Parteigranden: Verluste an der Heimatfront

landesweit baute die ÖVP das historisch beste Wahlergebnis weiter aus. In der Ziersdorf, der Heimatgemeinde Erwin Prölls verzeichnet die ÖVP ein leichtes Minus.
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  • landesweit baute die ÖVP das historisch beste Wahlergebnis weiter aus. In der Ziersdorf, der Heimatgemeinde Erwin Prölls verzeichnet die ÖVP ein leichtes Minus.
  • hochgeladen von Oswald Hicker

Gemeinderatswahlen bedeuten Nahkampf. Und das nicht nur ein paar Wochen vor der Wahl. Wer fünf Jahre lang unermüdlich Klinken putzt, die Themen in den Medien vorgibt und sich den Stammtischen stellt, der fährt am Wahltag reiche Ernte ein. Auch die meisten unserer Spitzenpolitiker haben einmal klein angefangen. Ein Grund, die Wahlergebnisse in den Heimatgemeinden der Parteigranden genauer unter die Lupe zu nehmen.

Zweidrittelmehrheit für ÖVP in Prölls Heimatgemeinde
Landeshauptmann Erwin Pröll hat niederösterreichweit das Rekordergebnis von 2010 sogar noch ausbauen können. An der Heimatfront in Ziersdorf (Bezirk Hollabrunn) verlor die ÖVP allerdings 3,45%, hält mit 65,72% trotzdem fast die Zweidrittelmehrheit. Die SPö gewann 0,79% auf 30,83%. Die VP-Verluste gingen auf Kappe der Liste Authried, die sich erstmals der Wahl stellte und 2,66% erreichte.

Abgang von roter Karin kostete SP Markgrafneusiedl 18%
SPÖ-Vizelandeshauptfrau Karin Renner muss sich um ihre Homebase in Markgrafneusiedl (Bez. Gänserndorf) sorgen. Nach ihrem Wechsel in die Landespolitik rutschte ihre Ortsgruppe von 70% auf 51,75% ab. Das satte Minus von 18,25% konnte die ÖVP als Plus verzeichnen.

FPÖ-Waldhäusl: Blaues Wunder im hohen Norden

FPÖ-Chef Walter Rosenkranz hatte in Krems Wahlpause, sein Klubobmann Gottfried Waldhäusl sorgte in Waidhofen an der Thaya für einen Erdrutsch. Das blaue Raubein kandidierte selbst und katapultierte die FPÖ von 7,6 auf 23,7%. Die ÖVP sackte um mehr als 15% auf 47,5%, die SPÖ verlor 5% und kommt nun auf 12,8%.

Mini-Plus für Petrovics Heimat-Grüne

Grünen-Sprecherin Madeleine Petrovic kann sich in ihrer Heimat Gloggnitz (Bez. Neunkirchen) über ein leichtes Plus von 0,57% freuen, die Grünen halten nun bei 4,25%. SPö und ÖVP verloren massiv, die Liste WIR konnte 16 Prozent gewinnen und hält nun bei 44% der Stimmen.

Stronach Landesrätin blieb Kandidatur erspart
Landesrätin Kaufmann-Bruckberger vom Team Stronach brauchte in ihrer Heimatgemeinde Gumpoldskirchen (Bez. Mödling) keine Verluste fürchten, denn ihre Partei trat gar nicht erst an.

Wie sehen die Ergebnisse der anderen Regierungsmitglieder aus?

Zweidrittelmehrheit trotz Verluste im Wohnort des Agrarlandesrats
Agrarlandesrat Stephan Pernkopf ist in seiner Heimat Wieselburg Land (Bez. Scheibbs) mit einer schrumpfenden ÖVP konfrontiert. Sie verlor 7,73%, hält aber mit 68,47% weiter die Zweidrittelmehrheit. Die SPÖ verlor leicht die FPÖ zog mit 10,66% erstmals in den Gemeinderat ein.

Androschs rote Bastion im Waldviertel bröckelte
Konsumentenschutz-Landesrat Maurice Androsch (SPÖ) zählt ebenfalls zu den Ex-Bürgermeistern die es in die Landespolitik zog. Und auch seine Ortsgruppe in Groß-Siegharts (Bez. Waidhofen/Thaya) bekam die Rechnung präsentiert. Mit 52% hält die SPÖ zwar die rote, Bastion im Waldviertel, die Verluste von 6% teilen sich ÖVP und FPÖ zu gleichen Teilen.

Landesrat statt Bürgermeister: "Nur" 75% in Carlos Wohnort

Verkehrslandesrat Carlo Wilfings VP-Ortsgruppe in Poysdorf hat nach seinem Wechsel in die Landespolitik ebenfalls etwa 5 Prozent verloren, hält aber bei satten 75%. Freiheitliche und SPÖ gewannen beide leicht dazu.

Schwarz-Nachfolger verspielten fast Absolute in der Wachau

VP-Soziallandesrätin Barbara Schwarz verließ Dürnstein (Bez. Krems) als Bürgermeisterin in Richtung Landhaus. Ihre Nachfolger fuhren mit 13,8 ein sattes Minus ein und konnten die absolute Mehrheit mit 50,8% nur knapp verteidigen. Großer Wahlgewinner: Die SPÖ mit einem Plus von 9,5%.

Petra allein zuhaus: Bohuslav im politischen Feindesland
Im absoluten Feindesland hat sich VP-Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav angesiedelt. In Ebenfurth (Bez. Wr. Neustadt) schrumpfte die ÖVP von mageren 14,27 auf winzige 8,32%. Die SPÖ schrumpfte ebenfalls, aber auf ganz anderen Niveau: Sie sank von unglaublichen 85,73% auf immer noch sensationelle 81,56%. Lachender dritter war die FPÖ, die zum ersten mal antrat und aus dem Stand 10,11% holte.

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