräftig). Der St. Pöltner Richter Martin Kühlmayer verurteilte sie darüber hinaus zu einer Schadensgutmachung von 8.000 Euro, die dem Trio beim Diebstahl einer Handtasche aus dem Fahrzeug eines Ehepaares aus Purkersdorf in die Hände gefallen waren. Die teilweise einschlägig vorbestraften Männer im Alter von 37, 42 und 50 Jahren bekannten sich schuldig. In unterschiedlicher Beteiligung waren sie am 13. September und am 4. November 2017 auf Autobahnraststätten unterwegs, um ihre finanziellen Verhältnisse durch Diebstähle aufzubessern.

Reifen zerstochen

Auf der A1 Raststation in Völlerndorf zerstachen sie die Reifen von zwei Fahrzeugen, danach lenkten sie die jeweils japanischen Ehepaare ab, indem sie ihnen erklärten, wo man Reifen reparieren könne. Gleichzeitig stahl einer der Täter die Handtaschen aus den Fahrzeugen. Das Bargeld, diesmal insgesamt 730 Euro, nahmen sie an sich, die Taschen samt Dokumenten wie Reisepässe, Führerscheine und Kreditkarten warfen sie weg. Das Purkersdorfer Ehepaar traf es bei der Raststätte in Steinhäusl besonders hart. Für eine Familienfeier hatte die 75-jährige Pensionistin ausnahmsweise einen größeren Bargeldbetrag bei sich. „Ich lasse normalerweise nie eine Handtasche im Auto“, erklärte die Zeugin und betonte, dass ihr einer der Männer in der Raststation aufgefallen war. Als ausländerfreundlicher Mensch habe sie ihm sogar nachgewinkt, als er durch die Drehtüre ging. Als einer der Algerier ihren Ehemann mit einem Plan aufhielt, habe sie sich dazu gestellt, allerdings mit dem Rücken zu ihrem Fahrzeug.

Bargeld erbeutet

Noch am selben Tag wurden die Diebe bei der Grenze nach Italien festgenommen. Sie hatten jedoch nur mehr einen Teil der Beute bei sich. Dieser, so die Verfahrenshelfer Ewald Stadler, Caroline Weerkamp und Josef Schnirzer, steht selbstverständlich den Opfern zur Verfügung, die nicht nur Bargeld verloren, sondern auch die Kosten für die zerstochenen Reifen und die Wiederbeschaffung der Dokumente zu tragen haben. Das Opfer aus Purkersdorf trauert gleichzeitig dem Trachtenschmuck nach, den es von einem Uronkel bekommen hat.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen