03.10.2014, 15:11 Uhr

Traisental: Promis bewiesen dass sie keine Leseschwäche haben

Weinkönigin Tanja I. kennt sich als Winzerkind bei der Lese aus.

Eine illustre Gesellschaft half in Kuffern nicht nur bei der Veltliner-Ernte sondern auch behinderten Menschen. Anschließend wurde gebürschtelt.

Unfassbar: Promis strömten auf Einladung von Landesrätin Petra Bohuslav in Scharen in den kleinen Weinort Kuffern im kleinsten Weinbaugebiet Österreichs, dem Traisental, und gaben sich genüsslich der uralten Kulturtechnik des Lesens hin. Wer jetzt an der Glaubwürdigkeit der Geschichte zweifelt, der sei aufgeklärt: Es standen weder Goethe noch Hemmingway auf der Leseliste, sondern Grüner Veltliner des Weingutes Steyrer. Wie ein Schwarm Stare fielen Werner Auer, Alexander Bisenz, Weinkönigin Tanja Dworzak, Andi Marek, Christoph Fälbl, Benjamin Karl, Frenkie Schinkels, Michael Konsel, Toni Pfeffer, Günther Mokesch, Lisl Wagner Bacher Michaela Dorfmeister, Fifi Pissecker, Luzia Nistler sowie Martina Kaiser über die Reihen her. Letztere hatte kurzfristig zwar einen höheren Säuregrad als ein Brünnerstraßler Veltliner, denn bei der Begrüßung wurde die Star-Moderatorin versehentlich in Monika umgetauft. Mit der durchbrechenden Sonne stiegen auch die Klosterneuburger Grade der Dame wieder an.

Dafür tobte in Kabarettist Christoph Fälbl ein innerer Konflikt, denn dem langjährigen Traktorfahrer der Promi-Weinlese wurde heuer die Lizenz entzogen. Grund: Im Vorjahr war Fälbl in Feierlaune mit dem Traktor in Höllentempo durch die Weinberge gerast. Problem: Am hinteren Ende der Zugmaschine befand sich ein Einachsanhänger voller Promis, die um ihr Leben fürchten mussten. Deswegen wurde heuer ein absolutes Fahrverbot über ihn verhängt, was Fälbl sichtbar wurmte. So sehr dass er schließlich zum Piraten mutierte, mit den Worten: "Ich lass mir nix anschaffen" die Maschine des Altbauern kaperte und wenigstens mit den Trauben richtung Winzerhof Steyrer tuckerte. Toni Pfeffer, der im Vorjahr als Fahrgast besonders in Saft gegangen war, weil er fürchtete dass seine vier Kinder zu Halbwaisen würden, quittierte das mit den Worten: „Der Fälbl sollte lieber beim Bahnfahren bleiben."

Letztlich wussten die Promis was sie als Showleute schuldig waren und machten sich eine riesen Gaudi draus. Etwa Fifi Pissecker, der sich von Winzern der Region erklären ließ, dass es sich bei der seltsam gelben Traube die er geerntet hatte, um einen Kukuruz-Kolben handelte. Einer blieb bei all den Weintrauben trotzdem Bierernst: Komiker Alexander Bisenz betätigte sich als Weltuntergangsprediger und warnte eingehend vor dem bald nahenden Zusammenbruch der Weltwirtschaft. Dem Leser empfiehlt Bisenz sein Geld in echtes Gold anzulegen: „Das einzige was den Wert halten wird. Allerdings nur richtiges Gold, denn inzwischen wird mit zehnmal mehr Gold auf Papier gehandelt als in Metall vorhanden ist."

Insgesamt rebelten die Promis trotz aller Hetz und Warnungen und einer bald einsetzenden "Leseschwäche" mancher Teilnehmer 1603 Kilo Trauben für die gute Sache. NV Chef Bernhard Lackner, der die Trauben traditionell für eine wohltätige Sache versilbert, sah die Lesemenge als Zeichen: „1603 Kilo sind zusammengekommen und ich habe am 16. 03. Geburtstag. Deswegen verdopple ich die Summe und setze noch was drauf". Insgesamt überweist die Niederösterreichische Versicherung nun 3.600 Euro an die Betreuungseinrichtung Stockingerhof in Oberwölbling. Nach getaner Tat wurde endlich ordentlich gebürschtelt, zuerst der Dreck von den Promi-Gummlern und danach der Traisental DAC des Weingutes Steyrer. Trotzdem blieb alles ganz gesittet, schlussendlich war nur einer so richtig fett: Der Selchbauch vom Schwein am Buffet.
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